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380-kV-Leitung ab Ganderkesee Oldenburger Kreislandvolk beharrt auf Pachtzahlungen

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Das Ringen der Landwirte um regelmäßige Entschädigungszahlungen durch den Netzbetreiber Tennet für die Stromdurchleitung mit der 380 kV-Höchstspannungsleitung über ihre Flächen dauert an. Hier der Blick auf den Startpunkt, das Umspannwerk in Ganderkesee. Foto: Thorsten KonkelDas Ringen der Landwirte um regelmäßige Entschädigungszahlungen durch den Netzbetreiber Tennet für die Stromdurchleitung mit der 380 kV-Höchstspannungsleitung über ihre Flächen dauert an. Hier der Blick auf den Startpunkt, das Umspannwerk in Ganderkesee. Foto: Thorsten Konkel

Landkreis Oldenburg. Auch rund sechs Wochen nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig zur Rechtmäßigkeit des Planfeststellungsbeschlusses für die Höchstspannungsleitung von Ganderkesee nach St. Hülfe dauert das Ringen der Landwirte um regelmäßige Entschädigungszahlungen durch den Netzbetreiber Tennet für die Stromdurchleitung über ihre Flächen an.

„Das Verfahren ist weiterhin offen, es sind schwierige Gespräche“, beschrieb Kreislandvolk-Geschäftsführer Bernhard Wolff am Mittwoch den aktuellen Sachstand. Stein des Anstoßes bleibt die Höhe und die Art der Vergütung, die vom Bauherrn Tennet zu zahlen ist. Das hatte Wochen zuvor noch anders ausgesehen, als sich die Agrar-Lobby zufrieden zeigte über den entsprechenden Druck auf die Regulierungsbehörde Bundesnetzagentur.

Baugrunduntersuchungen laufen

Unterdessen hat Tennet wie angekündigt mit den Baugrunduntersuchungen begonnen. Ziel ist ein zeitnaher Baubeginn. Laut Tennet-Sprecher Mathias Fischer soll der erste Mast zum Jahresende stehen. Wo, hänge von den Untersuchungsergebnissen ab. „Gegen die Untersuchungen wehren wir uns nicht“, betonte Wolff. Das bedeute aber nicht, dass die untersuchten Flächen vom Netzbetreiber auch ohne Weiteres beansprucht werden könnten, machte er deutlich.

Landwirte wollen sich nicht abspeisen lassen

Die Landwirte stemmen sich vehement dagegen, für die Durchleitung des Stroms, der mit der Leitung transportiert werden soll, nur mit einer einmaligen Entschädigungszahlung abgespeist zu werden. „Es handelt sich hier um Anlagen, die auf unserem Land für 40 bis 80 Jahre geplant werden“, erläutert Wolff die gravierende Bedeutung des Eingriffs ins Eigentum durch Masten und Erdkabelschächte aus Sicht des Landvolks. Zudem handele es sich bei den Flächen nicht bloß um Äcker, sondern zum Teil auch um private Grundstücke. So in der Nutzung beschränkt, fordert das Kreislandvolk regelmäßige Pachtzahlungen. Dieses Beharren sei auch mit den ebenfalls betroffenen Bauernverbänden Mittelweser und Diepholz abgestimmt. Für den Kreislandvolk-Geschäftsführer Wolff liegt der Ball nun im Feld von Tennet: „Tennet könnte den überschießenden Anteil der Vergütung ja aus der eigenen Kasse zahlen“, schlug er vor.

Tennet warnt vor ausufernden Kosten für Verbraucher

„Wir müssen aber auch den Verbraucher schützen“, gibt Mathias Fischer zu bedenken. Die Kosten könnten nicht beliebig auf Stromkunden abgewälzt werden.

Fischer würde es begrüßen, wenn der Gesetzgeber einheitliche Regelungen für die Entschädigungszahlungen schaffen würde, diese gibt es bislang nicht. Was die Einmalzahlungen betrifft, so betont der Pressesprecher, wäre sein Unternehmen durchaus bereit, angemessen zu zahlen.

Ziel: Dialog statt Dissens Lex Hartman, Mitglied der Tennet-Geschäftsführung, hatte bereits unmittelbar nach dem Leipziger Richterspruch angekündigt, auf Dialog zu setzen. „Wir bleiben bei unserem bestehenden Angebot, mit allen Landeigentümern zu einvernehmlichen Lösungen zu kommen“, hatte er schriftlich erklärt.

Für Bernhard Wolff ist klar: „Jeder betroffene Grundstückseigentümer muss mit Tennet Verträge abschließen“. Das werde nicht ohne entsprechende Gegenleistung geschehen.


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