Einzelhandel in Ganderkesee Coach macht Kaufleuten in Ganderkesee Mut

Von Reiner Haase

Ganderkesee bietet dem Einzelhandel gute Chancen. Foto: Reiner HaaseGanderkesee bietet dem Einzelhandel gute Chancen. Foto: Reiner Haase

Ganderkesee. Coach Jürgen R. Grobbin macht Ganderkeseer Kaufleuten Mut. Er sieht gute Voraussetzungen, Kaufkraftpotenziale auszuschöpfen.

Ganderkesee bietet Kunden mehr als andere Orte“, ist Jürgen Reinhard Grobbin überzeugt. Der Unternehmensberater und Coach will in einem Vortrag beim Verein Gantermarkt aufzeigen, wie der Einzelhandel diesen Standortvorteil optimal nutzen kann. Einen großen Vorteil nennt Grobbin schon mal vorweg: „Die Einkaufsmärkte holen potenzielle Kunden mitten in den Ort.“ Da muss es nur noch gelingen, sie zum Überwinden der trennenden Eisenbahn oder der paar Stufen hinauf zum Marktplatz zu bewegen.

„Schnuckeliger Ort“

Die großen Pluspunkte sind für den Experten mit Blick von außen überdies, dass im „kleinen schnuckeligen“ Ganderkesee keine Parkgebühren kassiert werden und dass die Einkaufsmeile nicht von Kettenläden durchzogen ist. „In Delmenhorst zum Beispiel ist das anders. Warum soll ich mich in die Stadtmitte quälen, wenn der Bus mich bequem ins Einkaufszentrum am Stadtrand schaukelt?“, sagt Grobbin.

Humor und kaufmännischer Ernst

Grobbin hält nichts vom Klagen über den Internethandel, das Teleshopping, den Versandhandel und überbordende Sortimente größerer Märkte. „Die verschwinden nicht“, sagt er. Die wichtige Frage lautet für ihn: „Wie verkaufe ich, dass der Kunde zufrieden ist und mein Laden gut läuft?“ Der Coach präsentiert sich den Gantermarkt-Mitgliedern mit Flipchart, Humor und Schlagfertigkeit, aber auch mit dem fürs Geschäftsleben unerlässlichen Ernst. „Jeder Kaufmann hat es irgendwo im Kopf verborgen, was er dem Kunden zu bieten hat. Aber hat er die entscheidenden Antworten auch präsent, wenn’s drauf ankommt?“

Generation 55 plus im Blick

Grobbin will in seinem Vortrag auch aufzeigen, dass Werbung in eigener Sache den Geschäften stets gut tut. Die Visitenkarte stets parat? Das mit dem Geschäftslogo beklebte Auto innen und außen tiptop? – So einfach sei Eindruck zu schinden. Und es gebe auch stets neue Wege der Werbung. Grobbin gibt ein Beispiel: „Es wirkt, wenn im Fitnessraum auf dem Bildschirmstudio nicht nur die Pulsfrequenz zu sehen ist, sondern auch ein schönes Angebot aus der Ortsmitte.“ Der demografische Wandel dürfe den stationären Einzelhandel gar nicht schrecken. „Die Generation 55 plus ist es, die gerne flaniert“, sagt er. Und diese Generation wächst kontinuierlich.