Klosterruine Hude An der Klosterruine Hude nagt der Zahn der Zeit

Diskussion über die Zukunft des Klosterensembles im Klostermuseum: (von links) Eigentümerin Greta von Witzleben, Gerhard Wöckel, CDU Hude,, Ansgar Focke, CDU-Lantagsabgeordneter, Dirk Vorlauf, CDU Hude, Gabriel Theermann und Dietmar Bruns, beide Klosterfreunde Hude, sowie Bürgermeister Holger Lebedinzew. Foto: Reiner HaaseDiskussion über die Zukunft des Klosterensembles im Klostermuseum: (von links) Eigentümerin Greta von Witzleben, Gerhard Wöckel, CDU Hude,, Ansgar Focke, CDU-Lantagsabgeordneter, Dirk Vorlauf, CDU Hude, Gabriel Theermann und Dietmar Bruns, beide Klosterfreunde Hude, sowie Bürgermeister Holger Lebedinzew. Foto: Reiner Haase

Hude. Bröckelnde Ruinen und ein Sanierungsstau in den Gebäuden bedrohen das Klosterensemble in Hude. Die Ziele einer Restaurierung sollen jetzt fixiert werden.

An der Klosterruine in Hude nagt der Zahn der Zeit. Und nicht nur aus den steil in den Himmel ragenden steinernen Monumenten aus den Zeiten der Zisterzienser-Mönche lockern sich immer wieder mal Steine. „In Alt-Hude hat sich an allen Gebäuden ein riesiger Sanierungsstau aufgebaut“, stellt Bürgermeister Holger Lebedinzew fest. Bei einem Termin vor Ort forderte er in Übereinstimmung mit der Eigentümerin Greta von Witzleben, mit den Klosterfreunden und mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Ansgar Focke eine grundlegende Planung, wie das historische Ensemble konserviert und weiterentwickelt werden kann. Geht es nach dem Bürgermeister, wird der Masterplan für das Klosterensemble noch in diesem Jahr angegangen.

Kloster identitätsstiftend für Hude

„Die Klosterruine ist identitätsstiftend für Hude. Aber sie darf für die Gemeinde nicht zu einem Fass ohne Boden werden“, betont der Landtagsabgeordnete Focke. Dem Eigentümer, dem Pächter, den Klosterfreunden und dem Abgeordneten ist klar, dass in die Planung und Finanzierung viele Beteiligte einzubeziehen sind. Unter anderem wird auf Fördergelder der Europäischen Union geschielt, die mit Unterstützung der Denkmalbehörde des Landes Niedersachsen eingeworben werden könnten. Focke bietet an, die Behörde, die im Kultusministerium des Landes angesiedelt ist, gemeinsam mit Bürgermeister Lebedinzew für Vorgespräche zu besuchen.

Geld nach Hude umleiten

„Geld gibt es aber nur, wenn ihr wisst, was ihr wollt“, so der Abgeordnete zu den Huder Gesprächsteilnehmern. „Es gibt viele Mosaiksteine. Wir müssen sie zusammenfügen und können dann das Geschachere anfangen“, ergänzt Lebedinzew. Er ist davon überzeugt, dass Geld nach Hude umgeleitet werden kann: „Nach Worpswede fließen viel zu viele Mittel“, weiß er aus seinen beruflichen Tätigkeiten im Landkreis Osterholz-Scharmbeck.

Schiefer Turm steht fest

Der Bürgermeister sieht die Klosterruine als „Baudenkmal zum Anfassen“. Die Klosterfreunde und die Eigentümerin berichten von zwei bis drei Großveranstaltungen pro Jahr, 1800 Teilnehmern bei Führungen und noch einmal 1800 Besuchern des Klostermuseums, von frisch Verheirateten, die sich hier ablichten lassen, von jungen Leuten, die in den Gemäuern herumklettern und wie mancher Tourist gerne mal einen Steinbrocken aus den Gemäuern prökeln. Und auch von handwerklich geschickten Industriekletterern, die Jahr für Jahr in Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde beim Landkreis Oldenburg die steilen Wände emporklimmen und reparieren, was Besuchern auf den Kopf fallen könnte. „Die Ruine wird von der Behörde als ausreichend sicher eingestuft“, betont von Witzleben. Das gelte auch für den „schiefen Turm“, ein Backsteinpfeiler der Ruine, der sich im Laufe der Jahrhunderte ein Stück zur Seite geneigt hat.

Kein Disneyland in Hude

„Wir wollen kein Disneyland“, lautet von Witzlebens Antwort auf den Hinweis des Landtagsabgeordneten, dass Fördergelder gerne an Projekte gegeben werden, für die vor Ort Eigenmittel aufgebracht werden. Die Eigentümerin regt ein Drehkreuz an, mit dem Besucher mit dem Einwerfen von einem Euro zum Denkmalschutz beitragen. Bürgermeister Lebedinzew winkt ab: „Das geht bei der Unteren Denkmalschutzbehörde nicht durch. Wir wollten hier eine kleine Tanksäule für Elektrofahrzeuge aufstellen. Das ist abgelehnt worden.“


Die Gemeinde Hude hat das Gebäudeensemble rund um die Klosterruine 1997 langfristig gepachtet. Eigentümerin Greta von Witzleben erinnert daran, dass das Ensemble 1987 als Denkmal von nationaler Bedeutung eingestuft worden ist. Damals seien 2,1 Millionen Mark in die Restaurierung gesteckt worden. Der Denkmalschutz reiche bis in die 30-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts zurück.

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