Pilzsaison in Ganderkesee Ganderkeseer Pilzexperte warnt vor Vergiftungsgefahr

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Steinpilz, Pfifferling und Marone sind schon im Wald zu finden.. Symbolfoto: dpaSteinpilz, Pfifferling und Marone sind schon im Wald zu finden.. Symbolfoto: dpa

Ganderkesee. Das wechselhafte Sommerwetter begünstigt das Wachstum von Pilzen. Der Ganderkeseer Pilzexperte Müller warnt vor Verwechslungs- und Vergiftungsgefahren.

„Hände weg von Pilzen, die ich nicht genau kenne“, mahnt Georg Müller, „sonst wird russisches Roulette gespielt.“ Der Pilzexperte aus Ganderkesee benennt den Champignon als Beispiel für hierzulande gesteigerte Verwechslungsgefahr: „Den Giftchampignon hat es vor 20 Jahren bei uns gar nicht gegeben. Jetzt ist er allerorten auf Wiesen und an Wegesrändern zu finden“, berichtet Müller – genau da, wo auch der Wiesenchampignon steht. Der eine kann zu Erbrechen und Durchfall, Schwindel und Sehstörungen führen, der andere den Speiseplan mit Köstlichkeiten in vielen Variationen bereichern.

Wetter begünstigt das Sprießen

Erst hat Sommersonne den Boden erwärmt, dann kam eine Menge Regen: Müller bestätigt, dass Pilzsammler in diesem Jahr schon deutlich vor der Mitte August beginnenden Hauptsaison ausgeschwärmt sind. „Es sieht zurzeit sehr gut aus. Mir haben schon einige Ratsuchende Proben zum Bestimmen vorgelegt“, berichtet er. „Es reicht, pro Sorte zwei oder drei Exemplare mitzubringen“, stellt der Pilzgutachter klar.

Sammler brauchen Kenntnisse

Der Kennerblick des Pilzexperten, eine gute Nase und Fingerspitzengefühl können Ungemach bis hin zu schwersten Vergiftungen mit Gefahr für Leib und Leben verhindern. Pilzkenntnisse sollten Sammler allemal mitbringen. „Ein Pilzbuch hilft nur dann, wenn es nicht veraltet ist“, betont Müller. Deutlich warnt er vor dem Irrglauben, dass der Giftgehalt von Pilzen mit dem Silberlöffel bestimmt werden kann.

Sammeln mit Bedacht

Der gute Sammler zeichnet sich laut Müller dadurch aus, dass er der Natur nicht mehr Pilze entnimmt, als er verbraucht. Er lasse die ganz jungen und die alten Pilze stehen. „Die Pilze müssen die Gelegenheit haben, ihre Sporen zu entwickeln und abzugeben“, sagt er. Und er ergänzt, dass gepflückte Pilze nie in geschlossenen Behältern transportiert werden dürfen. Der gute alte Korb mit stabilen Wänden und Luft von oben für die Früchte ist immer noch die erste Wahl.

Kleinkinder gefährdet

„Eltern sollten ihre kleinen Kinder jetzt besonders im Auge behalten“, rät Müller, „Kleinkinder krabbeln herum, sind neugierig und stecken alles Mögliche in den Mund. Die Erfahrung einer Pilzvergiftung sollten wir ihnen tunlichst ersparen.“


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