Schulelternrat plant Runden Tisch Miese Unterrichtsversorgung an Oberschule Bookholzberg

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Schulelternratsvorsitzender Ralf Geisler beklagt die miese Unterrichtsversorgung an der Oberschule Bookholzberg. Foto: Thomas DeekenSchulelternratsvorsitzender Ralf Geisler beklagt die miese Unterrichtsversorgung an der Oberschule Bookholzberg. Foto: Thomas Deeken

Bookholzberg. Laut Kultusministerium liegt die Unterrichtsversorgung an der Oberschule An der Ellerbäke in in Bookholzberg bei 74,3 Prozent. Jetzt fordert der Schulelternrat Verbesserungsvorschläge. Erste Idee: ein Runder Tisch mit allen Beteiligten.

Ralf Geisler schlägt Alarm. Seit Monaten ärgert sich der Schulelternratsvorsitzende der Oberschule An der Ellerbäke über regelmäßig ausfallende Unterrichtsstunden. Inzwischen hat er es nach einer Anfrage des niedersächsischen FDP-Fraktionschefs Christian Dürr aus Ganderkesee an das Kultusministerium sogar schwarz auf weiß: Bei der Unterrichtsversorgung liegt die Oberschule bei lediglich 74,3 Prozent. Damit liegt sie auf dem letzten Platz unter allen Schulen des Landkreises Oldenburg. Grund genug, diese Misere mithilfe eines Runden Tisches abzustellen.

Notstundenplan nach den Ferien

„Wir wussten schon vor den Sommerferien, dass es Probleme geben wird – unter anderem wegen Schwangerschaften und Kündigungen“, sagt Geisler. Der Schulelternrat habe sich daraufhin auf die Schulbehörde verlassen, alles Nötige für die Schüler und Lehrer zu regeln. Das Ergebnis, so der Vorsitzende: „Drei Tage vor Schulbeginn kam die Schulleitung mit einem Notstundenplan.“Rund 80 Unterrichtsstunden für die Jahrgänge sechs bis neun seien nicht abgedeckt worden, die Fünftklässler hätten die wenigsten Einbußen gehabt. Der Kompromissvorschlag dabei: lieber Sport ausfallen lassen als Mathe, Deutsch und Englisch.

„Feuerwehrkräfte“ eingestellt

Nach etwa drei Wochen seien „Feuerwehrkräfte“ geholt worden, die befristet bis zum nächsten Jahr eingestellt worden seien und die inzwischen mit dem Lehrerkollegium die Unterrichtsversorgung übernehmen. „Mit dieser kurzfristigen Lösung müssen wir leben“, erklärt Geisler. Langfristig wollen er und die Mitglieder des Schulelternrates diese Lösung allerdings nicht akzeptieren. Deshalb sollen an einem Runden Tisch Verbesserungsvorschläge erarbeitet werden.

Schulbehörde und Politiker eingeladen

Die Veranstaltung soll nach den Ferien und vor der Adventszeit stattfinden. Dazu plant der Schulelternrat, Vertreter der Schulbehörde, der Schule und der Gemeinde sowie als politische Vertreter Christian Dürr und die Landtagsabgeordneten Ansgar Focke (CDU) und Axel Brammer (SPD) einzuladen. Außerdem erwartet Geisler Vertreter von besonders gut und besonders schlecht versorgten Schulen, die über ihre Situation sprechen sollen. Wer das sein soll, stehe noch nicht fest. Nur so viel: Zu den gutversorgten Schulen in der Gemeinde zählen laut Kultusministerium die Grundschule Heide (107,3 Prozent), die Grundschule Dürerstraße (104), die Grundschule Lange Straße (101) sowie das Gymnasium Ganderkesee (100,6). Schlecht dran sind dem Ministerium zufolge unter anderem die Förderschule am Habbrügger Weg (80,1) sowie im weiteren Landkreis die Grundschule Harpstedt (77,9) und die Grundschule Dünsen (80,2).

„Druck gegen die Schulbehörde“

Bei diesem Runden Tisch soll es keineswegs gegen die Lehrkräfte gehen, betont der Schulelternratsvorsitzende, „denn die machen einen guten Job“. Und auch gegenüber der Schulleitung gebe es keine Vorwürfe. „Vielmehr wollen wir Druck gegen das Ministerium und gegen die Schulbehörde aufbauen, um die Unterrichtsversorgung zu verbessern.“ Geislers Hoffnung: Die Oberschule soll auch weiterhin eine „höchstintegrative Schule“ mit dem Leitbild „Wir sind die Schule des sozialen Lernens“ bleiben.


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