Malteser übernehmen Dienst vom DRK „Rettungsdienst in Ganderkesee nahtlos gewährleistet“

Tür auf für die Malteser: In Ganderkesee werden die Retter des Deutschen Roten Kreuzes zum Jahresende abgelöst. Symbolfoto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpaTür auf für die Malteser: In Ganderkesee werden die Retter des Deutschen Roten Kreuzes zum Jahresende abgelöst. Symbolfoto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Ganderkesee/Wildeshausen. Wechsel in Ganderkesee: Die Malteser übernehmen zum neuen Jahr den Rettungsdienst vom DRK. Auch in Bookholzberg sind die Malteser mit einem Notarztwagen im Einsatz.

„Der Rettungsdienst in der Gemeinde Ganderkesee ist qualitativ und nahtlos gewährleistet.“ Das hat Christian Wolf, Erster Kreisrat, am Donnerstag beim Jahrespressegespräch der Kreisverwaltung in Wildeshausen betont. Offiziell übernehmen die Malteser zum 1. Januar des nächsten Jahres den Dienst von den Rettern des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Sie starten allerdings schon am 29. Dezember an der Urneburger Straße, so Frank Flake, Dienststellenleiter Rettungsdienst/Krankentransport, gegenüber dem dk. Dem DRK wird der Rettungsdienst – wie berichtet – wegen Abrechnungsbetrugs seitens des Kreisverbandes zum Ende dieses Jahres entzogen.

Erst einmal eine Interimslösung

Der Rettungsdienst durch die Malteser ist allerdings zunächst noch eine Interimslösung, sagt Sonhild Lindemann, Leiterin des Ordnungsamtes beim Landkreis. Wolf hofft auf eine Ausschreibung im Januar/Februar sowie auf eine dauerhafte Lösung ab Herbst des nächsten Jahres.

Bis dahin sind ab Ganderkesee zwei Rettungswagen der Malteser im Einsatz. Pro Schicht seien wie bisher mindestens vier Rettungskräfte plus Auszubildende vor Ort. Insgesamt gebe es 23 Vollzeitstellen in der Gemeinde, so Flake. Dabei handelt es sich laut Amtsleiterin Lindemann um einen Mix aus ehemaligen DRK-Mitarbeitern, die ihren Arbeitgeber gewechselt hätten, und aus Maltesern. Jeder DRK-Mitarbeiter habe ein Angebot bekommen. Alle, die wechseln wollten, seien auch übernommen worden, so die Amtsleiterin.

Notarztwagen in Bookholzberg

Auch in Bookholzberg werde weiterhin ein Notarztwagen im Einsatz sein. Die Wache im Ortszentrum sei rund um die Uhr besetzt, so der Erste Kreisrat, der überhaupt keine Probleme beim Wechsel zu den Maltesern in der Gemeinde Ganderkesee gesehen habe: „Wir können die bisherigen Liegenschaften wie bisher nutzen.“

In Hude retten die Johanniter

Anders habe es dagegen in der Gemeinde Hude ausgesehen , wo die Johanniter einsteigen. Für Landrat Carsten Harings war es „das leidigste Thema 2016“. Es habe viele Gespräche gegeben, es sei eine Brücke gebaut worden, die aber nicht überschritten worden sei, so der Landrat. Inzwischen gebe es aber eine Interimslösung: Die Johanniter versehen ihren Dienst mit einem Rettungsfahrzeug ab der ehemaligen Zählerwerkstatt des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes (OOWV) nahe beim Reiherholz zwischen Hude und Lintel. Rein rechnerisch gebe es dort 8,86 Vollzeitstellen, so Lindemann.


„Die Flüchtlingskrise hat uns Anfang dieses Jahres sehr in Anspruch genommen.“ Das hat der Erste Kreisrat Christian Wolf beim Jahrespressegespräch der Kreisverwaltung betont. Inzwischen habe sich die Lage entschärft, jetzt gehe es um die Integration. Die Einschätzung fürs neue Jahr, so Sozialdezernent Bodo Bode: „Wir können entspannt sein.“ In Niedersachsen würden im nächsten Jahr insgesamt rund 25.000 neue Flüchtlinge erwartet. Der Landkreis müsste nach der neuen Quote 433 Personen aufnehmen. Weil er aber zuletzt deutlich über der alten Quote gelegen habe und das auch angerechnet werde, kämen im nächsten Jahr 248 Flüchtlinge auf den Landkreis Oldenburg zu, rein rechnerisch knapp über 20 pro Monat. Und noch eine Zahl: Derzeit werden laut Bode 83 unbegleitete ausländische Flüchtlinge im Landkreis betreut.

Landrat Carsten Harings verwies während des Jahresgesprächs unter anderem auch auf ein „herausragendes Schulprojekt“: auf die Erweiterung des Gymnasiums Ganderkesee durch einen Neubau mit insgesamt 17 allgemeinen Unterrichtsräumen, zwei EDV-Fachräumen, einr PC-Werkstatt und einem Schüleraufenthalt. Insgesamt entstehen Kosten in Höhe von 4,25 Millionen Euro. Der Landrat ärgerte sich aber anscheinend über Diskussionen rund um die Gestaltung: „Bei einem derartigen Projekt finde ich die Kritiken an Kleinigkeiten, wie zum Beispiel bei Terrassenflächen, unangemessen.“

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