Zusammenhang mit Erdgasförderung Keine starken Schäden nach Erdbeben im Landkreis Oldenburg

Ein leichtes Erdbeben hat Bewohner in der Gemeinde Wardenburg am Donnerstag verunsichert. Ein Zusammenhang mit der Erdgasförderung in Hengstlage ist wahrscheinlich. Symbolbild: dpa (Daniel Reinhardt)Ein leichtes Erdbeben hat Bewohner in der Gemeinde Wardenburg am Donnerstag verunsichert. Ein Zusammenhang mit der Erdgasförderung in Hengstlage ist wahrscheinlich. Symbolbild: dpa (Daniel Reinhardt)

Landkreis Oldenburg. Zu einem Erdbeben der Stärke 2,7 war es am Donnerstagnachmittag, 14. Januar, im Landkreis Oldenburg gekommen. Gravierende Schäden an Häusern sind nicht gemeldet worden.

Einzelne Meldungen von Rissen im Putz seien eingegangen, berichtet Monika Bischoff, Mitarbeiterin beim Niedersächsischen Erdbebendienst. „Es muss aber noch untersucht werden, ob die Schäden tatsächlich auf das Erdbeben zurückzuführen sind“, fügt sie an.

Epizentrum des Bebens liegt im Erdgasfeld Hengstlage

Das Beben sei in einem Umkreis von zwölf mal zwölf Kilometern spürbar gewesen, beschreibt die Geophysikerin. Das Epizentrum, der Ort des Erdbebens, lag im Erdgasfeld Hengstlage in der Gemeinde Wardenburg. Ein Zusammenhang mit der Erdgasförderung ist laut Bischoff wahrscheinlich. Durch die Erdgasförderung entstünden Druckabsenkungen und Druckunterschiede an den Rändern der Abbaugebiete. So würden sich über einen längeren Zeitraum Spannung aufbauen, die sich aber plötzlich entlüden.

Keine gravierenden Schäden nach leichtem Erdbeben im Landkreis Oldenburg

Die Intensität des Bebens muss laut Joachim Fritz, Leiter des LBEG-Referats Bauwirtschaft, Baugrund und Georisiken noch ausgewertet werden. Die Intensität habe aber deutlich unter dem Wert gelegen, ab dem gravierende Schäden an Gebäuden zu erwarten sind. Sollten Bewohner doch Schäden an ihren Häusern entdecken, sei es empfehlenswert, sich bei Exxon Mobile Production Deutschland, dem Betreiber des Erdgasfeldes, zu melden.

Bewohner reagieren erschrocken auf Erdbeben

„Insgesamt 30 Erschütterungsmeldungen aus Huntlosen, Halenhorst, Wardenburg, Sandkrug und Sandhatten sind eingegangen“, fasst Bischoff zusammen. Bewohner der betroffenen Gebiete berichteten in einem „Erdbeben-Fragebogen“ des Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) und der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) von „leicht bis stark klappernden Türen, Fenstern und Geschirr“. Andere Zeugen hätten hingegen keine Erschütterung, sondern ein akustisches Signal, „einen Knall“, wahrgenommen.

„Wir konnten den Berichten auch entnehmen, dass die Betroffenen durchaus erschrocken reagiert haben“, sagt Fritz. Er empfehle allerdings, sich nicht zu sehr davon vereinnahmen zu lassen. Die größte Gefahr für Menschen gehe bei Erdbeben von herabfallenden Gegenstände aus, erläutert Bischoff. „Das ist am Donnerstag und bei anderen Erdgasbeben nicht vorgekommen.“

Keine Meldungen nach Erdbeben an Gemeinde Wardenburg

„Es hat sich niemand im Rathaus gemeldet. Ich habe davon auch nur aus der Presse erfahren“, berichtet Frank Speckmann, Bauamtsleiter und allgemeiner Vertreter der Bürgermeisterin der Gemeinde Wardenburg. Auch in der Vergangenheit hätte er keine Rückmeldung der Bürger zu Erdbeben in der Region erhalten.

„In den vergangenen anderthalb Jahren wurden zwei Erdbeben in Hengstlage beobachtet“, erläutert Bischoff. „Wir können Beben in dieser Stärke in der Zukunft nicht ausschließen.“ Ein verbessertes Überwachungssystem für seismische Ereignisse des Wirtschaftsverbandes Erdöl- und Erdgasgewinnung (WEG) sei die Konsequenz. So seien nun auch die Erdgasfördergebiete durch Messsysteme westlich der Weser abgedeckt.


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