60.000 Euro teures Hobby Modellbauer finden „Heimathafen“ am Falkensteinsee

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Günter Homann (links) und Norbert Tams achten immer darauf, dass ihre Modellschiffe im besten Licht präsentiert werden. Foto: Antje CznottkaGünter Homann (links) und Norbert Tams achten immer darauf, dass ihre Modellschiffe im besten Licht präsentiert werden. Foto: Antje Cznottka

Falkenburg. Die Modellschiffbauer Norbert Tams und Günter Homann sind seit Jahrzehnten leidenschaftliche Modellschiffbauer. Ihren „Heimathafen“ haben sie am Falkensteinsee gefunden.

„Mein größtes Modell ist 2,60 Meter groß und wiegt 35 Kilogramm“, erzählt Günter Homann. „Und ich saß drauf und bin über den See geschippert“, fügt Norbert Tams lachend an. Seit Jahrzehnten – Homann seit ungefähr 60 und Tams seit rund 40 Jahren – sind die beiden Rentner dem Modellbau verfallen.

„Modellbau-Piraten“ am Falkensteinsee

Gemeinsam mit Frank Schulz und Gabi Herzig haben sie sich unter dem Namen „Modellbau-Piraten“ zusammengeschlossen und frönen ihrem Hobby am Falkensteinsee. „Wir sind froh, dass unser Vermieter Rik Geiger unserer Modellabteilung Platz bietet“, sagt Tams. Deswegen hätten sie Geiger auch gern bei der Organisation des Modellschiffbauertreffens von Donnerstag bis Sonntag unterstützt.

Immerhin habe Tams seit 1979 einen festen Platz am Falkensteinsee und verbringe jeden Sommer hier „Warum auch nicht? Der See ist wunderschön, das ist unser Heimathafen“, fügt der 67-Jährige hinzu.

Wetter kann Modellschiffbauer in Ganderkesee nicht stoppen

„Wenn man einmal infiziert ist, gibt es kein Zurück“, erklärt Tams. Und auch das Wetter könne sie nicht vom Hobby abhalten, fügt Homann an. „Nass wird das Boot so oder so.“ Angefangen habe Tams mit Modellen, die nicht schwerer waren als knapp zwei Kilo. Heute wiegt einer seiner größten Segler, ein Trimaran mit einem zwei Meter hohen Mast, 30 Kilogramm. 1500 Euro hat der Bau gekostet.

Teures Hobby für geduldige Handwerker

„Ungefähr 1000 Euro muss man für ein selbst gebautes Modell inklusive Fernlenkanlage einrechen. Nach oben sind da aber keine Grenzen gesetzt“, weiß Homann. Über die Jahre habe er etwa 60.000 Euro in das Hobby gesteckt. „Aber das will man gar nicht so genau wissen“, bemerkt der 72-Jährige schmunzelnd. Tams hat an den Wochenenden sogar in Bremerhaven Teile von Bohrinseln entrostet und neu lackiert, um sich den Modellbau zu finanzieren.

Vor allem anderen koste das Hobby aber Geduld. „Wenn einem zum 16 Mal die Unterlegscheibe für eine drei Millimeter große Schraube in den Rumpf gefallen ist und man sie mit der Pinzette wieder herausklauben muss, flucht man schon mal“, sagt Tams mit einem verschmitzten Lächeln.

Modellschiffbauer am Falkensteinsee sind „Allesbauer“

Aber wenn er eins der Modelle das erste Mal auf Wasser setzt und merkt, dass es läuft, entschädigt das laut Tams, der auch schon zweieinhalb Jahre an einem Modell gearbeitet hat, für „viele Monate im Keller“. Geschick, Geduld, aber auch technisches Wissen seien daher beim Modellbau gefragt. „Wir stellen immerhin fast alle Teile unserer Schiffe selbst her. Man ist ein Allesbauer“, gibt Homann stolz zu bedenken. Die Modellschiffe lebten schließlich vom Detailreichtum.

Darum wird den beiden eingefleischten Modellbauern ihr Hobby auch nach Jahrzehnten nicht langweilig. Allein zwischen dem Bau von Segelschiffen und Motorbooten lägen Welten. „Kleber, Holz, Metall, Kunststoff, Farbe – man kommt mit so vielen verschiedenen Materialien in Berührung“, betont Homann. Da sei eben auch der Austausch mit Gleichgesinnten wie beim Modellschiffbauertreffen am Falkensteinsee wichtig, um sich Tipps, Ideen und Inspirationen zu holen. Auf die Wiederholung des Treffens im nächsten Jahr freuen sie sich deswegen jetzt schon.


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