Baumfällungen im Hasbruch „Königstiger“ arbeitet im Hasbruch für die Eiche

Der „Königstiger“ hat die in Zeitlupe fallende Eiche fest im Griff: Die Holzerntemaschine auf Kettenbagger-Basis wird noch bis Ende dieses Jahres im Hasbruch eingesetzt. Foto: Reiner HaaseDer „Königstiger“ hat die in Zeitlupe fallende Eiche fest im Griff: Die Holzerntemaschine auf Kettenbagger-Basis wird noch bis Ende dieses Jahres im Hasbruch eingesetzt. Foto: Reiner Haase

Hasbruch. Im Hasbruch werden aktuell 3000 Festmeter Holz geschlagen. Es wird Platz geschaffen für gesunde Bäume im Bestand und für Neuanpflanzungen von Eichen.

Die Wirtschaftlichkeit mit dem Naturschutz ausbalancieren ist für die Landesforsten eine Daueraufgabe, ganz besonders im nach den Flora-Fauna-Habitat-Richtlinien geschützten Hasbruch. Seit Oktober und bis zum Jahresende hat die Ökonomie eindeutig die Nase vorn. „Mit einem Unternehmen ist vertraglich vereinbart, dass 3000 Festmeter Holz geschlagen werden“, berichtet Revierförster Jens Meier.

Förderprogramm für Eiche

Im Nachsatz stellt der Revierförster klar, dass die Natur sofort profitiert und langfristig aufholt. „Im Entwicklungsplan für den Hasbruch ist festgelegt, dass die Eiche gefördert werden soll. Gegen die schneller wachsende Buche hat die Eiche auf unseren Böden ohne Hilfe keine Chance.“ Deshalb hat er für das aktuelle Durchforsten in Abstimmung mit der Naturschutzbehörde vor allem Buchen freigegeben. Wo eine Eiche fällt, ist sie entweder krank oder im Kronenbereich einer kräftigeren Eiche in die Quere gekommen.

Eicheln kehren als Jungbäume zurück

Die Durchforstungsflächen dieses Winters betreffen 10,7 Hektar des 630 Hektar großen Hasbruchs. Der Zeitpunkt ist laut Meier günstig. Vor drei Jahren habe es im Hasbruch eine sehr gute Eichelernte gegeben. Jetzt seien die Jungpflanzen kräftig genug. Für Januar und Februar 2017 ist geplant, 37000 neue Pflanzen zu setzen, also rund 3700 pro Hektar Waldfläche. Im Laufe der Jahrzehnte werden beim Durchforsten immer wieder die schwächsten Eichen entnommen. „Am Ende bleiben 130 bis 140 Eichen pro Hektar stehen“, so Meier.

Prachtkäferplage gestoppt

Die Eichen haben nicht nur die Konkurrenz schneller wachsender Gehölze, sondern auch die Attacken von Schädlingen zu überstehen. Der Revierförster erinner an das Jahr 1997. Damals und in den Jahren danach seien sehr viele Eichen aus dem Wald genommen worden, weil sich der Prachtkäfer verbreitet hatte. „Der Prachtkäfer befällt geschwächte Bäume, denen vorher der Eichenwickler und der Frostspanner zu schaffen gemacht hat“, weiß Meier. Die forcierte Eichenverjüngung sei jetzt besonders vielversprechend, weil die Prachtkäferinvasion durch kräftiges Eingreifen gestoppt worden sei.

Breite Ketten verteilen Bagger-Gewicht

Den Auftrag für die Holzernte im Hasbruch haben die Landesforsten erstmals an ein Unternehmen mit einer Erntemaschine des Typs „Königstiger“ vergeben. Mehrere gute Gründe haben laut Meier für die Vergabe gesprochen. Einer ist die Sicherheit. Die Maschine auf der Basis eines Kettenbaggers kann auch in belaubten Schlägen arbeiten und konnte deshalb schon Anfang Oktober loslegen. „Wenn wir traditionell mit Menschenkraft und Kettensägen arbeiten, müssen wir erkennen können, ob Astabstürze drohen. Wir hätten den Laubfall Mitte November abwarten müssen“, erklärt er. Die Maschine arbeite außerdem dank großer Reichweite – 15 Meter nach rechts und nach links – und breiter Laufketten schnell und bodenschonend. Auf zwölf Quadratmetern stehend, übe der 30 Tonnen schwere Bagger weniger Druck auf den empfindlichen Hasbruch-Boden aus als der Fuß eines Menschen.


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