Klares Wasser statt brauner Brühe Bachbett bei Groß Ippener für Forelle hergerichtet

Von Reiner Haase

Eine Tafel auf dem Grundstück des Bildhauers Franz Robert Czieslik (links) informiert über die „Wasserspiele“ am Dünsener Bach. An dem Projekt beteiligt sind (von rechts) Gewässerkoordinatorin Ira Zylka, Bernd Lehmann vom Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Dieter Hahn und Georg Schinnerer vom Landkreis Oldenburg, Dirk Kleemeyer vom Landvolk sowie Heiko Stubbemenn und Matthias Stöver vom Ochtumverband. Foto: Reiner HaaseEine Tafel auf dem Grundstück des Bildhauers Franz Robert Czieslik (links) informiert über die „Wasserspiele“ am Dünsener Bach. An dem Projekt beteiligt sind (von rechts) Gewässerkoordinatorin Ira Zylka, Bernd Lehmann vom Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Dieter Hahn und Georg Schinnerer vom Landkreis Oldenburg, Dirk Kleemeyer vom Landvolk sowie Heiko Stubbemenn und Matthias Stöver vom Ochtumverband. Foto: Reiner Haase

Gross Ippener. Der Dünsener Bach wird in mehreren Abschnitten zum naturnahen Gewässer zurückverwandelt. Eine Informationstafel bei Bildhauer Czieslik gibt Auskünfte.

Gross Ippener. Das Wasser des Dünsener Bachs plätschert seit einigen Wochen über Kiesel und Totholz an Bildhauer Franz Robert Cziesliks Grundstück am Baßmerhoop 14 in Groß Ippener vorbei. Zuvor ist es über einen Stau gerauscht, der einst zum Bewässern von Wiesen eingebaut, aber schon lange nicht mehr benötigt wurde: Eine unüberwindliche Barriere für Forelle, Lachs, Aal und Neunauge, aber auch für viele andere Arten wie Krebse, die die Lebensgemeinschaft in einem Gewässer in gutem ökologischen Zustand ausmachen.

Kunst, Natur und Bildung

Künstler Czieslik freut sich über die Aufwertung der Natur, die der Ochtumverband in seit Jahren bewährter Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis und den betroffenen Landwirten ausgeführt hat. Und er freut sich über die neue Informationstafel, die jetzt über die Hintergründe des 15000-Euro-Projekts in Höhe seines Grundstücks informiert. „Kunst, Natur und Bildung sind jetzt eine Einheit“, sagt er. „Besucher haben mich häufig gefragt, was das denn da für Wasserspiele am Bach sind.“ Er weist auch darauf hin, dass aus einst trüber brauner Brühe Wasser geworden ist, das den Blick bis auf den Grund zulässt.

Weitere Störstellen im Blick

Ira Zylka, seit Kurzem für den Ochtumverband und die Hunte-Wasseracht als Gewässerkoordinatorin tätig, hat weitere Projekte im Blick. Der Dünsener Bach hat flussabwärts zwei weitere Störstellen, bevor er in die Varreler Bäke mündet: in Delmenhorst beim Gut Dauelsberg und in Höhe des abgebrannten Gasthofs zur Pultern. Überdies soll der einst begradigte Bach bei Dünsen ein naturnahes Bett zurückerhalten. „Wir geben mit Kies und Totholz Starthilfe. Sein neues Bett sucht sich der Bach selber“, so Zylka.

Das meiste Geld kommt vom Land

Im Bereich des Ochtumverbands sind in den vergangenen Jahren laut Verbandsvorsteher Heiko Stubbemann zwei Millionen Euro in die Renaturierung von Gewässern geflossen, vor allem für Projekte an der Delme. Wichtigster Geldgeber sei das Umweltministerium des Landes. Aber auch der Landkreis Oldenburg zahlt mit, zum Beispiel durch Ankauf von Flächen.