Gemeinderat Ganderkesee Beim E-Auto hat Ganderkesees Rat das letzte Wort

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Steigt das Rathaus in die Solarstromproduktion ein? Ein vom Bund gefördertes Elektroauto gibt es nämlich nur, wenn am Rathaus auch ein Solarcarport mit Stromspeicheranlage errichtet wird. Genau das will die CDU-Fraktion in der heutigen Gemeinderatssitzung verhindern. Foto: Thorsten KonkelSteigt das Rathaus in die Solarstromproduktion ein? Ein vom Bund gefördertes Elektroauto gibt es nämlich nur, wenn am Rathaus auch ein Solarcarport mit Stromspeicheranlage errichtet wird. Genau das will die CDU-Fraktion in der heutigen Gemeinderatssitzung verhindern. Foto: Thorsten Konkel

Ganderkesee. Eine Vielzahl an Themen beschäftigen den Ganderkeseer Gemeinderat auf seiner letzten Sitzung des Jahres am Donnerstag, 15. Dezember. Auf der Agenda steht auch der Beschluss zu einem neuen Elektroauto. Höhere Entschädigung wollen sich die Ratsmitglieder auch genehmingen. Der Steuerzahler soll zudem für Taxikosten aufkommen.

Im Wortsinn „Spannung“ verspricht die Entscheidung des Rats, ob die Gemeinde für 32.000 Euro ein eigenes Elektroauto beschafft, anstelle über eine Fördermöglichkeit ein Fahrzeug samt Solarcarport und Versorgungs-Peripherie bei lediglich 22.000 Euro Eigenbeitrag zu erhalten.

Rechnen sich die Fördermittel?

Denn der Ausschuss für Wirtschaft und Finanzen hatte sich zuvor entgegen den Erwartungen deutlich – mit neun Ja- und vier Nein-Simmen – gegen das Projekt „Nachhaltige Mobilität im ländlichen Raum“ ausgesprochen.

CDU will unnötige Folgekosten vermeiden

Damit folgte der Ausschuss einem Antrag der CDU-Fraktion. Diese befürchtet hohe Folgekosten und will auf die Fördermittel des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit verzichten.

Förderpaket mit Tücken

Rückblick: Mit dem Landkreis und den Gemeinden Dötlingen, Dünsen und Kirchseelte hatte die Ganderkeseer Verwaltung zuvor Fördermittel für dieses Projekt beantragt – mit Erfolg. 88.000 Euro aus diesem Topf könnte Ganderkesee für klimafreundliche Fahrten vor allem in der Seniorenarbeit erhalten. Doch das Paket beinhaltet neben einem Elektroauto auch ein Solarcarport zur Aufladung samt Speicheranlagen. „Wir sind nach wie vor der Meinung, dass diese Lösung nicht zielführend für die Mobilität im ländlichen Raum ist“, stellte die CDU-Fraktionsvorsitzende Cindy Klüner am Mittwoch noch einmal auf dk-Nachfrage klar.

Keine Stromproduktion nur fürs E-Auto

Ein E-Auto sollte es schon sein, doch die zusätzlichen Installationen zögen Kosten etwa bezüglich der regelmäßigen Reinigung und der Anlagenwartung nach sich, gab Klüner zu bedenken. Sie stellte zudem eine eigene Stromerzeugung nur für das E-Auto infrage. „Es geht auch einfacher, ein Elektroauto könnte in der Tiefgarage unter dem Rathaus an einem vorhandenen Stromanschluss geladen werden“, schlug sie vor. Sollte die Gemeinde in die Solarstromerzeugung einsteigen wollen, dann besser in Form einer umfassenden Lösung auf den Dächern kommunaler Liegenschaften, regte sie an.

Ratsmitglieder wollen mehr Geld

Ums Geld geht es dem Rat am Donnerstagabend auch in eigener Sache: Die Entschädigung der Ratsmitglieder für ihre Tätigkeit sollen erhöht werden. Zuletzt hatten sich die Politiker vor viereinhalb Jahren eine Erhöhung bewilligt. Der Verwaltungsvorschlag sieht die Erhöhung der monatlichen Pauschale von bislang 170 Euro auf künftig 180 Euro pro Ratsmitglied vor. Obendrauf soll es statt wie bisher 20 Euro dann 23 Euro an Sitzungsgeld geben. Die Rechnung der Verwaltung: Bei etwa vier, fünf Sitzungen im Monat ergebe diese eine Summe von 284 Euro pro Mitglied und Monat.

Steuerzahler soll auch Taxikosten übernehmen

Zudem sollen Ratsmitglieder, die aus gesundheitlichen Gründen offensichtlich für die Fahrten zu den Sitzungen kein eigenes Kraftfahrzeug benutzen können, Taxikosten von bis zu 20 Euro pro Sitzung erstattet werden. Alles in allem rechnet die Verwaltung bei dem Paket mit 11.500 Euro Mehrkosten im Haushalt pro Jahr.


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