Nach Vorfällen auf Schulhof Staatsanwalt erhebt Anklage gegen junge Flüchtlinge in Ganderkesee

Gegen jugendliche Flüchtlinge, die auf einem Ganderkeseer Schulhof Mädchen festgehalten und geschlagen haben sollen, wurde Anklage erhoben. Symbolfoto: Rainer Jensen/ dpaGegen jugendliche Flüchtlinge, die auf einem Ganderkeseer Schulhof Mädchen festgehalten und geschlagen haben sollen, wurde Anklage erhoben. Symbolfoto: Rainer Jensen/ dpa

Ganderkesee. Gegen jugendliche Flüchtlinge, die auf einem Ganderkeseer Schulhof Mädchen festgehalten und geschlagen haben sollen, wurde Anklage erhoben.

Nach polizeilichen Ermittlungen gegen jugendliche Flüchtlinge, denen vorgeworfen wurde, im April und Mai an der Oberschule Ganderkesee junge Mädchen gegen deren Willen festgehalten, angefasst und geschlagen zu haben, hatte der Schulelternrat jetzt ein Gespräch mit Polizei, Schule, Gemeinde und Eltern an der Oberschule Ganderkesee anberaumt. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hat nach dk-Informationen bereits im August gegen die 15 und 16 Jahre alten Jungen beim Amtsgericht Delmenhorst Anklage wegen gemeinschaftlicher Beleidigung, Nötigung und Körperverletzung in zwei Fällen erhoben. Einen Hauptverhandlungstermin gibt es noch nicht.

Nach Bekanntwerden der Vorfälle waren die Emotionen hochgekocht. Vor allem auf Facebook wurde sehr hitzig diskutiert. Dies habe die Stimmung in der Schule vor den Sommerferien erheblich belastet, zitiert die Gemeinde in ihrem Bericht aus dieser nicht presseöffentlichen Veranstaltung den Schulleiter Manfred Gliese.

„Es gibt nicht ein generelles Problem mit Flüchtlingen an der Schule“, stellte Gliese laut dem Bericht der Gemeinde klar.

„Kein generelles Problem mit Flüchtlingen an der Schule“

Bei mehr als 50 Kindern und Jugendlichen mit Flüchtlingshintergrund gebe es nur vereinzelt wirklich problematische Fälle. Hier habe die Schule gemeinsam mit Verwaltung und Polizei konsequent gehandelt, hieß es weiter.

„Jugendtypisches Fehlverhalten“

Laut Mitteilung schilderte aus Sicht der Polizei der Leiter der Polizeistation Ganderkesee, Lutz Auffarth, dass es sich bei den angezeigten Fällen im Ermittlungsergebnis allesamt um „niederschwellige“ Straftaten handele, die ein jugendtypisches Fehlverhalten darstellen und keine besondere kriminelle Energie erforderten.

Keine Sexualdelikte

Die Vorfälle hätten sich ausschließlich unter miteinander bekannten Jugendlichen ereignet, die vorher und auch nachher in Kontakt gestanden hätten, und zwar in einem begrenzten Zeitraum. Die Sachverhalte hätten sich nach Abschluss der Ermittlungen zum Teil auch anders als angezeigt dargestellt, wird Auffarth zitiert.

Insbesondere lägen keine Sexualdelikte vor, wie zunächst vereinzelt berichtet und diskutiert worden sei. Die Polizei nehme die Sorgen der Eltern und der Schüler dennoch sehr ernst. Es habe mehrere sogenannte „Gefährderansprachen“ gegeben.

Schule will Gemeinschaftsgefühl stärken

„Das sind gezielte, eindringliche Ansprachen, bei denen die drohenden Konsequenzen des eigenen Handelns und gegebenenfalls weiterer Straftaten aufgezeigt werden, um diese zu unterbinden“, wird Auffarth zitiert. Die Schulleitung habe angekündigt, das Gemeinschaftsgefühl an der Schule weiter zu stärken. Das gelungene Schulfest in der vergangenen Woche mit allen Beteiligten sei ein wichtiger Schritt in diese Richtung gewesen. So könnten Sorgen und Ängste, aber auch Vorurteile abgebaut werden. Mit Eltern, Polizei und Gemeinde werde die Oberschule eng in Kontakt bleiben, sich austauschen und gegebenenfalls geeignete Maßnahmen treffen, hieß es weiter.


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