80-Jähriger überrumpelt Dachhaie wollen Mann in Bookholzberg abzocken

Üble Abzocke: Für Arbeiten an den Dachrinnen hat ein ausländisches Handwerker-Trio in Bookholzberg den Wucherpreis in Höhe von 23.000 Euro verlangt. Symbolfoto: Hermann HinrichsÜble Abzocke: Für Arbeiten an den Dachrinnen hat ein ausländisches Handwerker-Trio in Bookholzberg den Wucherpreis in Höhe von 23.000 Euro verlangt. Symbolfoto: Hermann Hinrichs

Bookholzberg. In Bookholzberg ist ein 80-Jähriger von einem Handwerker-Trio überrumpelt worden. Er sollte den Männern für Dachrinnenarbeiten 23.000 Euro zahlen. Weil sich Polizei und Familie eingeschaltet haben, gab es eine Einigung auf 2000 Euro.

In der Gemeinde Ganderkesee sind derzeit sogenannte Dachhaie unterwegs, die vor allem mit älteren Bürgern Geschäfte machen und sie dabei ordentlich übers Ohr hauen wollen. Das hat ein Delmenhorster dk-Leser mitgeteilt, dessen Name der Redaktion bekannt und dessen Familie direkt betroffen ist. Sein Schwiegervater, ein 80-jähriger Bookholzberger, sollte einem Handwerker-Trio, das mit einem Wagen mit polnischem Kennzeichen vorgefahren sei, für kurzfristig übernommene Dachrinnenarbeiten 23.000 Euro zahlen. Weil die Polizei eingeschaltet worden sei und „um die Sache schnell aus der Welt zu schaffen“, habe man sich letztendlich auf eine Summe in Höhe von 2000 Euro geeinigt, sagte der Delmenhorster gegenüber dem dk. Sein Kommentar: „Da sind wir noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen.“

Mit Männern zur Bank gefahren

Am Mittwoch seien die drei Männer beim 80-Jährigen aufgetaucht, hätten ihn überredet, die Dachrinnen von ihnen reparieren zu lassen, und dafür einen geringen Betrag als Lohn genannt, so der Schwiegersohn. Als die Arbeiten fertig gewesen seien, hätten sie allerdings den Wucherpreis verlangt. Derart überrumpelt sei er in Begleitung des Trios zur Raiffeisenbank nach Schierbrok gefahren, um das Geld abzuheben. Das hätten die Bankmitarbeiter allerdings nicht aushändigen können – ebenso wenig wie 10.000 Euro, die er in einem zweiten Versuch gefordert habe. Diesmal hätten die Bankangestellten, die den Bookholzberger gut kennen würden, gesehen, wie er in das Fahrzeug der drei Männer gestiegen sei.

Familie und Polizei verständigt

Daraufhin habe die Bank die Familie verständigt, die sich wiederum mit der Polizei in Verbindung gesetzt habe. Als es am Donnerstag zur Übergabe des Lohns kommen sollte, sei die Polizei hinzugekommen. Sie habe die drei Männer kontrolliert und festgestellt, dass sie eine Arbeitserlaubnis gehabt hätten. Im Endeffekt habe man sich auf einen deutlich geringeren Lohn einigen können. Einen ähnlichen Fall habe es auch in Rethorn gegeben – allerdings nicht in dieser Größenordnung, so der dk-Leser.

Polizei-Appell: Gesunde Skepsis an den Tag legen

Polizeisprecher Albert Seegers appelliert an die Bevölkerung, ähnlich wie beim Enkeltrick generell gesunde Skepsis an den Tag zu legen. Man solle immer auf einen schriftlichen Vertrag pochen. Wichtig sei auch, stets Rücksprache mit Familienmitgliedern oder anderen Vertrauenspersonen zu halten. Außerdem könnten sich Bürger immer an die Polizei wenden, so Seegers.


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