Freunde des Klosters Hude Klosterbereich in Hude soll Landesmuseum werden

Am Modell im Klostermuseum Hude erläutern Eigentümerin Greta von Witzleben (3. von links) und die Klosterfreunde der FDP mit dem Landespolitiker Christian Dürr (2. von rechts) an der Spitze und den Freien Wählern Möglichkeiten für die Zukunft. Foto: Reiner HaaseAm Modell im Klostermuseum Hude erläutern Eigentümerin Greta von Witzleben (3. von links) und die Klosterfreunde der FDP mit dem Landespolitiker Christian Dürr (2. von rechts) an der Spitze und den Freien Wählern Möglichkeiten für die Zukunft. Foto: Reiner Haase

Hude. Die Huder Klosterfreunde machen sich mit kleinen Schritten auf den Weg zu großen Zielen. Das Kloster könnte ein Landesmuseum mit Landschaftspark werden.

Der ganze Klosterbereich ein großes Landschaftsmuseum: Eigentümerin Greta von Witzleben und der Verein Freunde des Klosters Hude hegen keinen Zweifel, dass eine solche Zukunft der kulturellen und historischen Bedeutung des Ensembles aus dem Mittelalter entspräche. Nicht einmal der Vergleich mit dem englischen Großsteingrab Stonehenge wird gescheut: Dort gebe es eine Ansammlung von Steinen in kahler Landschaft zwischen zwei Autobahnen. „Wir haben hier 15 denkmalgeschützte Elemente mit der Klosterruine in einem Landschaftspark“, stellt Wolfgang Schaller, der Vorsitzende der Klosterfreunde, fest.

Keine Scheu vor Qualitätsvergleich mit Stonehenge

Stonehenge hat zigtausend Besucher an einem Tag, wenn die Sommersonnenwende ansteht. Im derzeit bescheiden ausgestatteten Klostermuseum und in der Klosterruine in Hude werden laut Schaller an die 12.000 Besucher im Jahr gezählt. „Man kann mehr draus machen, wenn man mehr Öffentlichkeit schafft“, ist Christian Dürr, Fraktionschef der FDP im Landtag, überzeugt. Er will sich mit den Informationen, die ihm gestern die Klosterfreunde und Greta von Witzleben übermittelt haben, in Hannover einen Termin bei Kultusministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne) besorgen und die für die Denkmalpflege zuständige Politikerin davon überzeugen, dass das kulturhistorisch interessante Ensemble mit Wurzeln im 13. Jahrhundert nicht weiter so stiefmütterlich behandelt wird wie seit dem Abschluss aufwendiger Sicherungsarbeiten an der Klosterruine bis 1992.

Landes- oder Kreismuseum

Ein Landesmuseum wie das in Cloppenburg, nur interessanter und vielleicht mit dem Landesmuseum Oldenburg verknüpft – das kann Dürr sich vorstellen. Parallel zu Dürrs Bemühungen in Hannover will Marion Daniel, die Sprecherin der Gruppe FDP/Freie Wähler im Kreistag, im Landkreis Oldenburg ausloten, ob ein Kreismuseum eine Alternative sein könnte.

Kleine Schritte zum großen Ziel

In nächster Zukunft wollen die Huder kleine Schritte machen, ohne das große Ziel aus dem Auge zu verlieren. Die Grundlagen hat der Architekt Klaus Rademacher, zweiter Vorsitzender der Klosterfreunde, mit einer gründlichen Analyse des Ist-Zustands geschaffen, in der Mängel aufgezeigt und Verbesserungen vorgeschlagen werden. Zunächst, noch vor dem Beginn der Vegetationsperiode wird zur Säge gegriffen. „Es gab eine Sichtachse von der Wassermühle zur Sankt-Elisabeth-Kirche. Sie ist im Sommer vom üppigen Grün am Huder Bach völlig zugewachsen und soll wieder hergestellt werden“, erläutern Schaller und Rademacher. Näheres werde in Kürze mitgeteilt.

Eintritt soll Defizit ausgleichen

Außerdem wird zurzeit an Plänen für einen neuen Eingang zum Museum an der Stirnseite des Gebäudes gezeichnet. In Verbindung mit einer verbesserten Umzäunung, wie sie Bürgermeister Holger Lebedinzew kürzlich angeregt hat, könne der Zugang zur Klosterruine besser geregelt und auch ein kleines Eintrittsgeld kassiert werden, auch bei Fototerminen von Hochzeitsgesellschaften nach einer Trauung in der Klostermühle. „Wir wollen nicht reich werden, wir streben ein Nullsummenspiel an“, betont Greta von Witzleben für die Eigentümer-Familie. Bisher pumpt die Familie ihr zufolge jährlich eine fünfstellige Summe in den Erhalt des Areals.


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