Firmen haben volle Auftragsbücher Es brummt im Maschinenbau in Ganderkesee und umzu

Es geht immer weiter aufwärts: Auch beim Bagger-Hersteller Atlas GmbH in Ganderkesee sorgt die anhaltend gute Konjunktur im Maschinenbau für Zufriedenheit. Foto: Atlas GmbHEs geht immer weiter aufwärts: Auch beim Bagger-Hersteller Atlas GmbH in Ganderkesee sorgt die anhaltend gute Konjunktur im Maschinenbau für Zufriedenheit. Foto: Atlas GmbH

Ganderkesee/Landkreis Oldenburg. Die Maschinenbaufirmen in der Region profitieren von einer anhaltenden Hochkonjunktur, die Auftragsbücher sind voll. Die Lieferanten der Firmen stoßen teilweise an Kapazitätsgrenzen.

Es brummt im Maschinenbau: Örtliche Unternehmen dieser Branche freuen sich über volle Auftragsbücher. „Wir haben sehr viel zu tun und machen Überstunden“, sagt etwa Helma Hartgen, Mitgründerin und Geschäftsführerin der Hartgen GmbH Maschinen- und Mühlenbau aus Kirchkimmen.

Auch bei den hiesigen „Platzhirschen“ im Maschinenbau-Sektor herrscht Zufriedenheit über die ungetrübte konjunkturelle Entwicklung. Klaus Brunkhorst von Radlader-Hersteller Atlas Weyhausen in Wildeshausen spricht von einem „derzeit sehr erfreulichen“ Geschäftsjahr 2017. Brunkhorst: „Unser Auftragsbestand ist sehr gut und unsere Händler sind mit dem Geschäft mehr als zufrieden.“

Lieferzeiten verlängern sich

Nicht anders die Einschätzung beim Namensvetter aus Ganderkesee, der auf Kräne und Bagger spezialisierten Atlas GmbH. Deren Geschäftsführer Brahim Stitou macht die ausgezeichnete Auftragslage an zwei nicht alltäglichen Umständen deutlich: Kunden müssen sich auf verlängerte Lieferzeiten einstellen, und die Atlas-Werke in Ganderkesee, Delmenhorst und Vechta arbeiten in den Sommermonaten durch. Auf ihren Urlaub müssen die Beschäftigten dabei nicht verzichten, stellt Stitou klar: „Wir bekommen Mitarbeiter über Leiharbeitsfirmen und Ferienjobs, um die Produktion während der Urlaubsphase weiterlaufen lassen zu können.“

Produktionsspitzen mit Leiharbeitern abgefedert

Die längeren Lieferzeiten seien „leider ein negativer Effekt“ der Hochkonjunktur, so der Atlas-Chef. Die Lieferanten des Unternehmens stießen an ihre Kapazitätsgrenzen. Eine Erfahrung, die auch Helma Hartgen derzeit macht: „Bei unseren Lieferanten gibt es erheblich längere Lieferzeiten.“ Auch in ihrem Betrieb werden zurzeit Leiharbeiter eingesetzt, um Produktionsspitzen abzufedern. Das sei nichts Außergewöhnliches: „Dafür gibt es dieses Instrument. Wir arbeiten mit zwei Leiharbeitsfirmen zusammen und bekommen immer dieselben Personen. Die müssen dann nicht eingearbeitet werden.“

Kräftige Investitionen dank Wachstum

Auch die Palfinger Tail Lifts GmbH in Hoykenkamp profitiert derzeit von der anhaltenden Hochkonjunktur im Maschinenbausektor. Geschäftsführer Gunnar Edler macht das an der Umsatzentwicklung fest, die bereits von 2015 auf 2016 einen Sprung von 18 Prozent gemacht habe, für dieses Jahr werde noch einmal eine Steigerung von zwei Prozent erwartet. Edler: „Uns geht es gut. Das bedeutet, dass wir kräftig investieren.“ 2,5 Millionen Euro werden laut dem Geschäftsführer für neue Fertigungsmaschinen und Verbesserungen in der Infrastruktur in die Hand genommen. Dank erzielter Effizienzsteigerungen werde zusätzliches Personal nicht benötigt, und in der Sommerpause werde man den derzeitigen Drei-Schicht-Betrieb auf zwei Schichten herunterfahren.

Fachkräftemangel bei den Großen kein Thema

Sowohl bei dem Produzenten von Hubladebühnen als auch bei der Atlas GmbH besteht derzeit keine Sorge um qualifizierten Nachwuchs, ist der Fachkräftemangel kein Thema. „Wir haben da keine Schwierigkeiten. Was wir herstellen, ist Männerspielzeug“, sagt Brahim Stitou. Das Unternehmen hat den Personalbestand aufgestockt, vor allem weitere gute Konstrukteure werden noch gesucht.

Bei Palfinger wird laut Gunnar Edler auch selbst ausgebildet, um neue Fachkräfte zu gewinnen. Attraktiv für gute Bewerber sei dabei vor allem, dass die Arbeitsabläufe in dem Werk sehr flexibel und abwechslungsreich seien.

Mit Ausbildung eigene Fachkräfte heranbilden

Etwas schwerer als die großen Namen der Branche tut sich da ein kleineres mittelständisches Unternehmen wie die Hartgen GmbH. „Bei uns ist der Fachkräftemangel ein Thema“, sagt Helma Hartgen. Auch dieser Betrieb setzt auf den eigenen Nachwuchs: Ein technischer Produktionsdesigner und drei Auszubildende in der Fertigung erlernen ihren Beruf zurzeit bei dem Kirchkimmer Unternehmen.


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