Einsparungen in Landeskirche Pfarrstelle in Stenum steht auf der Kippe

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Sparzwang in der oldenburgischen Landeskirche: In Ganderkesee könnte künftig eine Pfarrstelle wegfallen. Archivfoto: Dirk HammSparzwang in der oldenburgischen Landeskirche: In Ganderkesee könnte künftig eine Pfarrstelle wegfallen. Archivfoto: Dirk Hamm

Ganderkesee. Die Oldenburgische Landeskirche muss den Gürtel um einige Löcher enger schnallen. Für die Kirchengemeinde Ganderkesee könnte das möglicherweise den Wegfall einer ihrer fünf Pfarrstellen bedeuten.

Das befürchten jedenfalls die Gemeindemitglieder im Pfarrbezirk Stenum, wenn am 31. Mai 2018 ihr Pfarrer, Eckhard Dreyer, in den Ruhestand verabschiedet wird. Ob diese Stelle wieder besetzt wird oder wegfällt, vermochte die für die Personalplanung zuständige Oberkirchenrätin Annette-Christine Lenk am Montagabend auf Einladung den Mitgliedern des Gemeindekirchenrats nicht zu sagen.

Kirchensteuereinnahmen sind stabil

„Ich will Ihnen aber keine Angst machen“, sagte Lenk und versicherte, sich für den Erhalt möglichst vieler der infrage stehenden Stellen einzusetzen.

Zwei Tage nach Ende der Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg berichtete die Oberkirchenrätin über die Sparzwänge, denen die Landeskirche ausgesetzt ist. Grund dafür seien weniger die Kirchenaustritte, die zuletzt abgeebbt seien. Auch sind die Kirchensteuereinnahmen laut Lenk angesichts der guten Konjunktur stabil.

Steigende Kosten für die Altersversorgung

Große Probleme bereite hingegen der prognostizierte dramatische Anstieg der Beträge, die bei anhaltender Niedrigzinspolitik für die Altersversorgung der Pfarrer zurückgelegt werden müssen. Die Synode hatte am Samstag angesichts des bis 2030 drohenden Haushaltsdefizits von 130 Millionen Euro beschlossen, alle Arbeitsfelder der Landeskirche auf den Prüfstand zu stellen.

Lenk malte in Stenum zwei Kürzungsszenarien aus. Demnach können bei einer Streichung von einem Fünftel der derzeit 250 Pfarrstellen alle fünf in Ganderkesee erhalten bleiben. Bei einer noch deutlich einschneidenderen Stellenkürzung hingegen werde es keine Ausschreibung für die Neubesetzung in Stenum geben.

Auch Neubaupläne in Stenum betroffen

Von dieser Grundsatzentscheidung sind auch die Neubaupläne der Kirchengemeinde in Stenum betroffen. Denn der Gemeindekirchenrat hat nach der Absichtserklärung vom April jetzt beschlossen, das Grundstück an der Lindenstraße mit dem nicht mehr benötigten Pfarrhaus zu verkaufen und den Erlös komplett für den Bau eines Pfarrhauses neben dem Timotheus-Haus am Trendelbuscher Weg zu verwenden.

„Wenn wir die Pfarrstelle besetzen dürfen, werden wir das Pfarrhaus bauen“, sagte die Vorsitzende des Gemeindekirchenrats, Susanne Bruns, auf Nachfrage. Zugleich ließ sie offen, ob im umgekehrten Fall nicht gebaut wird.


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