Sanierungskonzept für Klosterbezirk Huder Klosterfreunde wollen Baudenkmäler retten

Von Yannick Richter


Hude. Die Freunde des Klosters Hude haben eine 120-seitige Bestandsaufnahme zum Klosterbezirk erstellt. Mit einem daraus resultierenden Sanierungskonzept sollen die historischen Baudenkmäler gerettet werden.

Unter Mitwirkung der Gutsverwaltung, der Gemeinde, Ratsfraktionen, Kirchen und der Wirtschaft und der Federführung von Klaus Rademacher hat der Verein Freunde des Klosters Hude eine 120-seitige Bestandsaufnahme zum Klosterbezirk erstellt. Mit dem Ist-Zustand als Basis empfehlen die Klosterfreunde in einem Sanierungskonzept verschiedene Maßnahmen zur Erhaltung der Baudenkmäler und Aufwertung des gesamten Klosterbereichs. (Weiterlesen: An der Klosterruine Hude nagt der Zahn der Zeit)

Klosterfreunde wollen Verfall des Klosterbezirks stoppen

„Die Probleme sind so gewaltig. Eine Verbesserung kann nur in kleineren Bausteinen erfolgen“, sagt Klosterfreund Wolfgang Schaller: „Um den Verfall des Klosterbezirks zu stoppen und eine langfristige Nutzung voranzutreiben, müssen deshalb verschiedene Maßnahmen getroffen werden.“

Infoabend klärt am Dienstag, 25. Oktober, über Maßnahmen auf

Konkret werden die Pläne allerdings erst in der kommenden Woche. Am Dienstag, 25. Oktober, wählen die Freunde des Klosters Hude nicht nur einen neuen Vorstand. Nachdem die Gemeindeverwaltung die Bestandsaufnahme überarbeitet und mit weiteren Vorschlägen erweitert hat, wird ab 19.30 Uhr in einer öffentlichen Informationsveranstaltung bekannt gegeben, welche Maßnahmen sofort umgesetzt werden können und welche Veränderungen angedacht sind, um die Entwicklung des Klosterbereichs mittel- und langfristig zu verbessern. (Weiterlesen: Klostersommer in Hude soll 18. Auflage erleben)

Hauptproblem ist die Fremdnutzung der Ruine

Als eines der drängendsten Probleme haben die Klosterfreunde und Gutsverwalterin Greta von Witzleben die Fremdnutzung der Ruine ausgemacht. „Hier besteht akuter Handlungsbedarf“, erklärt Rademacher. Fassadenkletterer, Anhänger der Gothic-Kultur, Mountainbiker, Geocoacher und neuerdings auch „Pokémon Go“-Spieler würden die Ruine und andere Baulichkeiten des Klostergeländes durch ihr rücksichtsloses Verhalten gefährden. „Sie nutzen den Klosterbereich als Kletterwand. Dadurch lösen sich immer wieder Steine aus dem Mauergefüge“, so Rademacher. „Die Ruine soll nicht der Beliebigkeit verfallen, sondern ihre Würde beibehalten und wertgeschätzt werden“, fordert Schaller. Deshalb denken die Klosterfreunde darüber nach, die Ruine zu umzäunen.

Vielfältige Verbesserungen sind angedacht

Weiter sehen die Planungen beispielsweise vor, einen neuen Mehrgenerationen-Spielplatz anzulegen, Hochzeitsempfänge zu entzerren, damit Straßenblockaden verhindert werden, den Eingang zum Museum zu verlegen, einheitliche Beschilderungen am gesamten Gelände anzubringen und den Klosterbereich generell besser zu pflegen und zu schützen.