Schützenswertes Biotop Baugebiet „Am Holz“ in Elmeloh vorerst auf Eis gelegt

Ein mögliches Baugebiet an der Elmeloher Straße/Ecke Am Holz in Elmeloh ist erst einmal auf Eis gelegt. Kartendaten: 2017 GeoBasis-DE/BKG, 2009 Google/Grafik: Johannes GiewaldEin mögliches Baugebiet an der Elmeloher Straße/Ecke Am Holz in Elmeloh ist erst einmal auf Eis gelegt. Kartendaten: 2017 GeoBasis-DE/BKG, 2009 Google/Grafik: Johannes Giewald

Elmeloh. Elmeloh soll weiterhin moderat wachsen. Aber die seit Jahren diskutierte Möglichkeit, an der Elmeloher Straße/Ecke Am Holz ein Baugebiet entstehen zu lassen, ist jetzt erst einmal auf Eis gelegt worden. Der Grund: Dort gibt es ein schützenswertes Biotop. Jetzt soll die Verwaltung Alternativen suchen.

Die Ganderkeseer Verwaltung soll weitere Flächen für eine moderate Wohnbauentwicklung in Elmeloh suchen. Das haben die Mitglieder des Gemeindeentwicklungsausschusses am Donnerstagabend einstimmig beschlossen.

Geschützter Landschaftsbestandteil

Zuvor hatten die Politiker über ein mögliches Baugebiet an der Elmeloher Straße/Ecke Am Holz diskutiert, was SPD-Ratsherr Heinz-Peter Häger schon vor rund sieben Jahren angestoßen hatte und nach wie vor favorisiert. Das Problem: Bei der insgesamt rund 1,7 Hektar großen Fläche handelt es sich um einen gesetzlich geschützten Landschaftsbestandteil. Und sollte der für eine Siedlungsentwicklung benötigt werden, müsste an anderer Stelle in der Gemeinde ein Ersatz geschaffen werden. Ein derartiger Eingriff in den Naturhaushalt wurde von der Mehrheit der Ausschussmitglieder kritisch gesehen. Daraufhin stellte Michael Sorg (Bündnis 90/Die Grünen) den Antrag, nach Alternativen zu suchen.

Abgespeckte Form?

Damit ist das Thema Baugebiet „Am Holz“ allerdings nicht vom Tisch. Vielmehr soll neben der Suche nach weiteren Flächen auch überprüft werden, ob dieser Bereich möglicherweise in abgespeckter Form genutzt werden könnte – und zwar so, dass das Biotop erhalten bleibt und weniger Grundstücke angeboten werden.

Ortsverein soll mit einbezogen werden

Mit diesem Ausschussergebnis war auch Reinhard Siemer, Vorsitzender des Heimat- und Ortsvereins Elmeloh-Almsloh zufrieden. Er hatte zuvor in der Bürgerfragestunde moniert, warum bei derartigen Planungen keine Vertreter der Ortschaften zu Rate gezogen werden. Am Ende der Sitzung versprach Bürgermeisterin Alice Gerken, den Elmeloher Verein mit einzubinden.

Erste Bauanträge für Agnes-Miegel-Straße

In einem anderen Elmeloher Baugebiet an der etwas versteckten Agnes-Miegel-Straße ist seit Juli vergangenen Jahres der Bebauungsplan rechtsverbindlich. Dort sind insgesamt neun Baugrundstücke entstanden, die bereits überwiegend verkauft sind. Erste Bauanträge liegen der Gemeinde inzwischen vor. Siemer weiß aber, dass die Nachfrage nach weiteren Bauflächen in Elmeloh ungebrochen hoch ist – und zwar nicht nur von einheimischen Bürgern, sondern auch von auswärtigen, so der Vereinsvorsitzende.

Baumöglichkeiten an der Kreisstraße

Die Verwaltung weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es entlang der Elmeloher Straße noch rund 30 bislang nicht genutzte Baumöglichkeiten gibt. Das Problem dort: Die Kreisstraße ist stark befahren und die Belastung durch Immissionen relativ hoch. „Dies führt möglicherweise dazu, dass die dort gelegenen Grundstücke für Bauherren nicht attraktiv genug erscheinen“, so die Verwaltung. Im Übrigen sei derzeit auch gar nicht genau bekannt, wie viele Grundstücke tatsächlich zur Verfügung stehen, hieß es im Ausschuss.


Der Bebauungsplanentwurf „Westlich Brüninger Weg“ kann jetzt öffentlich ausgelegt werden. Darauf haben sich die Mitglieder des Gemeindeentwicklungsausschusses am Donnerstagabend mehrheitlich bei zwei Nein-Stimmen geeinigt. Zuvor hatte Matthias Lux, Stadtplaner aus Oldenburg, das geplante Baugebiet, in dem auf einer Fläche von etwa 1,7 Hektar Einfamilien-, Doppel- und Mehrfamilienhäuser entstehen sollen, näher vorgestellt. Außerdem beantwortete er Fragen zu Mischmöglichkeiten der verschiedenen Wohnformen, zu sozialem Wohnungsbau, zu Stellflächen, Regenrückhalten und möglichen Problemen für Müll- und Rettungsfahrzeuge auf der Straße. Unzufrieden war Arnold Hansen, Fraktionschef der Freien Wähler, mit der Mindestgrundstücksgröße von 400 Quadratmetern in einem Teilgebiet des Gebiets. Er scheiterte aber mit seinem Antrag, die Mindestgröße auf 500 Quadratmeter für Einzelhäuser je Baugrundstück festzulegen. Es gab neun Gegenstimmen.

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