Waldschwimmbad Hude Naturbad in Hude lockt mit superweichem Wasser

Von Reiner Haase

Paul, Jan-Hendrik und Nicho beim Sprung ins erfrischende Nass des Huder Waldschwimmbads, Schwimmmeister Stefan Müller (rechts) schaut nach dem Rechten.Foto: Reiner HaasePaul, Jan-Hendrik und Nicho beim Sprung ins erfrischende Nass des Huder Waldschwimmbads, Schwimmmeister Stefan Müller (rechts) schaut nach dem Rechten.Foto: Reiner Haase

Hude. Im Waldschwimmbad Hude geht die Saison jetzt richtig los. Die Besucher schätzen die Lage im Grünen und schwärmen vom wohltuend weichen Wasser ohne jegliche Chemie.

„Kein Freibad weit und breit ist so abhängig vom Wetter wie unser Waldschwimmbad“, sagt Schwimmmeister Stefan Müller. Am Donnerstag haben er und seine Kollegin Bianca Stortelers die positive Seite miterlebt: Bei Temperaturen von über 30 Grad bildeten sich zeitweise Schlangen an der Kasse, denn das 22 Grad warme Wasser versprach Erfrischung. Hier Flächen für Sonnenanbeter, dort Entspannung im Schatten, für die Kinder viele Spielmöglichkeiten, ein neuer Schwebebalken eingeschlossen: „Unser Bad ist ein richtiges Familienbad“, stellt Stortelers fest, „es wird zu Recht Naturbad genannt.“

Besuch aus Shanghai

Das bestätigt Keith Cramphorn in vollem Umfang. Der Huder besucht das Bad mit Enkel Philipp. Der Fünfjährige genießt die frische Luft und das ungechlorte Wasser, lebt er doch mit den Eltern zehn von zwölf Monate im Jahr in Shanghai. „Dort ist es jetzt 44 Grad heiß. Bei Wind von Land ist dort unglaublich viel Staub in der Luft“, berichtet der Opa. Das sei die Folge zügelloser Industrialisierung in China.

Von Rutsche aufs Brett

Die siebenjährige Lilja aus Dortmund ist mit Opa Klaus aus Berne gekommen, bei dem sie einen Teil der Sommerferien verbringt. Daheim Turnerin, erprobt sie sich in Hude als Schwimmerin. Die Rutsche kennt sie schon von vor zwei Jahren, diesmal wagt sie die ersten Sprünge vom Einmeterbrett. „Ich bin hier, weil es hier so schön ist“, sagt Lilja keck.

Biologische Reinigung

In anderen Bädern dämmt Chlor die Entwicklung von Keimen, im Waldschwimmbad ist es ein Zusammenspiel von Klärprozessen in Schilfwurzelwerk, Filtern und Regeltechnik. „Wir dürfen nicht eingreifen, sonst bringen wir die biologischen Prozesse durcheinander“, berichtet Schwimmmeister Müller. Mit zwei Ausnahmen: Spätestens jeden zweiten Tag wird ein dünner Algenbelag mechanisch aus dem Becken geholt. Und wo immer etwas auf dem Wasser schwimmt, und sei es auch nur ein Blatt von den vielen großen Bäumen auf dem und rund um das Gelände, wird es mit dem Kescher rausgefischt.

„Algenpackung für Zweifuffzig“

„Unsere Besucher schwärmen von dem weichen Wasser“, berichtet Schwimmmeisterin Stortelers. Für eine tägliche Besucherin seit Jahren ist das Schwimmbecken ein Jungbrunnen: „Sie berichtet, dass die Haut am Ende der Saison viel straffer ist als am Anfang“, so Stortelers. „Bei uns gibt’s die Algenpackung für Zweifuffzig“, scherzt ihr Kollege, „im Kurbad kostet sie ein Vielfaches.“

Superklares Wasser

Es liegt übrigens nicht an Algen, dass das Wasser im Waldschwimmbad grün schimmert. „Das Becken ist grün beschichtet. Das Wasser ist superklar“, betont Müller. Das Grün passt einfach bestens in die Umgebung.


Das Waldschwimmbad in Hude, Linteler Straße 1, ist voraussichtlich bis Ende August geöffnet. Es kann montags bis freitags von 11 Uhr bis 20.30 Uhr, sonnabends und sonntags von 10 Uhr bis 19 Uhr besucht werden. Die Kasse wird eine halbe Stunde vor Betriebsende geschlossen. Eintritt: Erwachsene 2,50 Euro, Jugendliche 1,50 Euro.