Wegfall der Störerhaftung Freifunk in Ganderkesee auf dem Vormarsch

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Auch mit bislang geltender Störerhaftung ist der öffentliche WLAN-Ausbau in Ganderkesee gut vorangekommen. Symbolfoto: dpa/Martin SchuttAuch mit bislang geltender Störerhaftung ist der öffentliche WLAN-Ausbau in Ganderkesee gut vorangekommen. Symbolfoto: dpa/Martin Schutt

Ganderkesee/Hude. Mit dem Smartphone, Laptop oder Tablet zu jeder Zeit an jedem Ort im Internet surfen zu können, das gehört für viele heutzutage schon zur Grundversorgung wie die Nahrung und das Dach über dem Kopf. Der jüngst vom Bundestag verabschiedete Wegfall der Störerhaftung für Anbieter freien Internetzugangs könnte der Verbreitung des kostenlosen WLAN neuen Schub verleihen.

Denn die Neuregelung sieht vor, dass Betreiber von öffentlichen WLAN-Netzen künftig nicht mehr für Rechtsverstöße von Nutzern der Hotspots haftbar gemacht werden können.

Aus Sicht der Gemeinde Ganderkesee war die bislang geltende Störerhaftung allerdings keineswegs ein Bremsklotz für den 2014 vom Rat beschlossenen Aufbau einer weitflächigen freien WLAN-Versorgung. Die Gemeinde hat laut Informationen auf ihrem Webauftritt an rund 30 Standorten vom Rathaus und der Bücherei bis zu Kitas und Jugendzentren Router für freien Internetzugang aufgestellt und nutzt dazu die Software und Infrastruktur des Vereins Freifunk Nordwest.

Indirekte Online-Verbindung mit Freifunkrouter

„Uns betraf die Störerhaftung nicht, weil unsere Router über Server des Vereins laufen“, erklärt Christian Badberg, Fachdienstleiter Internes und Asyl im Ganderkeseer Rathaus. Das funktioniert so: Der Freifunkrouter baut keine direkte Verbindung zum Internet auf, sondern einen verschlüsselten Tunnel zu einem Freifunk-Server. Dieser erst stellt die tatsächliche Verbindung zum öffentlichen Internet her. Auf diese Weise ist nun nicht mehr die öffentliche IP-Adresse des Anschlussinhabers sichtbar, sondern eine Freifunk-IP, und der Verein wiederum kann als Provider nicht haftbar gemacht werden.

Beispiel Ganderkesee macht Schule

Das freie WLAN-Netz der Gemeinde ist laut Badberg inzwischen mit zusätzlichen Routern noch ausgebaut worden. So sei etwa am Bahnhof ein guter Empfang möglich gemacht worden.

Das Beispiel Ganderkesee hat bereits anderswo Schule gemacht. In Hude-Wüsting hat sich die dortige Werbegemeinschaft den Ausbau eines freien WLAN-Netzes auf die Fahnen geschrieben und laut Robin Kramer, Webmaster der Werbegemeinschaft, auf die Erfahrungen in Ganderkesee zurückgegriffen. Inzwischen seien rund zwei Drittel der Bahnhofstraße und der Bereich um den Bahnhof in Kooperation mit dem Freifunk-Verein abgedeckt, berichtet Bettina Heinemann vom Vorstand der Werbegemeinschaft Wüsting.

Viele Hotspots durch private Initiative

Auch in Ganderkesee ist durch private Initiative der freie Internetzugang neben den Aktivitäten der Gemeinde vorangetrieben worden. Auf einer Karte, die über die Gemeinde-Homepage aufgerufen werden kann (ww.gemeindeganderkesee.de/freifunk.html), sind zahlreiche freie WLAN-Hotspots vom Restaurant bis zum Vereinsheim markiert. Und: „Ich weiß, dass es darüber hinaus noch weitere Standorte gibt“, sagt Christian Badberg.


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