Nur noch Formalitäten zu klären Gemeinde Ganderkesee hält an Baugebiet in Rethorn fest

Hier in Rethorn zwischen Hohenkamp, Falterweg und Birkenweg könnten demnächst rund 20 neue Wohneinheiten entstehen. Kartendaten: 2017 GeoBasis-DE/Bkg, 2009 Google/Grafik: Eyke SwarovskyHier in Rethorn zwischen Hohenkamp, Falterweg und Birkenweg könnten demnächst rund 20 neue Wohneinheiten entstehen. Kartendaten: 2017 GeoBasis-DE/Bkg, 2009 Google/Grafik: Eyke Swarovsky

Rethorn. In Rethorn könnten demnächst bis zu 20 neue Wohneinheiten entstehen. Ein 30 Jahre alter Bebauungsplan ermöglicht das. In dem Ort gehen die Meinungen dazu auseinander.

„Die Erschließungsverträge sind noch nicht ganz abgeschlossen“, sagte Bruno Müller, Fachdienstleiter der Bauleit- und Entwicklungsplanung der Gemeinde Ganderkesee. Über die Details wollte er sich nicht äußern, bevor die Verträge abgeschlossen sind. Er könne sich aber vorstellen, dass auf dem Baugebiet zwischen Birkenweg und Hohenkamp Platz für den Bau von 15 bis 20 Wohneinheiten sei.

Der vorhandene Bebauungsplan ist im Jahr 1982 beschlossen worden. „Der Plan ist seit Jahrzehnten rechtsverbindlich und hat kein begrenztes Gültigkeitsdatum“, sagte Müller, „wenn davon Gebrauch gemacht wird, dann kann da gebaut werden.“

Bebauungsplan ist bestehende Rechtsnorm

Über die Bebauung der Fläche haben sich auch Mitglieder des Ortsvereins Rethorn auf ihrer Jahreshauptversammlung am vergangenen Donnerstag bei ihrem Gast, der Bürgermeisterin Alice Gerken, erkundigt.

Einige Anwohner seien mit der Bebauung auf der grünen Weide vor ihren Häusern nicht einverstanden. Die Bürgermeisterin habe den Mitgliedern jedoch erklärt, dass die Gemeinde keinen Anlass sieht, den Bebauungsplan aufzuheben, sagt Klaus Schütte vom Verein. Überdies müsste die Gemeinde Schadensersatz leisten, wenn ein solcher Bebauungsplan aufgelöst wird.

„Jeder kann auf den Bestand einer Rechtsnorm – und das ist ein Bebauungsplan – vertrauen“, sagte Müller. Wenn dieses gesetzmäßige Vertrauen in die Beschlüsse gebrochen würde, „wären wir als Gemeinde diejenigen, die Entschädigung leisten müssten.“ Auch bei der Gemeinde hätten sich vereinzelnd Menschen gemeldet, die sich gegen die Bebauung des Grundstückes ausgesprochen haben, dies habe jedoch keinen Einfluss auf die Pläne.

Anwohner verärgert

Beim Ortsverein in Rethorn sind die Mitglieder geteilter Meinung zu den Plänen. „Wir sind zwiegespalten“, sagt Klaus Schütte, „wir haben einige Mitglieder, die Anwohner sind. Wir haben in Rethorn aber auch junge Leute, die einen Bauplatz suchen.“ Schütte könne den Unmut über das Baugebiet auf dem Naturstück vor der Haustür nachvollziehen, in Rethorn gebe es aber keine anderen Baugrundstücke für Leute, die in dem Ort bauen möchten.


In Ganderkesee werden derzeit einige neue Möglichkeiten zum Wohnen geschaffen: Projekte wie das Neubaugebiet auf der Köhlerwiese an der Bergedorfer Straße sind schon weiter vorangeschritten. An anderen Standorten ist noch kein Bagger angerollt, dafür werden die Pläne Stück für Stück weiter vorangebracht. Im Ausschuss für Gemeindeentwicklung soll am Donnerstag über die beiden Baugebiete Bargup in Bookholzberg und das Baugebiet westlich der Straße Brüninger Weg gesprochen werden. Außerdem ist die Wohnbauentwicklung in Elmeloh, speziell im Bereich Elmeloher Straße/Am Holz ein Thema. Auch am Ramsauerweg in Ganderkesee ist ein Baugebiet derzeit in der Planung.

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