Insolvenzverfahren abgeschlossen Betrieb bei Hartwig Maschinenbau in Ganderkesee eingestellt

Kaum noch Aufträge: Hartwig Spezialmaschinenbau hat zum 30. April den Betrieb einstellen müssen. Archivfoto: Thorsten KonkelKaum noch Aufträge: Hartwig Spezialmaschinenbau hat zum 30. April den Betrieb einstellen müssen. Archivfoto: Thorsten Konkel

ken Ganderkesee. Die Würfel sind gefallen: Zum 30. April hat Insolvenzverwalter Berend Böhme aus Bremen den Betrieb des Ganderkeseer Unternehmens Hartwig Spezialmaschinenbau GmbH an der Gustav-Weißkopf-Straße im Gewerbegebiet Westtangente eingestellt. Das hat Böhme auf dk-Nachfrage mitgeteilt. Bis Ende dieses Monats würden die restlichen Projekte noch vollständig abgewickelt. Danach seien die Türen endgültig geschlossen.

Bis zum Jahr 2009, bis zur Wirtschaftskrise, sei das Unternehmen, das Produkte für die Bereiche Auto, Luftfahrt und Windkraft hergestellt hatte, gesund gewesen, sagte Geschäftsführer Mark-Oliver Hartwig am Dienstag gegenüber dem dk. Danach seien die Preise immer weiter in den Keller gegangen. Es habe immer weniger Aufträge gegeben. „Und irgendwann sind wir in finanzielle Schieflage geraten“, so der Geschäftsführer, der am 18. Dezember vergangenen Jahres den Insolvenzantrag gestellt hatte. Am 1. März dieses Jahres ist das Insolvenzverfahren vor dem Amtsgericht Delmenhorst eröffnet worden. Letztendlich sei der Betrieb jetzt eingestellt worden, weil es keine Interessenten und Investoren gegeben habe, die den Betrieb oder nur Teile des Unternehmens hätten übernehmen wollen, so Böhme.

22 Mitarbeiter betroffen

Betroffen seien anfangs 22 Mitarbeiter, von denen einige selbst gekündigt hätten und einigen anderen gekündigt worden sei. Ende April hat Böhme eigenen Angaben zufolge die restlichen 13 Kündigungen ausgesprochen. „Ich stehe nach wie vor in Kontakt mit den Mitarbeitern und versuche, sie in andere Firmen zu vermitteln“, erklärte Hartwig. Das sei zum großen Teil auch schon gelungen.

Nur noch wenige kleine Aufträge

Der Geschäftsführer, der den 1972 in Bremen-Neustadt gegründeten Betrieb von seinen Eltern Christel und Wolfgang übernommen hatte, war nach dem endgültigen Aus traurig und enttäuscht, weil dadurch „eine 44-jährige Tradition zu Grabe getragen worden ist“. Er habe alles versucht und „gekämpft wie ein Löwe“, so Hartwig. Aber nach dem Beginn des Insolvenzverfahrens habe es nur noch wenige kleine Aufträge gegeben. Davon habe das Unternehmen, das Anfang der 80er-Jahre nach Heide und 2012 von dort an die Westtangente gezogen war, nicht mehr leben können.

Immobilie soll jetzt vermietet werden

Jetzt versuche Hartwig, die Immobilie im Gewerbegebiet, die nicht zur Insolvenzmasse gehöre und im Familienbesitz sei, weiter zu vermieten. Außerdem müsse der Maschinenbauingenieur jetzt selbst auf Jobsuche gehen.


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