Neue Wege für Ganderkeseer Pfadfinder Aktivitäten der Ganderiks geraten ins Stocken

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Wollen auch künftig möglichst vielen Ganderiks auf dem Gelände der einstigen Jugendherberge Birkenheide ein Zuhause bieten: Christoph Mengel und sein Hund Oskar. Foto: Alexander SchnackenburgWollen auch künftig möglichst vielen Ganderiks auf dem Gelände der einstigen Jugendherberge Birkenheide ein Zuhause bieten: Christoph Mengel und sein Hund Oskar. Foto: Alexander Schnackenburg

Ganderkesee. Um die Ganderiks ist es ruhiger geworden. In Zeiten der Ganztagsschule müssen sich auch die Pfadfinder neu orientieren. Ihr Vorsitzender Christoph Mengel glaubt, dass Projektarbeit eine Perspektive bieten könnte.

In diesem Sommer sind die Ganderiks nicht zusammen verreist, wie schon nicht im vorigen. Dabei galt dem Ganderkeseer Pfadfinder-Stamm die Sommerreise lange Zeit als absolutes Muss, als Höhepunkt des Jahres. Ob aber die großen Gemeinschaftserlebnisse wie Gruppenurlaube oder Exkursionen jemals wieder die Bedeutung von einst bei den Pfadfindern gewinnen werden, ist derzeit fraglich. Christoph Mengel, Vorsitzender der Pfadfinderschaft Nordmark, wünscht es sich zwar sehr, hegt aber Zweifel.

„Basis-Quartier“ für Ganderkeseer Pfadfinder

„Pfadfinderarbeit lebt davon, dass man etwas unternimmt“, konstatiert Mengel. Er muss es wissen. Seit etlichen Jahren zählt der 42-jährige zu den Machern nicht zuletzt der Ganderiks, hat bereits im Alter von neun Jahren bei der Ganderkeseer „Sippe Einhorn“ als Pfadfinder angefangen. Das 4,5 Hektar große Grundstück der ehemaligen Jugendherberge Birkenheide, das die Ganderiks zeitweise gepachtet hatten, hat Mengel vor sechs Jahren gekauft und vermietet es nun seinerseits an Jugendgruppen. Vor allem aber erhält er den Ganderiks das Areal als „Basis-Quartier“. Hier treffen sich die derzeit etwa 25 16- bis Anfang 20-jährigen Pfadfinder weiterhin im Wochenrhythmus, um Pläne zu schmieden.

Zu wenige Zeit für Ehrenämter

Zuletzt allerdings mit überschaubarem Erfolg, findet zumindest Mengel. „Man darf das den Leuten nicht verübeln, aber Fakt ist, dass sich immer weniger Jugendliche ehrenamtlich engagieren“, stellt der Leiter einer Spedition fest. Er sieht hierin die logische Konsequenz gesellschaftlicher Entwicklungen, die dem Einzelnen immer weniger Spielraum und Freizeit einräume. „Wer heute als 17-jähriger zur Schule geht, steht dicht vor dem Burnout“, konstatiert er, und stößt damit in das gleiche Horn, in das seit des Siegeszugs der Ganztagsschulen auch die Kirchen, die Feuerwehren, die Musikschulen und diverse Vereine stoßen: Kinder wie Jugendliche hätten kaum noch Zeit, um außerhalb der Schule etwas zu unternehmen und stünden außerdem unter großem Leistungsdruck. Dass dieselben Schüler davor zurückschreckten, sich zusätzliche Verantwortung in Gestalt von Ehrenämtern aufzuladen, sei nur logisch.

Ganderiks müssen umdenken

Allerdings, betont Mengel auch, müsse die Entwicklungen akzeptieren, wer überhaupt noch etwas am Laufen halten wolle. Daher seien die Pfadfinder gefordert, umzudenken, wenn sie ihre „Zunft“ dauerhaft erhalten wollten, sie müssten buchstäblich neue Wege finden. Mengel kann sich etwa vorstellen, dass Projekte Vater-Sohn-Wochenenden oder andere Outdoor-Kurse mittelfristig größere Chancen auf Zulauf hätten als all jene Aktivitäten, die allein von langfristiger und verbindlicher Mitarbeit lebten. Gleichwohl, fügt er nachdenklich hinzu, müsste sich auch für die Workshops erst einmal ein Organisator finden: „Ohne Initiatoren geht es eben nicht. Manchmal glaube ich, dass die jungen Leute gar nicht wissen, was sie ohne unsere Gruppen alles verpassen“, so der passionierte Pfadfinder .


Wer mehr über die Ganderiks erfahren und sich bei ihnen einbringen möchte, ist herzlich eingeladen, sich unter der Email-Adresse „c.mengel@ganderik.de“ direkt an Christoph Mengel zu wenden.

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