Besondere Pflege Baum des Jahres 2015 nur zweimal im Hasbruch zu finden

Von Reiner Haase

Förster Rainer Städing misst nach und schätzt: Der als Habitatbaum gekennzeichnete Feldahorn im Hasbruch hat rund 30 Zentimeter Durchmesser, ist rund 15 Meter hoch und an die 100 Jahre alt.Foto: Reiner HaaseFörster Rainer Städing misst nach und schätzt: Der als Habitatbaum gekennzeichnete Feldahorn im Hasbruch hat rund 30 Zentimeter Durchmesser, ist rund 15 Meter hoch und an die 100 Jahre alt.Foto: Reiner Haase

Hasbruch. Der Feldahorn, Baum des Jahres 2015, ist im Hasbruch eine Rarität. Das von Förster Städing entdeckte Exemplar wird als Habitatbaum gehegt.

Selbst dem erfahrenen Förster Rainer Städing fällt es nicht leicht, den Baum des Jahres 2015 im Hasbruch zu finden. Kein Wunder: Auf 630 Hektar stehen die Bäume dicht an dicht, und vom „Acer campestre“, gemeinhin Feldahorn genannt, gibt es in dem großen Wald auf Ganderkeseer und Huder Gebiet nur zwei Exemplare als Baum.

Als Strauch am Waldrand

„Hier gibt es den Feldahorn wesentlich häufiger als Strauch am Waldrand“, berichtet der Pressesprecher der Landesforsten. Eine Hecke, mehr als einen Kilometer lang, hat der Oldenburger entlang der Bremer Straße in Hurrel entdeckt. „Der Feldahorn ist sehr triebfreudig und eignet sich auch als Heckenstrauch für den heimischen Garten“, so Städing.

Im Klimawandel resistent

Im Kuratorium zur Wahl des Baums des Jahres hat Städing selbst für den Feldahorn und gegen die Fichte gestimmt. „Er verdient mehr Beachtung“, ist der Förster überzeugt; er will die Kollegen in den Revieren dazu bewegen, im Sinne der Artenvielfalt bei der Auswahl von Setzlingen häufiger an den Baum des Jahres 2015 zu denken. Bei der Empfehlung hat er auch den Klimawandel im Blick: Der Feldahorn liebe Wärme und werde sich höheren Temperaturen anpassen.

Alter Freund des Menschen

Der aus dem Mittelhochdeutschen verbliebene Name Maßholder, Maß für Speise und Holder für den holunderähnlichen Wuchs, verweise auf ein enges Verhältnis von Mensch zu dieser Pflanze in früheren Zeiten, erläutert Städing: „Der Feldahorn schlägt aus, wenn die Wintervorräte ausgingen. Die jungen Blätter wurden wie Sauerkraut zubereitet.“ Auch dem Vieh seien die Blätter zum Fraß vorgeworfen worden.

Hege bis zum Ende

Der von Städing im Hasbruch aufgespürte Feldahorn ist mit blauer Farbe als Habitatbaum gekennzeichnet: Er wird gehegt, bis er umstürzt und zu Humus zerfällt. Das kann noch lange dauern. Der Förster schätzt das Alter auf 80 bis 100 Jahre. Der Feldahorn-Baum kann bis zu 200 Jahre alt werden.