Prävention am Gymnasium Ganderkesee Schüler lernen Gefahren des Cybermobbings kennen

Von Dirk Hamm

Achtklässler arbeiten das Thema „Cybermobbing“ mittels eines Rollenspiels auf. Polizist Sebastian Nitsch (hinten links) erklärte den Jugendlichen das richtige Verhalten im Netz. Foto: Dirk HammAchtklässler arbeiten das Thema „Cybermobbing“ mittels eines Rollenspiels auf. Polizist Sebastian Nitsch (hinten links) erklärte den Jugendlichen das richtige Verhalten im Netz. Foto: Dirk Hamm

Ganderkesee. Das Smartphone ist gerade für junge Menschen längst so unverzichtbar wie das tägliche Brot geworden. Doch nicht allen sind die Gefahren bewusst, die mit einer sorglosen Verbreitung sensibler Daten einhergehen können, weiß Polizist Sebastian Nitsch: „Vielen Schülern ist nicht klar, welche Konsequenzen etwa das Weiterleiten von privaten Fotos haben kann.“

Nitsch ist Beauftragter für die Prävention bei der Polizei in Wildeshausen. Jetzt war sein Fachwissen im Gymnasium Ganderkesee gefragt, wo alle achten Klassen in diesen Tagen eine vierstündige Einweisung in die Thematik des Cybermobbings durchlaufen. „Das Problem taucht allgemein schon im achten Jahrgang auf“, hat Klassenlehrerin Helen Weiland beobachtet. Allerdings setzt die Gefährdung durch die Verbreitung von Texten, Fotos und Videos, durch die Mitschüler in ihrer Würde verletzt werden können, in vielen Fällen schon früher ein, weiß Sebastian Nitsch: „Viele Schüler bekommen von ihren Eltern in der fünften Klasse zum Einstand ein Smartphone geschenkt.“

Die Präventionsarbeit zum Thema „Cybermobbing“ beginnt deshalb im Gymnasium Ganderkesee bereits in der fünften Klasse, mit einem Informationsabend für die Eltern, erklärt Schulsozialarbeiter Björn Knölke: „Viele unserer Schüler sind in dem Alter bereits bei WhatsApp, Facebook und anderen sozialen Netzwerken aktiv.“

Prävention mit Film und Rollenspiel

Die Präventionsveranstaltung am Montag – an dem Tag war die Klasse 8m an der Reihe – begann in der dritten und vierten Stunde mit einer Filmvorführung. Die Schüler sahen den aufrüttelnden Film „Homevideo“. Der Protagonist nimmt sich am Ende, vom Mobbing durch seine Mitschüler demoralisiert, das Leben. Wie es auch zu einem positiven Ausgang hätte kommen können, spielten die Schüler anschließend in einem Rollenspiel durch. Und zum Abschluss erklärte Sebastian Nitsch den Schülern, wo beim Umgang mit sensiblen Daten die Grenzen liegen. So lernten die Achtklässler etwa, was sich hinter dem „Recht am eigenen Bild“ verbirgt und wie eng der Rahmen des privaten Bereichs gezogen ist, der besonders geschützt ist.


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