Sicherheit im Straßenverkehr Aktion gegen tödliche Gefahr Sekundenschlaf

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Sekundenschlaf nicht zulassen: Einer Autofahrerin wird das „Erste-Hilfe-Set gegen Müdigkeit am Steuer“ überreicht. Foto: Reiner HaaseSekundenschlaf nicht zulassen: Einer Autofahrerin wird das „Erste-Hilfe-Set gegen Müdigkeit am Steuer“ überreicht. Foto: Reiner Haase

Wildeshausen. Der Sekundenschlaf ist eine tödliche Gefahr. Zur Vorbeugung hat der Deutsche Verkehrssicherheitsrat ein Team auf die Rastanlage Wildeshausen-Süd geschickt.

„Drei Sekunden lang eingenickt, das bedeutet bei Tempo 100 mehr als 80 Meter Blindflug.“ Das hat am Freitag eine Gruppe von sieben jungen Frauen erklärt, die auf der Rastanlage Wildeshausen-Süd an der Autobahn 1 einen Informationsstand für die Aktion „Vorsicht Sekundenschlaf“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrats aufgebaut und vor allem Kraftfahrer direkt angesprochen hat. „Wir weisen darauf hin, dass ein kurzer Schlaf, etwas Bewegung und frische Luft guttun“, hieß es. Aus den anfangs prall gefüllten Taschen des Teams wurden den Fahrern außerdem Erste-Hilfe-Sets gegen Müdigkeit am Steuer überreicht.

Autofahrer überschätzen sich

Laut einer Umfrage des Verkehrssicherheitsrates ist jeder vierte Autofahrer schon einmal am Steuer eingenickt. Das kann tödlich enden. Dennoch unterschätzen viele diese Gefahr. Fast jeder zweite Autofahrer glaubt, dass er aufkommende Müdigkeit durch Fahrerfahrung ausgleichen kann. Nur wenig kleiner ist der Anteil der Autofahrer, die überzeugt sind, den Zeitpunkt des Einschlafens sicher vorhersehen zu können. 17 Prozent fahren weiter, obwohl sie Ermüdung spüren.

Kurzes Nickerchen hilft

Hier knüpft die vom Bund, den Unfallkassen und Berufsgenossenschaften unterstützte Aktion des Verkehrssicherheitsrats an. „Wir sprechen alle Fahrer an, vor allem aber die Lastwagenfahrer. Sie stehen besonders unter dem Druck, zu lange am Steuer zu bleiben“, erklärt die Teamleiterin. Und sie erläutert den Inhalt des Erste-Hilfe-Sets. Darin steckt ein Faltblatt mit Informationen zum Sekundenschlaf und Möglichkeiten, ihm zu begegnen. Dazu gehört ein kurzes Nickerchen im Auto, deshalb steckt im Set eine Schlafbrille. Auf der Rückseite einer Parkscheibe werden einfache Bewegungsübungen beschrieben, die Körper und Geist wieder auf Touren bringen: Dehnübungen, Steps am Bordstein, Strecken und Kniebeugen im Wechsel.

Verpuffende Wachmacher

Das Faltblatt im Set zeigt auch „Wachmacher-Mythen“ auf: sich kneifen, Fenster öffnen, Kaugummi kauen, laute Musik hören und Kaffee oder Energydrinks trinken. „Diese Tricks wirken nur allzu kurze Zeit“, weiß die Teamleiterin.

Aktionstag auch an A 7 und A 9

Die Aktion „Vorsicht Sekundenschlaf“ gibt es seit 2016 fortlaufend, zurzeit vor allem in Norddeutschland. Am Freitag sind auch auf den Rastplätzen Osterfeld-West an der Autobahn 9 in Sachsen-Anhalt und Göttingen-Ost an der Autobahn 7 in Südniedersachsen Teams aktiv gewesen.


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