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Neuartige Bier-Zapfanlage Wildeshauser wagt sich auf VOX in die Höhle der Löwen

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Jörg Blin (links) versucht in der Höhle der Löwen die Unternehmer Jochen Schweizer, Lencke Steiner und Frank Thelen (von links) von seinem Zapfsystem zu überzeugen. Foto: VOXJörg Blin (links) versucht in der Höhle der Löwen die Unternehmer Jochen Schweizer, Lencke Steiner und Frank Thelen (von links) von seinem Zapfsystem zu überzeugen. Foto: VOX

Wildeshausen. Ein gutes Pils dauert sieben Minuten. Aber nicht mit der neuartigen Zapfanlage „Bottoms Up“ des Wildeshauser Gastronomen Jörg Blin. Mit seinem Produkt wirbt er an diesem Dienstag um 20.15 Uhr beim VOX-Erfolgsformat „Die Höhle der Löwen“ um Investoren.

Die Geschichte von Jörg Blin und der Zapfanlage „Bottoms Up“ beginnt im März 2013. Auf Facebook hatte er ein Video aus den USA gesehen, wie eine Zapfanlage einen Plastikbecher innerhalb von wenigen Sekunden durch eine Art Ventil von unten mit Bier füllt. Sauber gezapft, mit perfekter Schaumkrone. „Ich habe das ganze zuerst für einen Fake gehalten“, sagt Blin im Gespräch mit unserer Zeitung. Wenig später kam dann die Überlegung: „Wenn das tatsächlich funktioniert, muss es unbedingt nach Deutschland.“

Alles auf eine Karte gesetzt

Angetrieben von dieser Vision begann für Blin eine kleine Odyssee. „Ich habe ein halbes Jahr lang täglich versucht, Kontakt zu dem Hersteller aufzubauen“. Jeden Tag habe er in den USA angerufen und E-Mails geschickt. Ohne Erfolg. „Außer automatisierten Antwortschreiben habe ich nichts bekommen“, so der Gastronom. Also setzte er alles auf eine Karte, stieg ins Flugzeug und flog in die Vereinigten Staaten. „Ich dachte mir, meine letzte Chance ist, da einfach an die Tür zu klopfen und zu sagen: Hier bin ich.“

„Der muss es ernst meinen“

Anders als bei seinen bisherigen Versuchen, wurde ihm die Tür geöffnet. „Ich habe dann mit dem Hersteller zusammengesessen, Bier getrunken und mich mit ihm über mein Vorhaben unterhalten“, blickt Blin zurück. Die Reaktion des Erfinders: „Wenn sich einer aus Deutschland ohne einen Termin auf den Weg in die USA macht, muss er es ernst meinen.“ Und Blin meinte es ernst. Nach ersten Geschäften, die per Handschlag abgewickelt wurden, besitzt der Wildeshauser seit Anfang 2015 das Exklusivrecht, „Bottoms Up“ in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg zu vertreiben.

Im Fernsehen auf Investorensuche

An diesem Dienstag stellt Blin seine Zapfanlage in der VOX-Erfolgsshow „Die Höhle der Löwen“ vor, in der Erfinder oder Unternehmer mit ihrem Produkt um Investoren werben. Blin steht in der Sendung vor den fünf millionenschweren Unternehmern Vural Öger (Öger Tours), Judith Williams (Teleshopping), Jochen Schweizer (Erlebnisgeschenke), Lencke Steiner (W-Pack, Bremen) und Frank Thelen (Start-up-Experte). Kann er einen oder mehrere der Unternehmer von sich, seinem Produkt und seinem Konzept überzeugen, steht eine große Finanzspritze ins Haus.

Verhandlungen für Bundesliga-Stadien

Und die Chancen stehen nicht schlecht. „Bottoms Up“ kann den Bierabsatz nach eigenen Angaben zu Stoßzeiten um bis zu 100 Prozent steigern. Mit der großen Anlage seien bis zu 60 Bier in einer Minute zu zapfen. Und das mit einem System, das kein Fachpersonal benötigt. Becher aufstecken, Bier von unten in den Becher einströmen lassen, fertig. Die Anlagen sind besonders tauglich für Großveranstaltungen und Stadien. So hat Blin bereits das Stadion des Drittligisten Holstein Kiel mit „Bottoms Up“ ausgestattet. Derzeit liefen weitere Verhandlungen mit Bundesligisten. „Für mich als Werder-Fan ist es natürlich ein Traum, irgendwann meine Becher im Weserstadion zu sehen“, sagt Blin.

Der teuerste und auch der billigste Becher

Preislich sind die „Bottoms Up“-Becher aufgrund des Magnetverschlusses im Boden natürlich deutlich teurer als herkömmliche Bierbecher. „Es ist der teuerste Becher am Markt“, sagt Blin. „Gleichzeitig ist es aber auch der Billigste, da wir die Metallscheibe im Boden als Werbeträger verkaufen. Darauf können sich Firmen präsentieren oder die Magnetscheiben können zum Beispiel als Rabattcoupon vermarktet werden um den Mehrpreis zu kompensieren.“ Gleichzeitig spare man laut Blin weitere Kosten, da durch die Zeitersparnis weniger Personal benötigt werde und durch das System nahezu verlustfrei gezapft werden könne, weil kein überflüssiger Schaum entstehe.

Weg ins Fernsehen war nicht geplant

Dass der Wildeshauser den Weg ins Fernsehen geht, sei nicht geplant gewesen. „Das entstand aus einer Unterhaltung unter Freunden.“ Einer habe aus Spaß gesagt, dass Blin sich dort bewerben solle. Gesagt, getan – eine Woche später erhielt er die Zusage und es wurde eine kleine Homestory gedreht. Dass am Ende vielleicht sogar eine größere Finanzspritze daraus resultieren könnte, war für Blin zunächst von gar nicht so großem Interesse. „Ich habe mir gedacht, dass ich da einfach den großen Werbe-Effekt mitnehmen kann“, sagt er.

Sendung am Dienstag um 20.15 Uhr

Ob er einen Investor von „Bottoms Up“ überzeugen konnte, sehen die Zuschauer am 15. September ab 20.15 Uhr auf VOX. Unterdessen geht Blin die nächsten Schritte. Während bislang nur Anlagen für das Gastro-Gewerbe vertrieben werden, überlegt der Wildeshauser, demnächst auch Anlagen für den Privatgebrauch ins Portfolio aufzunehmen. Außerdem will er seinen Anlagen einen edleren Touch verpassen: „Auf der Braumesse in Nürnberg werden wir im November ein echtes „Bottoms Up“-Glas vorstellen.“ Damit könnte das System auch für Restaurants oder Catering-Services interessant werden. Ein Investment eines millionenschweren Löwen kann da bestimmt nicht schaden.


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