Netzwerk mit anderen Standorten BFW will mit Neubau spezialisierter ausbilden

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Die Geschäftsführer des BFW in Bookholzberg Jörg Barlsen und Pierre Noster blicken mit einem Neubau optimistisch in die Zukunft. Foto: Johannes GiewaldDie Geschäftsführer des BFW in Bookholzberg Jörg Barlsen und Pierre Noster blicken mit einem Neubau optimistisch in die Zukunft. Foto: Johannes Giewald

Bookholzberg. Moderner Arbeitsmarkt, individuellere soziale Ansprüche: Mit einem Netzwerk mit anderen Standorten geht das Berufsförderungswerk (BFW) in Bookholzberg neue Herausforderungen an. Am Donnerstag wurde am Standort dessen 70-jähriges Bestehen gefeiert.

Zukunftsorientierung und Bereitschaft für neue Herausforderungen strahlte das BFW vor rund 100 Gästen aus. Als Symbol dafür steht der 2,7 Millionen Euro teure und 1300 Quadratmeter große Neubau auf dem Gelände. „An dem Neubau wird sichtbar, was wir uns vorgenommen haben“, sagte Geschäftsführer Jörg Barlsen.

Mit einem Netzwerk bestehend aus anderen Berufsförderungswerken stellt sich der Standort an der Apfelallee in Bookholzberg den veränderten Ansprüchen der Gesellschaft, des Arbeitsmarktes und der Berufsbilder sowie des einzelnen Arbeitnehmers an eine Einrichtung für berufliche Rehabilitation. Das durchschnittliche Alter der Belegschaft steigt, die Berufe sind spezialisierter und ausdifferenzierter. „Dafür müssen Angebote geschaffen werden“, sagte Barlsen. Eine Berufsausbildung reiche heute alleine nicht aus, zusätzliche Qualifikationen und ein „multidisziplinares Assessment“ sind gefragt.

Das neue Netzwerk, das den Namen INN-tegrativ tragen soll, soll auch dazu beitragen, Spezialisierung voranzutreiben. Rehabilitierte dürfen nicht zu Berufseinsteigern werden, um sich auf den Arbeitsmarkt „hinter jungen Neueinsteigern anstellen zu müssen“, so Barlsen. Stattdessen müsse auf den bisher erworbenen Berufskenntnissen aufgebaut werden.

„Mensch gerät immer mehr in den Mittelpunkt“

Bei den Reden und Glückwünschen der Gäste fiel auch wiederholt der Begriff „wohnortnahe Rehabilitation“. „Die Rehabilitation fernab von der Familie ist nicht mehr zeitgemäß“, sagte Staatssekretär Jörg Röhmann. Stattdessen stehen individuelle Lebenskontexte im Blick der modernen beruflichen Rehabilitation, „der Mensch gerät immer mehr in den Mittelpunkt“, betonte auch Landrat Carsten Harings. Standortübergreifende Rehaverläufe sollen durch INN-tegrativ ermöglicht werden, erklärte Pierre Noster, ebenfalls aus der Geschäftsführung. „Das Netzwerk bietet mehr Chancen und Möglichkeiten, als es das Berufsförderungswerk bisher leisten konnte.“

Geschäftsfährer Jörg Barlsen (v.l.) und Pierre Noster (2.v.r.) schneiden gemeinsam mit Staatssekretär Jörg Röhmann (2.v.l.) und Christian Wolff von der Deutschen Rentenversicherung Oldenburg-Bremen das Band zur Eröffnung durch. Foto: Johannes Giewald

Die Gäste aus der Politik machten Zugeständnisse an den Standort. „Sie können sich darauf verlassen, dass wir zu dem Standort stehen“, betonte Röhmann und bezeichnete das BFW als „Flaggschiff“ für Förderung von Menschen mit Behinderung am Arbeitsmarkt. 10 000 Menschen hätten neue berufliche Perspektive entwickelt, eine Wiedereingliederungsquote von über 80 Prozent sei ein großer Erfolg. „Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, sagte Noster.

Weiterlesen: BFW führt seit 70 Jahren Menschen zurück in die Arbeit


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