Beton-Klotz trifft auf Wildwuchs Dötlinger GartenKultour vereint Kunst und Natur

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Blick ins Haus: Die Leiterin der Galerie im Heuerhaus, Gertje Kollmann, blickt auf einen Betonquader von Wolfgang Bittner. Foto: Frederik GrabbeBlick ins Haus: Die Leiterin der Galerie im Heuerhaus, Gertje Kollmann, blickt auf einen Betonquader von Wolfgang Bittner. Foto: Frederik Grabbe

Dötlingen. Zahlreiche Künstler, Gärtner und Gartenbesitzer haben bei der Dötlinger GartenKultour Einblicke in ihre Arbeit gewährt. Insgesamt konnten Besucher 34 verschiedene Ziele ansteuern.

Ein kurzer Tritt in die Pedale, und schon eröffnet sich ein neuer Reigen an Eindrücken: Radfahrer hatten am Sonntag wahrlich kurze Wege zu bewältigen, wenn sie bei der GartenKultour in Dötlingen unterwegs waren. In der Galerie im Heuerhaus beispielsweise waren Werke von Wolfgang Bittner zu sehen. Der Leipziger Bildhauer gießt Quader aus Beton, die Hausformen nachbilden. Die Klötze zeigen etwa Fenster oder Treppen in verschiedensten Variationen und sind von der Optik her stark an den Bauhausstil angelehnt. Der grauen Betonkunst gegenüber standen farbintensive Gemälde von Helmut Feldmann. Der Oldenburger Künstler malt Bilder mit Kupferdruckfarbe, „eine dicke, auf Öl basierende Farbe“, so die Galerieleiterin Gertje Kollmann. Damit schafft Feldmann geradezu polierte Oberflächen. Feldmanns Motive: Moorlandschaften oder zerfahrene Wolkenhimmel.

Fast direkt nebenan von der Galerie im Heuerhaus befindet sich die gerade wieder aufgebaute Kate Müller vom Siel, benannt nach dem Maler Georg Müller vom Siel, der zwischen 1890 und 1910 in Dötlingen lebte und arbeitete. In dem Haus sollen ab Mitte Juli Malkurse gegeben werden – so wie es unter Müller vom Siel üblich war. In der Kate standen Werke von zeitgenössischen Dötlinger Künstlern aus.

Wer sich bei den Aktionstagen eher für Gärten interessierte, wurde beispielsweise bei Herbert Vinken in Nuttel fündig. Vinken führt die Herb’s Biolandgärtnerei auf einer ehemaligen Schweinemastanlage. „Wir haben den Wuchs nicht im Griff, aber im Blick“, beschrieb er das Konzept seiner Gärtnerei. Was dahinter steckt: Bei Herb’s wachsen kultivierte und Wildpflanzen nebeneinander. Der Wildwuchs binde viele Insekten- und Tierarten. In der Vielfalt von 1500 Pflanzen, 700 davon sind kultiviert und werden meist über den Postversand verkauft, wüchsen etwa auch Witwen- oder Glockenblumen. Die Samen der Wildpflanzen benutzt Vinken, um aus den Wildpflanzen Linien für den Verkauf zu kultivieren.


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