Rettungsdienst im Landkreis Oldenburg Heißer Streit um Rettungsdienst im Landkreis Oldenburg

Halb Feuerwehr, halb DRK – und was kommt da noch? Der Ganter vor dem Rettungszentrum Ganderkesee benötigt wahrscheinlich zusätzliches Outfit. Die Gemeinde als Eigentümerin ist offen dafür, dass neben Feuerwehr und DRK-Ortsverein auch die Rettungswache bleibt, wenn es einen Betreiberwechsel gibt. Foto: Reiner HaaseHalb Feuerwehr, halb DRK – und was kommt da noch? Der Ganter vor dem Rettungszentrum Ganderkesee benötigt wahrscheinlich zusätzliches Outfit. Die Gemeinde als Eigentümerin ist offen dafür, dass neben Feuerwehr und DRK-Ortsverein auch die Rettungswache bleibt, wenn es einen Betreiberwechsel gibt. Foto: Reiner Haase

Ganderkeseee/Landkreis Oldenburg. Nach dem Aus für den DRK-Rettungsdienst sucht der Landkreis Oldenburg eine gute Zwischenlösung. Das DRK ist enttäuscht über den Abbruch der Gespräche.

Der linke Flügel des Ganters vor dem Rettungszentrum Ganderkesee in DRK-Bemalung scheint etwas lahm, gestutzt von der Entscheidung des Landkreises Oldenburg, dem DRK-Kreisverband den Auftrag für den Rettungsdienst in Ganderkesee und Hude zu entziehen. Auch wenn der Landkreis am Montag betont hat, dass er am Rettungswachen-Standort Ganderkesee wie auch an dem in Hude nicht rütteln und die ehrenamtliche Arbeit im DRK erhalten und unterstützen will, dürfte ein dritter Nutzer hinzukommen.

Zwischenlösung erforderlich

Aus vertraulichen Sitzungen von Kreistagsgremien ist längst durchgesickert, dass der Rettungsdienst im Norden des Landkreises zumindest für eine Übergangszeit von rund zwei Jahren an den Malteser Hilfsdienst und die Johanniter Unfallhilfe übergehen soll, die bisher für den Rettungsdienst im südlichen Teil des Landkreises zuständig sind. Eine Zwischenlösung ist erforderlich, weil der Landkreis laut Pressesprecher Galeotti vor einem aufwendigen und zeitraubenden Ausschreibungsverfahren nach EU-Recht steht. Die Ausschreibung werde offen sein, auch der DRK-Kreisverband werde sich wieder bewerben können.

DRK-Personal im Blick

Damit es nach dem Aus fürs DRK zum Jahreswechsel keinen Qualitätseinbruch gibt, wird unverhohlen aufs Personal des DRK-Rettungsdienstes geschielt. Der Landkreis will die DRK-Mitarbeiter kurzfristig einladen, wobei auch Möglichkeiten der Weiterbeschäftigung aufgezeigt werden sollen. „Wir haben gute Leute, die gute Arbeit leisten“, betont Gerold Sprung, der Vorsitzende des DRK-Kreisverbands Oldenburg-Land.

Sorge um Beschäftigte

Sprung betont, der Vorstand beschäftige sich zurzeit nicht mit einer Neubewerbung. Ihn treibe vielmehr die Sorge um die Zukunft der 32 Beschäftigten um.

DRK-Kreisverband enttäuscht

Von der Entscheidung des Kreisausschusses, dem DRK-Kreisverband den Rettungsdienstauftrag zu entziehen, ist Sprung enttäuscht; er nennt sie widersprüchlich. „Wir haben geglaubt, in guten Gesprächen zu stehen, die auch zum Ziel führen“, sagt Sprung mit Blick darauf, dass der Landkreis die Entscheidung einmal vertagt, dann mit dem DRK geredet und kurz darauf doch gegen das DRK entschieden hat. Zu den Bemühungen des DRK zählt er die Entlassung des Geschäftsführers, die Übergabe der kommissarischen Geschäftsführung und Fachbereichsleitung an Michael Venzke und die 100000 Euro, die dem Landkreis schon nachgezahlt worden sind. Ein Wirtschaftsprüfer sitze über den Büchern der letzten Jahre und werde seinen Abschlussbericht im September vorlegen. „Der Landkreis erhält, was ihm zusteht“, versichert Sprung. Er verspricht „engagierte Arbeit im Rettungsdienst bis zum letzten Tag“.


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