Müllers Wurstdiele in Heide Ausgebildete Fleisch-Fachkräfte werden rar

Von Reiner Haase

Betriebserkundung auf Gut Nutzhorn: Die Sozialdemokraten Fred Molde, Detlev Diepenbrock und Rolf Oetken (von rechts) schauen Hergen Kämena beim Füttern eines Mastbullen über die Schulter. Foto: Reiner HaaseBetriebserkundung auf Gut Nutzhorn: Die Sozialdemokraten Fred Molde, Detlev Diepenbrock und Rolf Oetken (von rechts) schauen Hergen Kämena beim Füttern eines Mastbullen über die Schulter. Foto: Reiner Haase

Nutzhorn. In Müllers Wurstdiele werden vier junge Leute zu Fachkräften ausgebildet. Hergen Kämena, Inhaber von Müllers Wurstdiele, sieht die Berufsbilder vom Aussterben bedroht.

Fleischer und Fleischereifachverkäuferin sind vom Aussterben bedrohte Ausbildungsberufe. An der Berufsschule in Oldenburg gibt es nur noch eine gemeinsame Klasse. Hergen Kämena, Inhaber von Müllers Wurstdiele in Heide und Herr auf Gut Nutzhorn, wundert das nicht: „In den Großschlachtereien macht ein Arbeiter am Fließband drei Schnitte, und dann kommt der nächste Arbeiter wieder mit drei Schnitten.“

Vier Auszubildende

Gegen den Trend in der Branche gibt es in der Wurstdiele vier Auszubildende, drei für den Verkauf und einen in der Fleischerei. Das berichtete Kämena am Sonnabend einer Abordnung des SPD-Ortsvereins Ganderkesee bei einer Betriebserkundung. Hinzu komme ein Mitarbeiter mit Beeinträchtigung als Langzeitpraktikant. Der Behinderte hat sich laut Kämena gut eingearbeitet, das Praktikum laufe aber in Kürze aus. Der SPD-Vorsitzende Rolf Oetken will zwecks Austauschs über die arbeitsrechtlichen Möglichkeiten einen Kontakt zu K-Nord in Ganderkesee vermitteln, wo Praktika Behinderter in feste Arbeitsverhältnisse gemündet sind.

Reifen in Rindertalg

„Dry Aged Beef“ sei bei Gourmets beliebt und werde teuer bezahlt, berichtete Kämena. Das Steakfleisch reife ganz langsam an trockener Luft. Die Wurstdiele will einen anderen, genauso alten und zwischenzeitlich vergessenen Weg der Erzeugung besonders schmackhaften Fleisches gehen: Reifen in Rindertalg, wie zu Opas Zeiten.


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