Schulexpress statt Eltern-Taxi Kinder sollen in Ganderkesee eigenständig zur Schule kommen

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Gemeinsam macht es mehr Spaß: Viele Grundschüler gehen in Gruppen zusammen mit Mitschülern zur Grundschule Lange Straße und auch wieder zurück nach Hause. Foto: Kristina MüllerGemeinsam macht es mehr Spaß: Viele Grundschüler gehen in Gruppen zusammen mit Mitschülern zur Grundschule Lange Straße und auch wieder zurück nach Hause. Foto: Kristina Müller

Ganderkesee. Besonders in den ersten Wochen nach den Sommerferien wimmelt es von Eltern-Taxis auf Schulparkplätzen. Grundschulleiter in der Gemeinde Ganderkesee raten, die Kinder selbstständig zur Schule gehen zu lassen.

Stau und Parkplatzgerangel vor der Schule: Wenn Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, birgt das mitunter auch Gefahren. „Am ersten Schultag ist das mit den Eltern-Taxis erfahrungsgemäß immer ein bisschen mehr“, weiß Frank von der Aa, Schulleiter an der Grundschule Dürerstraße in Ganderkesee. „Die Eltern sollten auch daran denken, dass der Transport direkt bis vor die Tür eher gefährlich ist.“

Inzwischen habe sich die Situation vor der Schule aber wesentlich entschärft. Besonders auf Elternabenden verweist die Schule auf den „Schulexpress“ – die Treffpunkte für Schüler, die gemeinsam den Schulweg bestreiten. „Wenn die Kinder zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen, können die Eltern auch unbesorgt sein, dass das Kind gut und sicher zur Schule kommt“, betont von der Aa.

Auch Erstklässler nutzen Schulexpress

An der Grundschule Lange Straße in Ganderkesee funktioniere der Schulexpress sehr gut, weiß Rektor René Jonker, mit den Eltern-Taxis gebe es keine großen Probleme. „Ich merke, dass Schüler, die in der letzten Woche erst eingeschult wurden, auch schon den Schulexpress nutzen“, freut er sich.

Um diesen Trend weiter zu bestärken, startet die Schule verschiedene Aktionen, und auch der Förderverein unterstützt das sehr aktiv. Denn nachdem die Erstklässler im September Warnwesten erhalten, stehen Mitglieder des Fördervereins in regelmäßigen Abständen an der Straße vor der Schule und belohnen Kinder, die ihre Warnweste tragen, wie Jonker erzählt. Die Schule stehe darüber hinaus in Kooperation mit der Polizei, die vor Ort präsent ist und auf die Warnwesten und verkehrssichere Fahrräder achtet und hinweist.

„Nur wenige mit dem Auto“

Verschiedene Aktionen startet auch die Grundschule Heide, „um das wieder ein bisschen in die Köpfe zu kriegen“, sagt Schulleiterin Ulla Dunker. Dennoch gebe es bereits viele Eltern, die ihre Kinder auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad begleiten, statt auf das Auto zurückzugreifen. An der Grundschule Habbrügge kommen die meisten ebenfalls zu Fuß oder mit dem Fahrrad. „Es kommen nur wenige mit dem Auto und wenn, dann parken sie auf dem Dorfplatz vor der Schule“, so Schulleiterin Birgit Humberg.

Mobilitätstag und die „Zu Fuß zur Schule“-Woche

Informationsveranstaltungen und Briefe mit Hinweisen auf die Schulexpress-Haltestellen bietet die Grundschule Bookholzberg an. Denn dort sei der rege Autoverkehr am Morgen grundsätzlich immer wieder ein Problem, insbesondere wenn schlechtes Wetter ist, berichtet Schulleiterin Dörte Lohrenz. „Es kommt zu Situationen, die gefährlich für die eigenen und auch die anderen Kinder sind.“ Der Mobilitätstag und die „Zu Fuß zur Schule“-Woche mit einem Pokal für die aktivste Klasse sollen Abhilfe schaffen.

Lohrenz rät den Eltern, den Kindern mehr zuzutrauen, sie eigenständig werden zu lassen und sie selbst zur Schule gehen zu lassen, beispielsweise in Gruppen. „Der Schulweg ist schon so ein wichtiges Erlebnis. Was sie auf dem Schulweg erleben und die Gespräche unterwegs sind wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung“, findet die Schulleiterin.

„Genauso schlimm wie an anderen Schulen“

Besonders im Herbst und im Winter seien auch an der Grundschule Schierbrok viele Eltern-Taxis unterwegs, weiß Rektorin Gaby Goetz. „In Schierbrok ist das genauso schlimm wie an anderen Schulen auch. Einige werden fast bis vor die Tür gebracht“, sagt sie. Bereits vor der Einschulung würden die Eltern auf den Schulexpress hingewiesen.

„Das schläft im Laufe der Zeit ein, deshalb muss man die Eltern immer wieder daran erinnern“, findet Goetz. „Ich sehe das hier auf dem Schulhof, dass die Kinder bei jedem Wetter draußen toben, da sind die Eltern manchmal ein wenig überbehütend.“


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