Auftakt der Getreideernte Ernte beginnt in Ganderkesee mit Wettlauf mit Regenwolken

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Getreideernte am Fahrener Weg in Ganderkesee: Auf dem Feld des Landwirts Rainer Bücking wird Wintergerste eingebracht.Foto: Thorsten KonkelGetreideernte am Fahrener Weg in Ganderkesee: Auf dem Feld des Landwirts Rainer Bücking wird Wintergerste eingebracht.Foto: Thorsten Konkel 

Ganderkesee/Landkreis Oldenburg. Der Ganderkeseer Landwirt Bücking hat die Wintergerste knapp vorm einsetzenden Regen eingeholt. Jetzt stehen die Mähdrescher wegen Wetterumschwungs still.

Die reife Wintergerste einholen, das war in den letzten Tagen die Hauptaufgabe des Ganderkeseer Landwirts Rainer Bücking und seiner Helfer. Für den Beginn dieser Woche hatte der Wetterdienst Niederschläge angesagt, und so ist es auch gekommen. Regen bedeutet feuchtes Korn, das mit viel Energie- und Kostenaufwand nachgetrocknet werden muss, bevor es für die Weiterverarbeitung eingelagert werden kann.

Körner feucht, Halme zäh

„Vom feinen Regen werden nicht nur die Körner feucht. Auch die Halme werden zäh und gehen schlechter durch die Maschinen. Unsere Mähdrescher stehen still. Wir holen heute noch die gepressten Ballen vom Feld“, berichtete Carmen Blankemeyer vom Lohnunternehmen Blankemeyer in Kirchkimmen am Montag.

Optimismus zum Ernteauftakt

Landesweit geht das Landvolk mit leichtem Optimismus in die Getreideernte. Jürgen Hirschfeld, Vorsitzender des Ausschusses pflanzliche Produkte im niedersächsischen Landvolk, geht davon aus, dass beim hiesigen Hauptprodukt Weizen die Preise anziehen, weil die weltweite Nachfrage größer sei als die Produktion. „Insbesondere die Weizenernte könnte mit 3,5 Millionen Tonnen das Vorjahresniveau leicht übertreffen“, sagt er mit Blick auf die niedersächsische Anbaustatistik voraus.

Stroh könnte leiden

„Wir haben riesiges Glück gehabt“, resümiert der Ganderkeseer Landwirt Bücking die letzten Tage, „der letzte Halm Wintergerste ist mit den ersten Regentropfen gefallen.“ Ein bisschen besorgt ist er wegen des Strohs, das locker auf dem Feld liegengeblieben ist. „Wir brauchen zwei trockene Tage am Stück, damit wir die Halme durch Sonne, Wind und mehrfaches Wenden trocken bekommen und zu Ballen pressen können“, erklärt Bücking. Rundballen seien nicht empfindlich; der Landwirt vergleicht sie mit einem Reetdach: „Der Regen läuft außen herum ab.“ Zu eckigen Ballen gepresstes Stroh müsse allerdings schnell vom Feld: „Die Ballen saugen sich mit Nässe voll.“

Im Südkreis Hagelschäden

Weniger Glück als die meisten Landwirte im Landkreis Oldenburg haben jene Kollegen gehabt, die Felder südlich von Wildeshausen bestellt hatten. Wie berichtet, haben dort am Freitagabend Sturm und Hagel beträchtlichen Schaden angerichtet; nicht nur Bäume, sondern auch ganze Getreidefelder sind flachgelegt worden. „Wenn Getreide kurz vor der Ernte am Boden liegt, fallen die Körner aus. Das ergibt einen Totalschaden“, weiß Bücking. Er wünscht seinen Kollegen, dass sie sich dagegen wie er selbst versichert haben. „Die Hagelversicherung ist günstig, weil immer nur verhältnismäßig kleine Flächen betroffen sind“, stellt Bücking fest.

Weizen und Raps reifen noch

Bückings anderen Getreidesorten und dem Raps tun der leichte Regen am Montag und die vorausgesagten kleinen Schauer der nächsten Tage eher gut als schlecht. „Sie sind frühestens Ende Juli reif“, erklärt der Landwirt.


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