Einblick ins Netto-Lager Aus Ganderkesee werden täglich 234 Märkte versorgt

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Grüppenbühren. 234 Märkte versorgt das Netto-Lager in Grüppenbühren täglich mit Waren. Von dem immensen Aufwand, der dafür nötig ist, haben sich Azubis des Discounters am Donnerstag bei einem Rundgang überzeugt.

„Das Brandenburger Tor würde knapp 30 Mal in dieses Gebäude passen“, so hatte Architekt Stefan Schlerf bei der Eröffnung des Netto-Logistikzentrums im November 2014 versucht, die gewaltigen Dimensionen des Gebäudekolosses zu veranschaulichen.

Längst hat sich das Kommen und Gehen eines nie endenden Lastwagenstroms vor dem riesigen Hochregallager im Gewerbegebiet Ganderkesee-West eingespielt.

Tag und Nacht werden dort Waren angeliefert beziehungsweise kommissioniert, denn die Kunden des Discounters erwarten täglich frische Ware. Die Regalanlage hat eine Kapazität von 18.500 Stellplätzen für Europaletten. 2870 unterschiedliche Artikel werden täglich kommissioniert.

Wie von Grüppenbühren aus die Versorgung von insgesamt 234 Netto-Märkten in einem Umkreis von gut 66 Kilometern erfolgt, erfuhren am Donnerstag 176 Azubis, die bei Netto zum 1. August im Versorgungsgebiet des Lagers ihre Ausbildung begonnen haben.

Großer Arbeitgeber

Als ein „Projekt, dass man in dieser Größe in Ganderkesee nicht kennt“ hatte Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas das Logistikzentrum bei seiner Eröffnung bezeichnet. Auch als Arbeitgeber ist das Lager bedeutend: 28 Beschäftigte sind in der Verwaltung tätig, 290 im Lager selbst und weitere 59 Mitarbeiter im Fuhrpark.

Die Azubis waren von den Dimensionen des Lagers überwältigt.

Einer von ihnen war der angehende Einzelhandelskaufmann Pascal Rudolph. Der 18-jährige Delmenhorster lernt im Markt an der Konrad-Adenauer-Allee 1 im Neuen Deichhorst. Den Markt suchen auch viele Bürger aus Elmeloh auf. Im kommenden Jahr will Netto an der Elmeloher Straße einen weiteren Markt bauen.

„Ich habe im Einzelhandel schon Praktika gemacht, mir gefällt der Umgang mit den Kunden, darum habe ich mich für die Ausbildung entschieden“, sagte Pascal.

Die vertrieblichen Herausforderungen, die das Handelsunternehmen mit Sitz in Maxhütte-Haidhof bei Regensburg täglich unternimmt, um die Warenversorgung ungeachtet von Wetter oder Verkehr aufrecht zu erhalten, hätte Pascal so nicht erwartet.

Rasant flitzten in dem riesigen Lager Kommissionierer auf ihren schnellen Elektrokarren hin und her, während Gabelstaplerfahrer aus den oberen Etagen des Lagers Paletten herunterluden.

Logistische Herausforderung

Die Kommissionierung erfolgt elektronisch via „Pick by Voice“, die Fahrer verständigen sich über Funk.

Einige Meter weiter erlebten die Azubis an dem gestrigen heißen Sommertag dann im Tiefkühlhaus des Lagers fröstelnd, wie Tiefkühlprodukte bei minus 22 Grad Celsius in dem 2500 Quadratmeter großen Raum blitzschnell umgeschlagen werden. Denn die Kühlkette darf nicht unterbrochen werden. Das Kühlhaus hat eine Kapazität von rund 1200 Euro-Paletten.

Fast schon „wohlige“ plus vier Grad herrschten in der Kühlzone für Molkereiprodukte. Spezielle Kühlbereich gibt es auch für Fleisch sowie für Obst und Gemüse.


Mit einer Anfrage per E-Mail fing es 2011 an, bald wird das Netto-Hochregallager im Gewerbegebiet Grüppenbühren-West ein Jahr alt: Nach vielen Gesprächen und Vertragsverhandlungen gelang es, das riesige Lager des Netto Marken-Discounts als „Ankermieter“ für das schon lange geplante Gewerbegebiet zu gewinnen.

Der Bauantrag erfolgte im November 2013, nach der Genehmigung wuchs der Bau in Rekordzeit. Der Betrieb auf dem 120000 Quadratmeter großen Grundstück wurde am 17. November 2014 aufgenommen. Die umbaute Gesamtfläche beträgt 42500 Quadratmeter. konk

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