Sport in der Grundschule Hude-Süd Sport treiben statt sitzenbleiben

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Hude. Mit viel Sport schwimmt die Grundschule Hude-Süd gegen den Trend in Niedersachsen. Die Kooperation mit dem TV Hude wird dank Gönnern ausgebaut.

Sport ist das Lieblingsfach der Kinder. Und es ist wissenschaftlich erwiesen, dass sich die Noten in anderen Fächern verbessern, wenn die Kinder ausreichend sportlich aktiv sind. In der Grundschule Hude-Süd sind die Botschaften angekommen: „In Kooperation mit dem Turnverein Hude bieten wir allen unseren ersten und zweiten Klassen eine zusätzliche dritte Sportstunde je Woche. Die dritten und vierten Klassen haben ebenfalls die Möglichkeit im Arbeitsgemeinschaften-Band eine dritte Sportstunde anzuwählen. Zudem stehen auch im Ganztagsangebot von Montag bis Mittwoch jeden Tag sportliche Angebote zur Verfügung“, berichtet Schulleiterin Birte Kempers.

Gegen den Strom

Die Schule an der Glatzer Straße in Hude schwimmt damit gegen den Strom in Niedersachsen. Dem wenige Tage alten Kinder- und Jugendsportbericht der Krupp-Stiftung zufolge trägt das Land mit zwei Sportstunden in der Pflichtstundentafel bundesweit die Rote Laterne. Autor Werner Schmidt, Professor für Sportwissenschaften an der Universität Duisburg-Essen, weist überdies darauf hin, dass 80 Prozent der Sportstunden von fachfremden Lehrkräften geleitet werden. Schmidt bezeichnet den Sportunterricht als „griffigstes Mittel der Primärprävention“, besonders für Kinder aus prekären Verhältnissen. Kempers ergänzt die integrative Wirkung des Sports für Flüchtlingskinder: Sport habe „verbindende Wirkung auch über Sprachgrenzen hinaus“.

Doppelte Auszeichnung

Die Grundschule Hude-Süd hat vom Kultusministerium und vom Landessportbund schon zweimal das Zertifikat „Sportfreundliche Schule“ zugesprochen bekommen. In der Begründung wird auf die Zusammenarbeit von Schule, Turnverein, Bürgerstiftung und Ingrid-Schoof-Stiftung hingewiesen. Das Engagement der Schule, günstige Preise des Turnvereins und die finanzielle Unterstützung der Gönner ermöglichen die zusätzliche Bewegungsförderung nun bald im vierten Jahr.

Bewegte Pausen

Das Erfolgskonzept wird laut Felix Lingenau, Sportreferent des TV Hude, im kommenden Schuljahr weiter ausgebaut. Neu werde im Schuljahr 2015/2016 sein, dass Freiwilligendienstleister des TV Hude auch bewegte Pausenangebote gestalten und im sonstigen Schulalltag die Lehrkräfte dabei unterstützen, bewegte Momente in den Unterricht einzubauen.

Gegen Frust und Folgekosten

Professor Schmidt sagt Schäden, Frust und hohe Folgekosten voraus, wenn am Sportunterricht gespart wird. An der Grundschule Hude-Süd wird in seinem Sinne gearbeitet: Wer sich bewegt, bleibt nicht sitzen. Die Zusammenarbeit mehrerer Institutionen macht die „Sportfreundliche Schule“ zum Vorzeigeprojekt.


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