Kostenexplosion – Baufirmen zu teuer Ganderkeseer Marktplatz wird vorerst nicht umgebaut

Vermoostes Pflaster, verbogene Fahrradständer: Der Marktplatz verfällt weiter. Die Umgestaltung verzögert sich.  Foto: Thorsten KonkelVermoostes Pflaster, verbogene Fahrradständer: Der Marktplatz verfällt weiter. Die Umgestaltung verzögert sich. Foto: Thorsten Konkel

Ganderkesee. Herber Rückschlag für die Ortskerngestaltung in Ganderkesee. Der in die Jahre gekommene Marktplatz wird vorerst nun doch nicht umgestaltet.

Der Baubeginn für den Umbau des Ganderkeseer Marktplatzes ist plötzlich in weite Ferne gerückt. Über „unerwartete Hindernisse bei der Vergabe der Bauarbeiten“ hat die Verwaltung am Donnerstag informiert. Noch Ende Mai hatte Fachbereichsleiter Peter Meyer den sicheren Baubeginn auf Anfang Juli terminiert. Der Verwaltungsausschuss war bereits am Vorabend über eine drohende Kostenexplosion im Ortskern benachrichtigt worden.

Baufirmen fordern zu viel Geld

Zwar hatten, so Gemeindesprecher Hauke Gruhn, insgesamt zwölf Baufirmen die Ausschreibungsunterlagen angefordert – ein Angebot abgegeben haben aber nur vier. Zwei dieser vier Angebote mussten aus formalen Gründen vom Vergabeverfahren ausgeschlossen werden. Die verbliebenen zwei Angebote seien so teuer gewesen, dass die Gemeinde in der vergangenen Woche die Reißleine gezogen hat.

Ausschreibung aufgehoben

Die gesamte Ausschreibung wurde aufgehoben. Dabei hatte die Verwaltung, wie berichtet, schon mit einer deutlichen Kostensteigerung gerechnet. Das veranschlagte Budget von 400.000 Euro sollte demnach bereits um einkalkulierte 100.000 bis 150.000 Euro überschritten werden. Auch dieser Puffer reichte offenbar nicht aus.

Gemeinde: „bedauerliche Entwicklung“

„Das ist eine bedauerliche Entwicklung, aber wir nehmen sofort einen zweiten Anlauf und schreiben die Arbeiten erneut aus. Dabei hoffen wir, annehmbare Angebote zu erhalten um letztlich eine wirtschaftlich vertretbare Vergabeentscheidung treffen zu können“, so Fachbereichsleiter Peter Meyer.

Fertigstellung jetzt 2018

Am Ziel, noch in diesem Jahr mit den Arbeiten zu beginnen, hält die Verwaltung weiter fest. „Die Umgestaltung kommt, aber sie kommt etwas später“, beteuerte Gemeindesprecher Hauke Gruhn. Absehbar sei jedoch, dass der umgestaltete Platz erst 2018 eingeweiht werden kann. Die für den Umbau bereits zugesagten Fördermittel des Landes Niedersachsen in Höhe von rund 375.000 Euro werden laut Gruhn auch noch im kommenden Jahr zur Verfügung stehen.

Kaufleute in Sorge

Für Ganderkesees Kaufleute kommt die Absage zur Unzeit. Am Donnerstagabend wollte die Verwaltung im Wirtschaftsausschuss ihre aus der Stärken-Schwächen-Analyse zum Einzelhandelsgutachten gezogenen Konsequenzen erläutern – allen voran die Umgestaltung des Marktplatzes und seiner Umgebung. Jetzt befürchten Ganderkesees Kaufleute, dass anstelle der großen Lösung kostenbedingt bloß eine abgespeckte kosmetische Korrektur an „Ganderkesees guter Stube“ erfolgt.

Ganter-Markt fürchtet um Qualität

Ganter-Markt-Chef Timo Vetter: „Die Qualität darf darunter nicht leiden“. Gemeindesprecher Gruhn zerstreute diese Ängste: „Alle politischen Beschlüsse zum Markt werden umgesetzt“. Gleichwohl werde man die Posten überprüfen und auf die Materialkosten achten. Seitens der Kaufleute mahnte Vetter noch einmal den möglichst raschen Baustart an. „Wichtig ist es auch, dass der Marktplatz vorrangig Parkmöglichkeiten erhält“, betonte er.


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