Gewerbegebiet Ganderkesee-West Verwaltung will keinen Fitnesspark in Grüppenbühren

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Die Bremer Firmengruppe „Fitness Park“darf im Gewerbegebiet Ganderkesee-West keinen Kletter- und Fitnesspark bauen. Hier die Innenansicht in eine ähnliche Anlage in Stuhr-Brinkum Foto: Fitness Park Am Becketal GmbHDie Bremer Firmengruppe „Fitness Park“darf im Gewerbegebiet Ganderkesee-West keinen Kletter- und Fitnesspark bauen. Hier die Innenansicht in eine ähnliche Anlage in Stuhr-Brinkum Foto: Fitness Park Am Becketal GmbH

Ganderkesee/Grüppenbühren. Die Bremer Firmengruppe „Fitness Park“ darf im Gewerbegebiet Ganderkesee-West keinen Kletter- und Fitnesspark bauen.

Gegen die Ansiedlung des Premium-Sportangebotes, für dass das Unternehmen fünf Millionen Euro Baukosten eingeplant hatte, hat sich jetzt der Ganderkeseer Verwaltungsausschuss in nichtöffentlicher Sitzung ausgesprochen. „Die Mitglieder des Verwaltungsausschusses haben umfassend abgewogen und sich am Ende dagegen entschieden“ sagte Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas.

Zu wenige Arbeitsplätze

Dabei habe die Anzahl an zu schaffenden sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen eine große Rolle gespielt. „Man muss bedenken, welche erheblichen Aufwendungen unternommen wurden, um das Gewerbegebiet zu schaffen. Da muss das Verhältnis von Arbeitsplätzen und Fläche stimmen “, sagte die Verwaltungschefin.

Karim Sandtmann, Mit-Geschäftsführer der Bremer Firmengruppe „Fitness Park“, hält die Absage für eine „politische Entscheidung“, obwohl laut ihm formale Gründe wie die Anzahl der Arbeitsplätze und die fehlende „Überregionalität“ den Ausschlag für die Ablehnung gegeben haben. „Wir sehen nach wie vor ein großes Potenzial in Ganderkesee für dieses Sportangebot mit Fitness- und Kletterhalle. Ganderkesee und wir hätten sehr gut zueinander gepasst. „

Chance vertan“

Die Gemeinde hat hier eine historische Chance vertan“, erklärte er am Donnerstag. Bis zu 26 Arbeitsplätze wollte das Unternehmen in seinem Fitness- und Kletterpark schaffen, der auf rund 1,1 Hektar Fläche hätte entstehen sollen: Neben zwölf Vollzeitstellen wären dies vier Teilzeitarbeitsplätze und zehn Minijobs gewesen. Das strikte Festhalten an Kriterien hält Sandtmann für falsch. „Wenn Ganderkesee sein Gewerbegebiet in Zeiten der Niedrigzinspolitik nicht vollbekommt, weil es in seinem Kriterienkorsett erstarrt, was soll dann erst werden, wenn Baugeld wieder teurer wird?“, fragt er.

Politik ist geteilter Meinung

Die Ganderkeseer Politik reagierte gestern geteilt auf das Aus für den Fitnesspark in Grüppenbühren.

Grüne geben sich gar gespalten

Gespalten zeigten sich gar die Grünen :Während Dr. Volker Schulz-Berendt das Aus begrüßet, erklärte Dr. Reinhold Schütte: „Ich hätte dafür gestimmt“. Dr. Volker Schulz-Berendt beteuerte, dass es richtig sei, vorhandene Fitness-Anbieter im Ort nicht zu schädigen. Auch die große Anzahl von rund 180 Parkplätzen hätten nicht ins Gewerbegebiet, gepasst.

„Nur Produktion ansiedeln“

„Ganderkesee-West sollte produzierendem Gewerbe vorbehalten sein“, sagte Schulz-Berendt. Zudem sei die Einhaltung der Ansiedlungskriterien wichtig, da sonst möglicherweise mit Regressforderungen durch das Land zu rechnen sei, das den Bau des Gewerbegebiets mit erheblichen Summen gefördert habe. Für Dr. Reinhold Schütte wäre vor allem das Kletterangebot an dem „idealen Standort mitten im Gewerbegebiet“ zukunftsweisend gewesen und hätte ein Alleinstellungsmerkmal bedeutet. „Das wäre ein sehr gutes Angebot für die Jugend gewesen“, sagte Schütte.

Freie Wähler: „Eingesessene Anbieter schützen“

Arnold Hansen, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, bedauerte zwar, dass es für jüngere Sportler nun kein zusätzliches Angebot geben werde, stellte aber klar: „Wir waren von vornherein dagegen, das hätte für das bestehende Life-Fitnessstudio im Ort sicher den Tod bedeutet“.. Zudem sei Fitness derzeit ein Trend. „Was ist in zehn Jahren?“, fragte Hansen und erinnerte an das „Delmare“ in Delmenhorst, jene Freizeit- und Sport-Halle, die nach der Pleite ihrer Betreiber rund ein Jahrzehnt lang leer stand und später abgerissen wurde.

Marbach/UWG wollte Park

Ganz deutlich für den Fitnesspark habe sich die Fraktion Marbach/UWG ausgesprochen, beteuerte Christian Marbach: „Wir haben diese Investition sehr positiv gesehen und haben im Wirtschaftsausschuss dafür gestimmt“, sagte er. „Beinahe-Investor“ Karim Sandtmann interessiert sich inzwischen schon für drei weitere mögliche Fitnesspark-Standorte – außerhalb der Gemeinde Ganderkesee.


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