Skulptur und Malerei im Haus Müller „Kunst der leisen Töne“ in Ganderkesee

Von Katja Butschbach

„Körper im Raum“: Skulpturen von Eva Schnabel-Schütte (links) sind mit Malerei des 2014 verstorbenen Künstlers Rolf Schütte zu sehen, die von Herbert Blazejewicz (rechts) vorgestellt wurde.Foto: Katja Butschbach„Körper im Raum“: Skulpturen von Eva Schnabel-Schütte (links) sind mit Malerei des 2014 verstorbenen Künstlers Rolf Schütte zu sehen, die von Herbert Blazejewicz (rechts) vorgestellt wurde.Foto: Katja Butschbach

Ganderkesee. Eindrucksvolle Skulpturen und filigrane Malerei sind ab Freitag im KulturHaus Müller zu sehen: Die Werke stammen von der Elmeloherin Eva Schnabel-Schütte und dem 2014 verstorbenen Künstler Rolf Schütte.

In einer eleganten Form windet sich die Skulptur aus Eiche in die Luft, daneben stehen Werke aus Sandstein, die in ihrer klaren Form manchmal an Gegenständliches erinnern: einen Akt, ein Pferd, die Arche. Die Elmeloher Künstlerin Eva Schnabel-Schütte stellt ab Freitag 31 Skulpturen im KulturHaus Müller aus.

Beeindruckende Werke zweier Künstler

Gemeinsam mit ihren eindrucksvollen Arbeiten sind ebenso beeindruckende Werke des 2014 verstorbenen Oldenburger Künstlers Rolf Schütte zu sehen. Herbert Blazejewicz hat die Zeichnungen aus dem Nachlass des Künstlers für die Ausstellung ausgewählt und vorbereitet.

Die zwei Künstler sind trotz ihrer Gemeinsamkeit im Nachnamen nicht verwandt. Aber sie hatten bereits vor der jetzt geplanten Werkschau gemeinsam ausgestellt. Die Ausstellung im KulturHaus Müller war auf Wunsch Schnabel-Schüttes entstanden – und sie ist laut Blazejewicz „keine Dublette“ früherer gemeinsamer Ausstellungen, denn es seien weitgehend neue Werke.

Rolf Schütte arbeitete seit 2006 intensiv an seiner Kunst

Rolf Schüttes Tochter habe ihm den gesamten Werkbestand zu treuen Händen gegeben. Erst seit 2006 war der Künstler aktiv, der Schriften- und Werbemaler gelernt hatte, dort bereits Kinoplakate selbst malte, und dann Lehrer wurde. In enormer Intensität habe er in den letzten Lebensjahren gemalt, sehr viele Werke geschaffen.

Eva Schnabel-Schütte studierte zunächst Ökotrophologie und Biochemie

Auch Schnabel-Schütte begann in einem anderen Bereich, studierte Ökotrophologie und Biochemie, als Zweitstudium Kunst, und arbeitet seit 2004 intensiv an ihren Skulpturen. Sie habe sich, so berichtet sie humorvoll, aufs Alter hin entschieden, etwas zu machen, was Kraft erfordere und nicht unbedingt gesundheitsförderlich sei. Manchmal schleppt sie bis zu 40 Kilogramm schwere Steine aus dem Steinbruch ins Auto, wenn die Form des Steins sie begeistert. „Sandstein ist mein Material“, sagt sie. Nach einem Sturm holt sie aber auch Äste von Eichen aus ihrem Garten und bearbeitet diese – „es geht mir immer um die Form“, sagt sie.

Rolf Schütte malte menschliche Köpfe

Zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion pendeln Schüttes Werke: Mit Ölkreide und Wachsstift schuf er Formen, oft von menschlichen Köpfen, die teilweise in der Auflösung begriffen sind. „Er war ein lebensfroher Mensch“, sagt Blazejewicz. In den letzten Jahren habe er aber einiges zu verkraften gehabt – seine Frau starb vor ihm, er selbst war lange krank. Nachts, so berichtet Blazejewicz, habe der Künstler schnell und konzentriert gearbeitet, mit lockerer Hand Köpfe mit starkem persönlichem Ausdruck gemalt.

„Es ist eine Ausstellung der leisen Töne“, sagt Dr. Wiebke Steinmetz, bei der regioVHS für den Bereich Kultur verantwortlich. Der Tod Rolf Schüttes war für Schnabel-Schütte „Anlass, es trotzdem zu machen“.


Die Ausstellung wird am Freitag, 20. Februar, 19 Uhr, eröffnet und ist bis zum 12. April samstags, 14 bis 18 Uhr, und sonntags, 11 bis 17 Uhr, zu sehen. Eine Künstlerführung ist am 1. März, 15 Uhr, geplant. Beim Sonntagscafé mit Führung soll es am 22. März, 15 Uhr, nach der Führung bei Kaffee und Kuchen Gespräche geben. Kosten: 4 Euro. „Malen und Gestalten für Kinder“ heißt es am 28. Februar und 28. März, 15 bis 17 Uhr. Anmeldung unter (04222) 44444; Kosten: 2 Euro. Die Finissage mit Führung ist am 12. April um 15 Uhr.