Kampus-Projekt in Ganderkesee „10000 Euro für das Kribbeln im Bauch“

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Große Freude über die Rollstuhlschaukel: (Mitte, von links) Jörg Niemann und Gabriele Mesch von der LzO überreichten symbolisch einen Spendenscheck, den die elfjährige Schülerin Tugce und Schulleiterin Dr. Edith Aschenbrenner entgegennahmen.Foto: Katja ButschbachGroße Freude über die Rollstuhlschaukel: (Mitte, von links) Jörg Niemann und Gabriele Mesch von der LzO überreichten symbolisch einen Spendenscheck, den die elfjährige Schülerin Tugce und Schulleiterin Dr. Edith Aschenbrenner entgegennahmen.Foto: Katja Butschbach

Ganderkesee. Das Kampus-Projekt auf dem Gelände der Katenkamp-Schule ist zur Hälfte vollendet. Gestern wurde eine Rollstuhlschaukel übergeben und mit Begeisterung getestet.

„Klassenziel ist, das Kampus-Projekt bis Ende des Jahres fertig zu haben“, sagt Dirk Schulte Strathaus vom Verein GanterArt. Das Projekt, bei dem auf dem Schulhof der Katenkamp-Schule ein Lern- und Erlebnisgarten geschaffen wird, ist jetzt zur Hälfte fertig oder finanziell gesichert.

Gestern wurde die Rollstuhlschaukel eingeweiht, die die LzO mit 10000 Euro unterstützt hat. „Es ist nicht irgendeine Schaukel“, erläuterte Schulleiterin Dr. Edith Aschenbrenner, „es ist eine Rollstuhlschaukel. Es ist nicht irgendein Spielplatz, sondern ein erweiterter Lernraum für Kinder, die körperliche oder geistige Beeinträchtigungen haben.“ Die Kinder bräuchten die Impulse durch die Bewegung für ihre Entwicklung.

Ein Lern- und Erlebnisgarten für alle

Aktuell besuchen zehn Kinder im Rollstuhl die Schule. Die Entwicklung des Lern- und Erlebnisgartens sei aber auch für die gesamte Gemeinde gut, erinnerte Aschenbrenner, denn man wolle das Gelände nicht allein für die Schüler haben. Auf dem Areal könnten alle miteinander in Kontakt kommen.

Gabriele Mesch von der LzO erläuterte, dass die Spendensumme von 10000 Euro für ihre Bank auch ein Betrag sei, der nicht oft herausgegeben werde. Allerdings hätte das Projekt auch vor dem Hintergrund der Inklusion vollkommen überzeugt. Auch Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas, Schirmherrin des Projekts, zeigte sich begeistert: „10000 Euro für das Kribbeln im Bauch.“ Das Kampus-Projekt sei „großartig“, viele würden davon profitieren.

Kinder können Schaukel selbst bedienen

Im Zuge der Arbeiten für die Schaukel sei man, so Steffi Grundmann von der Firma Kreye, in der vergangenen Woche „mit schwerem Gerät angerückt“. Der erste Teil des Rundwegs wurde gepflastert, sodass Rollstuhlfahrer die Schaukel erreichen können. Die Kinder können die Schaukel selbst bedienen, brauchen also niemanden, der ihnen dabei hilft. Tischler Gerold Fitzgibbon sei von dem Projekt so begeistert, dass er einen Tag seiner Arbeit schenken möchte.

Bühne und Backhaus geplant

Es gibt darüber hinaus Ideen für eine Kampus-Bühne und ein Backhaus, für das die Finanzierung gesichert ist. Das Freiluftklassenzimmer und Klettergerüst/Kletterturm sind bereits vollendet. Etliche Spielgeräte sind angeschafft, oder die Finanzierung ist zugesagt – neben der Rollstuhlschaukel zählen dazu ein Trampolin, eine Tastwand, die Edelstahlrutsche am Wall und ein Balancierbalken aus Robinienholz. Der Wasser- und Tasterlebnispfad, für den die Finanzierung gesichert ist, ist einer der nächsten Schritte.

Die Pflasterung, die von einem Bereich zum nächsten führt, könnte bis zu 65000 Euro kosten. „Ich brauche 700 Quadratmeter Pflastersteine“, sagte Aschenbrenner. Auch gebrauchte Steine könnten verwendet werden, und auch kleinere Mengen angenommen werden – der Bereich müsse nicht einheitlich gepflastert sein.


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