Optimaler Lebensraum Ganderkesee bietet gute Bedingungen für Fledermäuse

Die Wasserfledermaus ist eine der Fledermausarten, die bei einer Erhebung auch in der Gemeinde Ganderkesee entdeckt wurde. Foto: dpaDie Wasserfledermaus ist eine der Fledermausarten, die bei einer Erhebung auch in der Gemeinde Ganderkesee entdeckt wurde. Foto: dpa

Ganderkesee. Mehrere Fledermausarten sind bei einer Erhebung in Ganderkesee entdeckt worden. Bürger können einiges für den Schutz der Tiere tun.

Die Breitflügelfledermaus kommt am häufigsten in Ganderkesee vor, aber auch Abendsegler, Wasserfledermaus, Zwergfledermaus und Rauhhautfledermaus leben hier, so Carsten Wünker von der Gemeinde. Welche Fledermausarten vor Ort vorkommen, hat eine Erhebung 2012 erstmals erfasst. Besiedelte Bereiche können für Fledermäuse sehr attraktiv sein, so der Runde Tisch Natur, an dem Landwirte, Jäger, Naturschützer, Kommunalpolitiker und Verwaltungsmitarbeiter sitzen. Ganderkesee biete sehr gute Voraussetzungen als Lebensraum für Fledermäuse.

Die Fledermausquartiere sind durch das Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. Auch Bürger könnten einiges für Fledermäuse tun. Die Tiere benötigen laut Hans Fingerhut (NABU) gute Quartiere und ausreichend Nahrung. Laut Dr. Klaus Handke ist es sehr wichtig, auf die Anwendung von Insektiziden insbesondere im Garten zu verzichten, damit es keinen Nahrungsmangel gibt. Denn die Mittel töteten auch sehr viele nützliche Tiere. Wildkräuter, einheimische Heckenpflanzen und kleine Teiche verbesserten die Nahrungsgrundlage.

Ohne geeignete Quartiere haben die Tiere keine Lebensgrundlage. Bestehende und potenzielle Quartiere sollten erhalten werden: Sehr wertvoll sind laut Landwirt Onno Osterloh alte, höhlenreiche Bäume, alte Stollen, Eiskeller und Bunker sowie Dachstühle alter Häuser und Kirchen. In leer stehenden Dachböden sollten Einschlupfmöglichkeiten erhalten bleiben.

Fledermäuse überwintern von Oktober bis März in Winterquartieren und kehren im April bis August in die Sommerquartiere zur Jungenaufzucht zurück. Störungen etwa durch Aus- und Umbau, Sanierungs- oder Holzschutzmaßnahmen gefährdeten die Tiere. Sie könnten im Winter ihren Erschöpfungstod bedeuten und hätten im Sommer das Verlassen des Quartiers zur Folge. Sind Fledermausquartiere bekannt, sollten Renovierungsarbeiten nur nach Rücksprache mit der Naturschutzbehörde begonnen und möglichst in die Zeit verlegt werden, in der die Tiere sich nicht dort aufhalten.

Mit Fledermauskästen können zusätzliche Quartiere geschaffen werden. Gruppen von fünf bis sieben dieser Kästen können in größeren Baumgruppen, an Jagdkanzeln, im Garten oder am Haus in drei bis fünf Metern Höhe aufgehängt werden. Sie sollten nach Süden orientiert und nicht schutzlos der Sonne ausgesetzt sein, empfehlen die Naturschützer. Die Tiere müssen den Kasten frei anfliegen können.


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