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Kabel bei Arbeiten durchtrennt Beinahe-Unfall am Bahnübergang Hohenkamp in Ganderkesee

Der Zug naht, die Schranken bleiben oben: dk-Leser Oswald Ackermann hat am Dienstagmittag die gefährliche Szene am Bahnübergang Hohenkamp im Bild festgehalten. Foto: Oswald AckermannDer Zug naht, die Schranken bleiben oben: dk-Leser Oswald Ackermann hat am Dienstagmittag die gefährliche Szene am Bahnübergang Hohenkamp im Bild festgehalten. Foto: Oswald Ackermann

Ganderkesee-Rethorn. Eine Fußgängerin ist am Dienstag offenbar nur knapp dem Tod entgangen: Bei geöffneten Schranken soll am Bahnübergang Hohenkamp ein Zug durchgefahren sein. Durchtrennte Kabel führten zu Störung des Bahnverkehrs in der Region.

Nicht geschlossene Schranken am Bahnübergang Hohenkamp auf der Strecke Bremen-Oldenburg haben nach Angaben von dk-Leser Oswald Ackermann Dienstagmittag beinahe zu einer Katastrophe geführt. Eine Fußgängerin hätte von einem Zug überrollt werden können. Schon im Januar ist dort ein schwerer Unfall nur knapp vermieden worden, nachdem die Schranken nicht ordnungsgemäß funktioniert hatten.

Intercity rast trotz geöffneter Schranken durch

„Gegen 11.50 Uhr ist ein Intercity mit hoher Geschwindigkeit und laut hupend durchgerast, obwohl die Schranken oben waren“, sagte Ackermann am Dienstag dem dk. Die Frau sei so gerade eben noch über die Schienen gekommen, ohne vom Zug erfasst zu werden, berichtete er.

Kabel durchtrennt

Ein Sprecher der Bahnpolizei in Bad Bentheim erläuterte, dass bei Arbeiten in dem Bereich Kabel durchtrennt worden waren und sich die Schranken deswegen nicht schließen würden. Das bestätigte auch die Bahn AG auf Nachfrage. Laut einer Bahnsprecherin waren auch zwei Signalkabel zum Stellwerk Hude durchtrennt worden, was zu einer Störung von regionalem Ausmaß führte. Züge fielen zwischen Bremen und Hude aus oder fuhren verspätet. Für die Lokführer galt bis auf Weiteres der „Vorsichts-Befehl“. Die Reparaturarbeiten sollten bis zum Abend andauern, hieß es.

Züge passieren im Schrittempo

Der ungesicherte Bahnübergang war am Vormittag zunächst von zufällig in der Nähe tätigen Mitarbeitern des Kommunalservice gesichert worden. Über die Gemeinde wurde daraufhin die Polizei benachrichtigt, meldete Polizeisprecherin Melissa Oltmanns. Neben dem Intercity passierten Dienstagnachmittag weitere Züge den Bahnübergang trotz geöffneter Schranken. Diese Züge hätten aber vor der Überquerung des Abschnitts angehalten, gehupt und seien ganz langsam weitergefahren, berichtet Ackermann, der von der Gefahrenstelle auch Fotos gemacht hat.

Nicht der erste Zwischenfall an dem Bahnübergang

Bereits am 8. Januar dieses Jahres wäre eine Autofahrerin am Bahnübergang Hohenkamp ebenfalls beinahe von einer Bahn erfasst worden . Bislang schwerster Zwischenfall an dem gefährlichen Bahnübergang war am 5. November 2015 die Kollision einer Nordwestbahn mit einem Sattelzuggespann, das auf den Bahnübergang gerollt war. Die Bahnschrankenanlage war für diesen Unfall allerdings nicht verantwortlich, ergaben die Ermittlungen.

Bei diesem schwersten Zugunglück der letzten Jahre in der Gemeinde Ganderkesee erlitten der Zugführer, fünf Passagiere und der Lastwagenfahrer wie durch ein Wunder nur leichte Verletzungen. Der Sachschaden war dagegen immens : Zwei Lastwagen, der Zug sowie 150 Meter Bahnschwellen und Oberleitung wurden zerstört oder schwer beschädigt, Leitungen und Gleisbett wurden über mehrere Tage repariert.


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