Neujahrsempfang in Wildeshausen Diakonie ruft zu Toleranz und Verständnis auf

Diakonie-Vorstand Wolfgang Pape (von links), Landrat Carsten Harings, Theologin Cornelia Coenen-Marx, Franz-Josef Franke, Geschäftsführer des Diakonisches Werkes und Hero Mennebäck (Stadt Delmenhorst) hoffen auf eine geeinte Gesellschaft. Foto: Johannes GiewaldDiakonie-Vorstand Wolfgang Pape (von links), Landrat Carsten Harings, Theologin Cornelia Coenen-Marx, Franz-Josef Franke, Geschäftsführer des Diakonisches Werkes und Hero Mennebäck (Stadt Delmenhorst) hoffen auf eine geeinte Gesellschaft. Foto: Johannes Giewald

Wildeshausen. „Was wir brauchen, ist Respekt und Achtung voreinander“, sagte Landrat Carsten Harings beim Neujahrsempfang des Diakonischen Werkes Delmenhorst/Oldenburg-Land am Freitag in Wildeshausen. Vertreter aus Politik, Verwaltung und Diakonie appellierten an die Gesellschaft, im Jahr 2017 enger zusammenzurücken.

Sorgenvoll blickten die Redner vor 150 Gästen in der Alexanderkirche sowohl zurück auf die Ereignisse von 2016 als auch auf das, was die Menschen 2017 beschäftigen wird. „Ich hoffe nicht, dass sich der Geist von Fake News und alternativen Fakten breit macht“, sagte Franz-Josef Franke, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes, „ich hoffe, dass sich der Geist von Ermutigung, Toleranz und Verständnis breitmacht“.

Pflegebedürftige, Wohnungslose, sozial Schwache und Flüchtlinge brauchen die Hilfe der Gesellschaft. Menschen bedürfen bei dramatischen Ereignissen den Trost anderer. Dass es so viele Freiwillige gibt, die sich in ihrer Freizeit für andere Menschen aufopfern, gerate zu oft in Vergessenheit. „Wie tröstlich ist es, dass es in den Situationen Menschen gibt, die für einen da sind“, sagte Franke.

„Können nur gemeinsam in der Welt leben“

Terror, Staaten, die sich in Europa verändern, die Ideen Donald Trumps und ein Europa, das ein fragwürdiges Bild abgebe: Landrat Harings prangerte die Selbstbezogenheit von Menschen und Staaten an und bezeichnete sie als „Grundlage für Gewalt“. Jeder scheine sich selbst der Nächste zu sein. „Wir brauchen die Erkenntnis, dass wir nur gemeinsam in dieser Welt und nur gemeinsam mit dieser Welt leben können“, sagte Harings. Diese Erkenntnis sei die Grundlage für ein friedvolles Jahr 2017.

Die Menschen, die in den verschiedenen Zweigen der Diakonie arbeiten, würden das jeden Tag vorleben, sagte Hero Mennebäck als Vertreter der Stadt Delmenhorst. Er betonte, dass auch in diesem Jahr die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen zu den Hauptaufgaben der Gesellschaft gehören. „Je mehr Willkommenskultur gelebt wird, desto mehr profitiert die Gesellschaft und es entsteht ein Wir-Gefühl“, sagte Mennebäck. Die Diakonie sei bei dieser Aufgabe ein „kompetenter Sozialpartner“.

Handeln im Sinne der Jahreslosung

Kreisdiakoniepfarrer Dietrich Jaedicke legte den Zuhörern die Jahreslosung ans Herz, die da lautet „Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.““Durch das Engagement können wir Menschen sehr viel Gutes schenken, vor allem wenn wir uns selbst als Beschenkte begreifen“, fügte er hinzu.

Den Reden bei dem Empfang folgte ein Vortrag der Theologin Cornelia Coenen-Marx zum Thema „Gerechtigung und Beteiligung – Impulse der Reformation für unseren Sozialstaat“. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung vom Otto Groote Ensemble.


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