„Zwaig“-Besuch in Tischler-Betrieb Großenkneter Firma setzt auf Motivation statt gute Noten

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Firmenchef Dirk Wintermann (rechts) aus Großenkneten informierte Schüler aus Wardenburg und Ahlhorn bei einem „Zwaig“-Betriebsbesuch über den Beruf des Tischlers. Foto: Thomas DeekenFirmenchef Dirk Wintermann (rechts) aus Großenkneten informierte Schüler aus Wardenburg und Ahlhorn bei einem „Zwaig“-Betriebsbesuch über den Beruf des Tischlers. Foto: Thomas Deeken

Grossenkneten. Elf Schüler aus Wardenburg und Ahlhorn haben sich am Dienstag über den Beruf des Tischlers informiert. Die Ausbildungsplatzinitiative „Zwaig“ hatte einen Besuch bei der Firma Wintermann in Großenkneten organisiert. Dessen Geschäftsführer Dirk Wintermann, der inzwischen nur noch sehr wenige Bewerbungen erhält, freute sich über „ernsthafte Interessenten“.

Gute Nachrichten für alle Schüler, die wegen mittelmäßiger Noten Bedenken haben, sich um einen Ausbildungsplatz im Tischler-Handwerk zu bewerben: „Absolute Grundvoraussetzungen sind bei uns Motivation und Wille. Zeugnisse sind uns fast egal “, sagte Dirk Wintermann, Chef des Treppenbauunternehmens Wintermann in Großenkneten, am Dienstag bei einem Betriebsbesuch von Schülern, der von der Ausbildungsplatzinitiative „Zwaig“ organisiert wurde.

Froh über „ernsthafte Interessenten“

Wintermann hatte eigenen Angaben zufolge immer mal wieder ganze Schulklassen durch seine Betriebsräume an der Hauptstraße und der Straße Zum Kuhberg geführt. Die meisten Jugendlichen seien dabei allerdings nicht interessiert gewesen. Diesmal sei es dagegen eine Premiere gewesen, „ernsthafte Interessenten für den Beruf des Tischlers“ zu empfangen.

Stärkere Verzahnung von Schule und Wirtschaft

Elf junge Menschen aus neunten und zehnten Klassen der Integrierten Gesamtschule Am Everkamp in Wardenburg und der Graf-von-Zeppelin-Oberschule in Ahlhorn, darunter ein Mädchen,hatten sich bereits frühzeitig in der Schule gemeldet, um mehr über den Tischler-Beruf erfahren zu können. So kam jetzt der Besuch über den Ganderkeseer Rolf Stiening von „Zwaig“ zustande. Dazu Arne Döpke, Fachbereichsleiter Arbeit/Wirtschaft/Technik in Ahlhorn: „Wir fahren ein neues Konzept und suchen eine stärkere Verzahnung von Schule und heimischer Wirtschaft.“

In diesem Jahr nur vier Bewerbungen

„Wir bilden aus, um unsere Mitarbeiter auch zu behalten“, betonte Wintermann, dessen 35 Kopf starkes Unternehmen nach eigenen Angaben Marktführer im Bereich Treppen ist. Das Problem: Es gebe immer weniger Bewerbungen, „in diesem Jahr bisher nur vier“. Dabei möchte der Firmenchef mindestens einen Auszubildenden pro Jahr, wenn nicht sogar zwei einstellen. Zuvor müssten die Bewerber ein zwei- bis dreiwöchiges Praktikum durchlaufen. Dabei würde er erkennen, ob sie auch Lust zu diesem Beruf haben, so der Geschäftsführer.

Wintermann: Jeder Lehrling hat bisher seine Prüfung bestanden

Die Schüler erhielten weitere Informationen von Tischlermeister Daniel Fürst und dem Auszubildenden Lennart Schlemminger und sahen sich fertige Produkte sowie deren Entstehung am Computer und in der Werkstatt an. Am Ende machte Wintermann den Schülern Mut, sich zu bewerben. Er betonte, dass es bei der einen oder anderen Unsicherheit auch Förderprogramme zur Unterstützung von Auszubildenden gebe. Im Übrigen habe bisher jeder Lehrling die Prüfung bestanden.

Neue und wenig bekannte Berufsbilder

Zwaig organisiert im Jahr zwölf bis 13 Betriebsbesuche für Schüler, erläuterte Stiening. Dabei sollen Berufsbilder vorgestellt werden, die neu oder wenig bekannt sind, verändert wurden oder selten nachgefragt werden.


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