Fall vor Gericht Streit auf Erdbeerfeld in Ganderkesee eskaliert

Symbolfoto: David Ebener/dpaSymbolfoto: David Ebener/dpa

Ganderkesee/Delmenhorst. Tatort Erdbeerfeld: Eine Auseinandersetzung um ein paar Erdbeeren in Ganderkesee hat das Schöffengericht des Amtsgerichts Delmenhorst beschäftigt.

Den beiden angeklagten Bremern, 1965 und 1971 geboren, drohte sogar eine Verurteilung wegen schwerem Raub – und damit eine jahrelange Gefängnisstrafe.

Verstoß gegen das Waffengesetz

Konkret klagte die Staatsanwaltschaft wegen versuchter Körperverletzung, zweifachem Verstoß gegen das Waffengesetz und versuchtem Diebstahl geringwertiger Sachen an.

Was war passiert? Auf dem Erdbeerfeld an der Adelheider Straße in Ganderkesee fragten laut Gerichtssprecher Thomas Pünjer im Mai 2015 die Angeklagten die dort beschäftigten Pflücker, ob sie sich auch ein paar Beeren pflücken könnten.

Unerlaubt Erdbeeren gepflückt

Die aber verwiesen an den Verkaufsstand. Die Männer pflückten dennoch, so die Anklage. Und natürlich reagierten die Mitarbeiter. Der Wortwechsel war heftig, es wurde gedroht, geschimpft, beleidigt – und geschlagen: Die Faust des Jüngeren verfehlte nur knapp das Gesicht des Vorarbeiters.

Butterflymesser und Pistole gezogen

Als mehr Mitarbeiter zusammenliefen, zogen sich die beiden Männer zum Auto zurück. Und dort hatte der Jüngere ein verbotenes Faltmesser, ein Butterflymesser, in der Hand, der Ältere den täuschend echten Nachbau einer Pistole, eine „Anscheinswaffe“.

Täter flüchten

Weil die Übermacht der Pflücker zu groß war, flüchteten die Angeklagten. Nach der Verhandlung mit einer ganzen Reihe Zeugen blieb von den Vorwürfen nur wenig übrig. Der Ältere wurde lediglich wegen des Besitzes der Anscheinswaffe zu 500 Euro Ordnungsstrafe verurteilt.

Dass der Jüngere ein Butterflymesser gehabt haben sollte, konnte nicht erwiesen werden. Auch der Diebstahl wurde fallengelassen. So blieb nur die versuchte Körperverletzung.

Auch Fahren ohne Fahrerlaubnis

Zusammen mit einem anderen Urteil gegen ihn wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis verurteilte ihn das Schöffengericht unter Richter Holger Jurisch zu sechs Monaten Gefängnis ohne Bewährung – auch eine Folge seines langen Vorstrafenregisters.

Langes Vorstrafenregister

Zurzeit befindet sich der Mann noch im Maßregelvollzug wegen einer Suchtproblematik.


0 Kommentare