FDP fragt bei der Behörde nach Auswirkungen von Naturschutz auf das Stenumer Holz

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Wie das Naturschutzgebiet aufgeteilt ist und was die Folgen sind erklärt Georg Schinnerer (rechts) den FDP-Mitgliedern. Foto: Kristina MüllerWie das Naturschutzgebiet aufgeteilt ist und was die Folgen sind erklärt Georg Schinnerer (rechts) den FDP-Mitgliedern. Foto: Kristina Müller

Stenum. Das Stenumer Holz wird bis Ende 2018 zum Naturschutzgebiet. Über die Folgen haben sich Mitglieder der FDP-Fraktion nun vor Ort informiert.

Welche Auswirkungen – und vor allem Einschränkungen – hat die Ausweisung des Stenumer Holzes als Naturschutzgebiet? Diese Frage konnte Georg Schinnerer von der Naturschutzbehörde den Mitgliedern der FDP-Kreistagsfraktion und der FDP-Gemeinderatsfraktion bei einem Besuch des Waldes beantworten.

Im Landkreis Oldenburg gibt es zwölf Gebiete, die nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie für das Schutzgebietssystem „Natura 2000“ ausgewählt wurden, wie Schinnerer erklärt. An Waldgebieten sind das neben dem Stenumer Holz der Hasbruch, Stühe, Döhler Wehe und das Bassumer Friedeholz.

Bis Ende 2018 sichern

Schon 1995 sei das Stenumer Holz als naturschutzwürdiger Wald ausgewiesen worden. Da dem bisher jedoch nicht nachgegangen wurde, stünde die Naturschutzbehörde nun unter dem Druck der Bundesregierung, alle Gebiete bis Ende 2018 zu sichern.

Allerdings gebe es dort keine Privatflächen und auch nur einen Gemeindeweg, sodass die Behörde sich mit der Landesforst abstimmen müsse. Die genaue Verordnung werde noch diskutiert und ausgearbeitet, so Schinnerer. „Es ist alles verboten, was nicht erlaubt ist“, fasst Schinnerer die Regelungen zusammen. Demnach seien auch Freistellungen möglich.

„Bestandsschutz möglich?“

Verboten sei unter anderem das Freilaufenlassen von Hunden. Allerdings würde sich dadurch keine Verschärfung ergeben, da das bisher bereits so geregelt war. Auch Pilze sammeln und Lagerfeuer zünden dürfen Waldbesucher nicht mehr.

Spaziergänger sollen nur noch auf ausgewiesenen Wegen laufen, ebenso wie Reiter nicht außerhalb der ausgewiesenen Reitwege. Zudem seien „bauliche Anlagen aller Art“ nicht zulässig, so Schinnerer weiter. Für Hans-Jürgen Hespe ergibt sich da die Frage: „Wäre ein Bestandsschutz möglich? Denn wir haben hier 22 Bänke, Schilder für den Waldlehrpfad und die Mitternachtsbrücke.“ „Das müsse noch abgestimmt werden“, betont Schinnerer. Auch das „Ausbringen von gebietsfremden, invasiven Arten“, sprich Gartenabfälle, sei nicht erlaubt. Das werde sicher ein großes Problem darstellen, sind sich viele der FDP-Mitglieder einig.

Gute Nachricht für Waldklassenzimmer

Dagegen sei das Bewirtschaften in Abhängigkeit der Vorgaben erlaubt – und sogar notwendig, wie Schinnerer erklärt. „Die Buche wächst sehr schnell über die Eiche. Die Eichenlebensräume können nur erhalten bleiben, wenn man sie bewirtschaftet.“ Aber auch das werde genauer geregelt.

Für den Waldkindergarten und das Waldklassenzimmer hat Schinnerer eine gute Nachricht: Ebenso wie wissenschaftliche Forschung und Lehre von Uni-Interessenten zähle auch das Waldklassenzimmer zum Bereich Bildung und werde somit per Einzelfallzustimmung erlaubt.


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