„Umgehung durch Hintertür“ Weitere Pläne für Ortsumgehung Delmenhorst

Zwei mögliche Linienführungen nördlich von Delmenhorst: „Südvariante ohne Verkehrsanbindung (SoV)“, rote Linie, und „Verkehrsoptimierte Nordvariante (VoN)“, grüne Linie.Zwei mögliche Linienführungen nördlich von Delmenhorst: „Südvariante ohne Verkehrsanbindung (SoV)“, rote Linie, und „Verkehrsoptimierte Nordvariante (VoN)“, grüne Linie.

Ganderkesee. Bremen, Niedersachsen und der Bund geben deutliche Signale für zügige Fortschritte bei der Planung der Bundesstraße 212 neu. Ganderkeseer sind skeptisch: Die vehement abgelehnte Delmenhorst-Umgehung könnte durch die Hintertür kommen.

Die Ortsvereine im Norden der Gemeinde Ganderkesee verfolgen die jüngsten Nachrichten zur Planung der Bundesstraße 212 neu überwiegend mit großer Skepsis. Prägnant fasst Hartmut Fastenau vom Bürgerverein Heide-Schönemoor den Stand der Diskussion zusammen: „Ergebnisoffene Neubewertung der Varianten ohne neues Raumordnungsverfahren – das kann keine Rechtssicherheit ergeben.“

„Salamitaktik“ befürchtet Fastenau wie auch Harm Ehlers vom Orts- und Verkehrsverein Schönemoor hinter der von Bremer Seite lancierten und vom Niedersächsischen Wirtschaftsminister Olaf Lies bestätigten Nachricht, der Bund akzeptiere jetzt auch die Südvariante der B 212 neu im Raum Deichhausen ohne Zu- und Abfahrten im Bereich der Stedinger Landstraße. Die Nordost-Ganderkeseer befürchten „Druck von der Straße“: „Die Autofahrer sehen die attraktive Verbindung nach Bremen und wollen sie auch nutzen“, so Fastenau. Der Bau zusätzlicher Zu- und Abfahrten und der von Ganderkesee vehement abgelehnten Delmenhorster Ortsumgehung quer über Ganderkeseer Gebiet – Planerbezeichnung B 213 – sei dann nur noch eine Frage der Zeit und komme durch die Hintertür.

Bedächtiger argumentiert Reinhard Siemer vom Heimat- und Ortsverein Elmeloh-Almsloh: „Zurzeit sieht alles ganz gut aus. Aber man hat zu oft versucht, uns für dumm zu verkaufen. Wichtig bleibt, dass die gefundene Lösung nicht zu Lasten der Gemeinde Ganderkesee geht.“

Der Ganderkeseer UWG-Ratsherr Otto Sackmann bekräftigt seine Forderung nach einer Ortsumgehung für Bookholzberg. Dort sei die Ortsmitte schon seit Jahren überlastet, und jede Variante der B 212 neu werde Gutachtern zufolge noch mehr Verkehr nach Bookholzberg bringen. „Jetzt haben wir schon über 24 000 Autos täglich im Ortskern. Mehr können wir nicht verkraften“, sagt der Bookholzberger.


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