B-212-Umbau in Grüppenbühren Bookholzberger leiden unter Verkehrslärm

Meine Nachrichten

Um das Thema Ganderkesee Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

An der Umleitungsstrecke in Höhe der Stenumer Straße sind Anwohner in Sorge wegen des hohen Lastwagen-Aufkommens. Sie fordern Maßnahmen gegen den nächtlichen Verkehrslärm. Claas Hofmann (links) hat ihren Zorn auf ein Plakat gemalt. Foto: Thorsten KonkelAn der Umleitungsstrecke in Höhe der Stenumer Straße sind Anwohner in Sorge wegen des hohen Lastwagen-Aufkommens. Sie fordern Maßnahmen gegen den nächtlichen Verkehrslärm. Claas Hofmann (links) hat ihren Zorn auf ein Plakat gemalt. Foto: Thorsten Konkel

Bookholzberg. Während der Sperrung der B 212 liegen bei Anwohnern an der Umleitungsstrecke die Nerven blank: Die Laster sind zu schnell und zu laut, heißt es in Bookholzberg.

„Dieser Lärmterror...“, Behördenirrsinn“, „Lkw-Wahnsinn“. Wortfetzen dringen gestern Mittag durch den Verkehrslärm an der Stenumer Straße. Große Sattelzüge zwängen sich unter den Augen erboster Anwohner dicht an dicht durch die Bookholzberger Einfallstraße. Rund 200 Meter nach dem Ortseingang hat Anwohner Claas Hofmann die lautstark diskutierenden Bürger vor einem Protestschild versammelt. In ihrem Ärger vereint sie die Sorge um die Gesundheit.

Bookholzberger leiden unter der Zunahme des Verkehrs

„Durch die Sperrung der B 212 in Höhe Grüppenbühren läuft der gesamte Verkehr in und aus Richtung Wesermarsch und zum Netto-Lager jetzt durch Bookholzberg“, erklärt Hofmann das Problem.

Das sei vor allem nachts unerträglich, ergänzt Anwohnerin Marina Wiechmann: „Es ist viel zu laut, ich kann nicht mehr durchschlafen“, sagt sie.

Lastwagen sollen zu schnell unterwegs sein

Hofmanns Hände zittern, als er einen Zettel mit der von ihm in der Nacht zum Montag selbst durchgeführten Lastwagenzählung vorzeigt. „Uns reicht das jetzt“, sollen die Zahlen belegen. „Die Laster rasen dabei auch noch durch den Ort, anstatt sich an Tempo 50 zu halten“, betont er.

Seitdem die Hauptverkehrsader B 212 wegen der Anbindung des Gewerbegebietes Ganderkesee-West vorübergehend gekappt ist, hat auch Dietmar Mietrach, Chef des Vereins „Wir in Bookholzerg“ (WiB), auf der offiziellen Umleitungsstrecke die deutliche Zunahme des Schwerlastverkehrs festgestellt.

Großer Druck auf Anwohner

„Der Druck ist groß, vor allem die Anwohner der Stenumer Straße leiden unter Verkehrslärm“, sagt er. Und er spricht dabei offen von „Lastwagen-Karawanen“, die sich vom Elmeloher Kreisel nach Bookholzberg schlängeln.

Protest mit Transparent

Zurück am Protestort: „STOP dem LKW-Wahnsinn“ hat Claas Hofmann auf sein Transparent geschrieben. Das wollen zwei Lastwagenfahrer auf dem Weg zum Netto-Lager nicht unkommentiert lassen. Sie bremsen spontan und steigen aus.

„Wir können doch auch nichts dafür, der lange Umweg kostet uns am Tag gut eine Dreiviertelstunde“, sagt einer. „Das geht doch nicht gegen euch, wir wollen bloß, dass die Umleitung aufgehoben wird, denn trotz der Baustelle gibt es an der B 212 doch genügend Platz, um eine Ampel aufzustellen und den Verkehr direkt halbseitig vorbeizuführen“, rechtfertigt Hofmann sich.

Umleitung begünstigt rasches Bautempo

Als Untere Verkehrsbehörde ist die Gemeinde Ganderkesee für die Umleitungsstrecke zuständig. Gemeindesprecher Hauke Gruhn teilte gestern auf dk-Nachfrage mit, warum die Idee der Bürger nicht umgesetzt werden kann.

Eine wechselseitige Vorbeiführung an der Baustelle sei mit Blick auf lange Rückstaus auf der B 212 sowie zugunsten eines schnelleren Baufortschritts nicht möglich. „Dafür kann die Bauzeit verkürzt werden,“ sagte er. Statt erst im Oktober könnte nun der Lieferverkehr zum Netto-Lager voraussichtlich schon Anfang September wieder direkt von der Autobahn zum Lager fahren – ohne kilometerlangen Umweg über Bookholzberg.

Geschwindigkeitskontrollen an Stenumer Straße

Und auch das Tempo an der Stenumer Straße werde kontrolliert. Gestern Mittag hatte die Verwaltung bereits ein Geschwindigkeitsdisplay am Ortseingang aufstellen lassen. Für Verwirrung hatte die zunächst angekündigte Vollsperrung der Auf- und Abfahrt Ganderkesee-West der Autobahn 28 gestiftet.

„Die Auf- und Abfahrt werden erst in eineinhalb bis zwei Wochen gesperrt wegen Fräsarbeiten“, klärte Gruhn auf. Solange sei der Weg von und zur Autobahn aus Richtung Ganderkesee aber noch frei. Insgesamt, so ist geplant, sollen alle Bauarbeiten bis zum 15. Oktober abgeschlossen werden. Schon jetzt weist die Verwaltung auf weitere Arbeiten hin. Der Bau der Lärmschutzwand hat sich verzögert; ursprünglich sollte er parallel zum Straßenbau stattfinden. Doch habe die Ausschreibung kein annehmbares Angebot erbracht. Eine neue Ausschreibung soll nun in Kürze erfolgen, danach soll mit dem Bau der Wand begonnen werden.


Die Umleitung führt (aus Bookholzberg kommend) über die Route Stenumer Straße – Am Hünengrab – Dorfring – Steenhafer Berg – Elmeloher Kreisel – Almsloher Straße – Anschlusstelle Ganderkesee-Ost – Oldenburger Straße. In der Gegenrichtung wird der Verkehr in umgekehrter Reihenfolge umgeleitet. Fußgänger und Radfahrer sind von der Vollsperrung ausgenommen.

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN