Bitte (nicht) lächeln Gibt es ein Fotoverbot in den Freibädern in Ganderkesee und umzu?

Von Kristina Müller

Schnappschüsse sind kein Problem: Im Ganderkeseer Freibad gibt es kein Fotografierverbot. Fotomontage: Gemeinde Ganderkesee/Hauke GruhnSchnappschüsse sind kein Problem: Im Ganderkeseer Freibad gibt es kein Fotografierverbot. Fotomontage: Gemeinde Ganderkesee/Hauke Gruhn

Ganderkesee/Landkreis Oldenburg. Schnappschüsse im Freibad? Die Bäder in Ganderkesee und umzu sind da geteilter Meinung.

Die Sonne lacht und die Menschen in den Freibädern gleich mit. Schnell wird da das Handy gezückt und ein Foto für das gute alte Fotoalbum gemacht – oder eben mittlerweile auch für die sozialen Netzwerke wie Facebook und Instagram. Meist landen dabei ungewollt auch Fremde auf den Bildern.

Um dem entgegenzuwirken, greifen viele Bäder zu einem Fotografierverbot. „Selbstverständlich darf niemand gegen seinen Willen fotografiert werden“, betont Hauke Gruhn, Pressesprecher der Gemeinde Ganderkesee. Ein generelles Fotografierverbot gebe es im örtlichen Freibad jedoch nicht, denn Beschwerden seien sehr selten. „Es hat niemand etwas dagegen, wenn jemand sein eigenes Kind fotografiert, wie es das erste Mal von der Rutsche rutscht, solange kein anderes Kind darauf ist.“ Untersagt sei das Knipsen dagegen im Saunabereich.

„Mal ein Auge zudrücken“

Ganz anders handhabt es das Freibad in Hatten. Dort herrscht ein generelles Fotoverbot am Beckenrand. „Wenn wir das doch sehen, dann fordern wir diejenigen auf, das Foto zu löschen“, erklärt Lucas Pupkes, Rettungsschwimmer und Aufsicht im Freibad.

Neben Handys werden im Rosenfreibad Harpstedt auch wasserdichte Kameras und ähnliche Geräte nicht gern gesehen. „Wenn Leute mit dem Handy Kinder fotografieren, dann greifen wir ein“, so Schwimmmeister Uwe Lampe, „da wird zu viel Schindluder mit getrieben.“ Wenn dort Familien sind, die einmal ein Foto machen wollen, dann drückt der Schwimmmeister auch mal ein Auge zu, wie er erklärt. „Oder wir machen das Foto selbst, damit alle mit drauf sind. So nett sind wir“, sagt er und lacht.

Hinweisschilder

Im Naturbad Hude ist es Betriebsleiter Ralf Carstens wichtig, dass „nur die eigenen Personen fotografiert werden dürfen“. Dass keine Bilder von Fremden gemacht werden, darauf weist auch ein Schild im Eingangsbereich hin. „Wenn wir das sehen, dann gehen wir auf die Leute zu und sagen, dass die darauf achten sollen. Bisher gab es aber keine Probleme“, berichtet Carstens.

Die Gefahr, dass auch andere Personen außer den eigenen Kindern auf den privaten Fotos auftauchen, ist Marcel Buller, Betriebsleiter des Krandelbades in Wildeshausen, zu groß: „Auch wenn nur Familien fotografieren, kann es immer sein, dass Dritte auf dem Foto mit drauf sind.“ Deshalb hat er sich für ein grundsätzliches Fotografierverbot entschieden und weist darauf explizit mit Schildern hin. „Sollten dennoch Fotos gemacht werden, lassen wir sie uns gegebenenfalls zeigen. Bei wiederholtem Ermahnen gibt es sogar einen Platzverweis“, erklärt er.

Zu diesem Mittel würde auch die Delmenhorster Grafttherme greifen, wenn das dort herrschende Fotografierverbot nicht eingehalten wird. Einzige Ausnahme: Bei Kindergeburtstagen. „Nach Rücksprache mit unseren Mitarbeitern darf die Geburtstagsgruppe fotografiert werden“, sagt Britta Fengler, Sprecherin der Stadtwerkegruppe Delmenhorst, die die örtliche Grafttherme betreibt. Bezüglich des Verbotes gebe es dort allerdings wenig Probleme.


0 Kommentare