Helikoptereinsatz bei Turmrückbau Fernsehturm in Steinkimmen um 40 Meter gestutzt

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Der Rückbau hat begonnen: Der Fernsehturm in Steinkimmen ist um 40 Meter gekürzt worden. Foto: Thomas DeekenDer Rückbau hat begonnen: Der Fernsehturm in Steinkimmen ist um 40 Meter gekürzt worden. Foto: Thomas Deeken

Steinkimmen. In Steinkimmen hat der Rückbau des 61 Jahre alten NDR-Fernsehturms begonnen. Mithilfe eines Helikopters sind am Dienstag fünf Turmelemente und die Antenne abgetragen worden. Die Senderfunktion hat inzwischen ein anderer Turm in unmittelbarer Nähe übernommen.

Die Spitze ist ab: Jetzt ist der Fernsehturm Steinkimmen, bis Dienstagvormittag noch 305 Meter in die Höhe ragend und Ende der 50er Jahre höchstes Bauwerk in Deutschland, nur noch 265 Meter hoch. Es geht aber noch tiefer: Im Juni soll der Rückbau des NDR-Sendeturms, in dessen unmittelbarer Nähe der neue Mast entstanden ist, bis auf eine Höhe von sechs Metern fortgesetzt werden. „Einige Meter samt Eingang zum Aufstieg auf die Turmspitze bleiben auf Wunsch des Ortsvereins Steinkimmen zur Erinnerung stehen“, informierte Martin Bertke, Leiter der Sendergruppe Niedersachsen.

Knapp 40-minütige Aktion

Nicht einmal 40 Minuten hatte die Aktion am Vormittag gedauert. Bei optimalen Wetterbedingungen holte Hubschrauberpilot Florian Kirschbaum aus dem schleswig-holsteinischen Sommerland mit seinem Helikopter insgesamt sechs Teile mit einem Gewicht von jeweils 500 Kilo bis eine Tonne von der Turmspitze auf den Boden. Zuvor hatten Mitarbeiter des für den Abbau zuständigen Turmbau-Unternehmens aus Berlin die Rückbauarbeiten derart gut vorbereitet, dass Richtmeister Sven Victor von einer gelungenen Aktion sprach: „Es ist wunderbar gelaufen“, so der Chef der Berliner Firma, der weltweit unterwegs ist, wenn es darum geht, Türme auf und abzubauen. Sein Kommentar zu Steinkimmen: „Es ist immer eine besondere Herausforderung, in einer Höhe von über 300 Metern zu arbeiten.“

Sechs Einzelteile abgebaut

Vier Männer hatten am Dienstag in der Turmspitze gearbeitet, die letzten der jeweils 36 Schrauben gelöst, die die Einzelteile zusammenhielten, und dann Antenne sowie fünf Turmelemente an den Helikopter gehängt. Der flog jedes einzelne Stück auf eine freie Fläche auf dem Gelände des Fernsehturms. Diese Elemente werden jetzt entsorgt. Parallel dazu geht im Juni der Rückbau des alten Turmes mittels eines Kranes weiter, bis im August nur noch ein Stummel zu sehen sein wird.

Ein Hubschrauber hob die Teile von oben von dem Turm. Foto: Thomas Deeken

Neuer Mast aus Gitterkonstruktion

Der neue NDR-Sendeturm besteht im Gegensatz zum alten Mast aus einer transparenten Gitterkonstruktion. Außerdem gibt es nach Angaben von Klaus Schneider, Technischer Leiter des Senderverbandes Steinkimmen/Aurich, keinen Aufzug mehr. Schließlich sei der Wartungsaufwand künftig weitaus niedriger. Der Mast ist 285 Meter hoch und aufgrund veränderter Statikanforderungen errichtet worden. Das Bauwerk, nach NDR-Angaben 5,6 Millionen Euro teuer, soll gegen extreme Wetterbedingungen wie Stürme wesentlich besser als der alte Turm gewappnet sein.

Wahrzeichen verschwindet Stück für Stück

Gesendet wurde noch bis zum 4. Mai, 4 Uhr. „Danach sind alle UKW-Programme abgeschaltet worden“, informiert Schneider. Die Umschaltung auf den neuen Sendemast habe gut geklappt. Nach dem Sendeschluss verschwindet in den nächsten Monaten Stück für Stück ein mehr als sechs Jahrzehnte altes und weithin sichtbares Wahrzeichen der Gemeinde Ganderkesee.

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