GartenKultur-Musikfestival Kunsthandwerk in Hude: Leichtfüßig mit grünen Haaren

Von Frederik Grabbe


Hude. Im Kopf haben sie Sägemehl, als Haarpracht bedeckt Gras ihr Haupt: Das Huder GartenKultur-Musikfestival stand am Sonntag ganz im Zeichen des Kunsthandwerks.

Im Wind Tanzende Gondolieri, Sägemehl-Köppe mit Grashaar, laszive Strandschönheiten aus Ton: Der Ideenreichtum zahlreicher Kunsthandwerker beim Huder GartenKultur-Musikfestival war kaum zu überbieten. Hunderte Besucher strömten über die die Wege der Huder Klosteranlage, Ausrufe der Verblüffung über einfallsreich umgesetzte Werke waren oft zu hören.

Grünhaarige Zwerge, einfallsreich kreiert

„Das ist ja genial!“, rief etwa eine Dame am Stand von Bernhardine Kröger aus Obenstrohe bei Varel aus. Der Grund: An Krögers Stand waren reihenweise Köpfe aufgestellt. Ihr Haupthaar bestand aus: Gras. Diese Köpfe, mal verziert mit Brillen oder Schleifen, verdeutlichen nur dass, was Kröger eigentlich verkaufte: Mit Sägemehl gefüllte Säckchen aus Perlonstrümpfen, die mit Knopfaugen besetzt sind. An der Oberfläche sitzen Gras-Samen. Vollgesogen nach einer viertel Stunde im Wasser im heimischen Waschbecken sprießen nach sieben Tagen die ersten grünen „Haare“. Nach drei Wochen müssen sie schon geschnitten werden. Die grünhaarigen Zwerge müssen also zum „Friseur“.

Stählerne Bootsschiffer tanzen im Wind

Ein paar Meter weiter am Stand von Paul Hüls aus Bocholt wunderten sich die Passanten über dessen im Wind tanzende Konstruktionen: Aus Stahl geschmiedete Bootsschiffer oder Artisten mit Balancierstange hat Hüls auf das Ende einer Edelstahlstange platziert. Diese schwingen leichtfüßig hin und her. „Auf die Idee hat mich meine Frau gebracht. Sie wollte etwas für den Garten, was eben nicht so im Baumarkt zu kaufen gibt“, sagte Hüls. Das Fotografieren der filigranen Figuren war allerdings verboten. Grund: Hüls hat schlechte Erfahrungen mit Nachahmern gemacht.

Einfach, aber einfallsreich

Solche einfachen, aber einfallsreichen Ideen gab es vielerorts zu sehen: So hat Petra Heßling aus Jaderberg Ketten und Anhänger aus Aluminium entworfen, dessen Perlen sich austauschen lassen. Schmuck und Kleidung leichter lassen sich so leichter kombinieren. Christina Itzigehl-Steinert aus Minden formt aus Ton menschliche Figuren in lustigen Posen. Mal stemmt ein Mann oberkörperfrei empört seine Arme in die Seiten, mal rekelt sich eine vollschlanke Dame auf dem Boden. Mit Humor, „aber ohne Häme“, so Itzigehl-Steinert, möchte sie die Menschen zum Lachen bringen. Ihr Handwerkszeug dazu hat sie übrigens vom Zahnarzt. Mit kleinen „Spateln und Piekern“ aus dem Dentallabor bearbeitet sie den halbgetrockneten Ton und verleiht den bräunlichen Figuren Ausdruckskraft.